Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich eröffne die 71. Sitzung des Landtages von Sachsen-Anhalt in der achten Wahlperiode. Ich begrüße die Anwesenden recht herzlich.
Wir setzen damit die 32. Sitzungsperiode fort, beginnen mit den Aktuellen Debatten unter TOP 7 und TOP 8 und fahren dann mit zwei Wahlen fort.
- Es ist noch etwas unruhig. - Die Redezeit beträgt zehn Minuten pro Fraktion. Die Landes- regierung hat ebenfalls eine Redezeit von zehn
Minuten Redezeit. - Herr Silbersack möchte für die FDP-Fraktion den Antrag einbringen. - Bitte, Herr Silbersack, Sie haben das Wort.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zum Thema „Olympia Paris 2024 - Sachsen-Anhalt auf der Erfolgsspur“ freue ich mich ganz besonders, dass ich unter den Gästen die Präsidentin des Landessportbundes Silke Renk-Lange, Tobias
Knoch, den Vorstandsvorsitzenden, den Leiter des Olympiastützpunktes Helmut Kurrat und seinen Stellvertreter Guido M. begrüßen darf. - Schön, dass ihr da seid!
Wer hat nicht die Bilder von Paris vor Augen, vom Eiffelturm, von der Seine, von den Menschen, von der Weltgemeinschaft, die sich dort versammelt hat?
Der Geist von Olympia ist um die Welt gegangen, hat die Welt verbunden und hat gezeigt, was Olympische Spiele können. Sie können völkerverständigend sein. Sie können die Menschen, die Völker miteinander verbinden, sie können möglicherweise auch Dinge über- decken, die es an Krisen in dieser Welt gibt.
Für 14 Tage konnten wir erleben, was die Menschheit kann. Sie kann zusammenstehen. Und dieses Zusammenstehen ist etwas ganz Besonderes, was nur Olympische Spiele bewirken können. Deshalb, meine Damen und Herren, sind diese Olympischen Spiele für uns so wichtig.
geht um Erfolge. Wenn wir uns anschauen, wie Deutschland im Ranking abgeschnitten hat - man schaut immer auf die Ergebnisse usw.; jeder schaut auf den Medaillenspiegel -, dann stellen wir fest, dass es mit Deutschland seit dem Jahr 1992 - damals haben wir die erste gemeinsame Mannschaft gestellt; damals 82 Medaillen; jetzt 33 Medaillen - immer weiter abwärtsging.
Das ist keine gute Botschaft. Das heißt, der Leistungssport nach der deutschen Einheit hat sich noch nicht so gefunden, wie man es eigentlich erwarten durfte. Insofern war es wichtig und richtig, dass sich der deutsche Leistungssport im Jahre 2016 auf den Weg gemacht hat, mit der Leistungssportreform zu schauen, wie wir das konzentrieren können. Das war ja auch eine Reaktion auf die Olympischen Spiele 2012 in London, wo die Briten gezeigt haben, wie man durch Konzentration etwas erreichen kann. Aber wir leben auch in einem föderalen Staat. Da muss man genau hinschauen, wie man tatsächlich Erfolge produziert.
Dass ein Erfolg ein Erfolg für die Ewigkeit ist und ein Olympiasieger - im Gegensatz zu einem Weltmeister - immer Olympiasieger bleibt, zeigt Silke Renk-Lange, unsere Olympiasiegerin im Speerwurf 1992 in Barcelona. Das ist etwas, das auch uns antreibt.
Wir haben gemerkt, die Olympischen Spiele verbinden uns in Deutschland, natürlich auch uns in Sachsen-Anhalt. Und Sachsen-Anhalt - das ist der Lichtblick, der diese Olympischen Spiele aus unserer Sicht tatsächlich auszeichnet - konnte sich herausheben, weil Sachsen-Anhalt geliefert hat.
Insgesamt schickte Deutschland 492 Sportlerinnen und Sportler nach Paris. Davon kamen 16 Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt. Das heißt, es waren relativ wenige Sport-
lerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt. Wir sind mit fünf Medaillen zurückgekommen. Das ist etwas, wo ich sagen muss, das ist aller Ehren wert, das ist eine Quote, die sich wirklich sehen lassen kann, meine Damen und Herren.
Dass das so ist, ist kein Zufall. Wir haben die Struktur, die im Hintergrund arbeitet, ob das der OSP ist, ob das der LSB ist, ob das der Nachwuchsleistungssport ist. Es sind aber auch einzelne Personen und Persönlichkeiten. Eine Persönlichkeit möchte ich hier besonders hervorheben; das ist Bernd Berkhahn. Bernd Berkhahn ist derjenige, der wirklich geliefert hat. Bernd Berkhahn ist seit vielen Jahren derjenige, der dieses „Juwel“ des Schwimmsports in SachsenAnhalt, in Magdeburg in einer Art und Weise vorangebracht hat, die in Deutschland und international ihresgleichen sucht.
Spätestens, als in den ersten Tagen Lukas Märtens über 400 m Freistil ganz oben stand, hat, glaube ich, jeder von Ihnen so viel Stolz in sich getragen, Sachsen-Anhalter zu sein, dass er sich heute noch daran erinnern kann.
Dieser Junge steht da, schwimmt, gewinnt 36 Jahre nach dem letzten Gold, das wir über diese Distanz 1988 in Seoul gewonnen haben. Das ist großartig und das ist für die Ewigkeit, meine Damen und Herren.
Dann stellt sich dieser Junge vor die Kamera und sagt auf die Frage, worauf er sich freue: auf einen Döner in seiner geliebten Heimatstadt Magdeburg.
einfach dieses Land verbindet; denn dabei spielt die Frage Halle/Magdeburg keine Rolle. Dann sind auch Hallenser stolz auf Magdeburg und auf das ganze Land. Das macht es eben aus.
Warum sage und betone ich das so? - In diesen Zeiten, in denen es Krisen gibt, in denen Menschen unzufrieden sind, in denen wir mit vielen Dingen zu kämpfen haben, hat dieser junge Mann Lukas Märtens gezeigt, wie man Menschen verbindet, wie man ein Land verbindet, wie man Stolz entwickelt. Das ist etwas für die Zukunft.
Aber das war nicht nur Lukas Märtens. Das waren auch Isabel Gose mit Bronze über 1 500 m Freistil, Oliver Klement mit Silber über 10 km Freiwasser - was für eine Bilanz! - und - das ist die Krönung; das ist der Ritterschlag - zwei Freiwasserschwimmerinnen aus den Niederlanden und aus Australien, die am Standort Magdeburg trainiert haben, die nach Sachsen-Anhalt gekommen sind, um Weltspitze zu werden. Das kennen wir sonst nur von deutschen Sportlern, die nach Kalifornien oder sonst wohin in die USA gegangen sind, um dort Bestleistungen zu
trainieren. Nein, Sachsen-Anhalt, Magdeburg wurde zum Hotspot für die Besten der Besten, um sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Dieses Besondere, auf der einen Seite eigene Medaillen zu produzieren, auf der anderen Seite internationale Sportlerinnen und Sportler anzuziehen und zu sagen, hier werdet ihr Weltspitze, das ist das Verdienst von Bernd Berkhahn, meine Damen und Herren.
Einen möchte ich nicht vergessen, und das ist Florian Wellbrock. Florian Wellbrock hat im Jahr 2021 in Tokio die Goldmedaille im Freiwasser gewonnen. Das war großartig. Er hat dieses Mal keine Medaille geholt. Aber als ich mit ihm gesprochen habe, hat er gesagt, dass für ihn das Team entscheidend ist und dass er sich freut, dass Lukas Märtens und andere die Medaillen geholt haben. Er stand da, er war dabei und hat sich davon nicht beirren lassen. Das macht eine Mannschaft, ein Team aus.
Weil das alles so ist - da kann eben auch Sachsen-Anhalt einmal mit breiter Brust auftreten -, haben wir, glaube ich, einen Anspruch darauf - das sage ich ganz deutlich -, dass die infrastrukturellen Voraussetzungen am Standort Magdeburg in Sachsen-Anhalt geschaffen werden.