Protokoll der Sitzung vom 23.08.2024

- Das darf ich sagen.

(Lachen bei der CDU und bei den GRÜNEN)

Silke, ist das schlimm? - Nein, das ist nicht schlimm. Genau.

(Zuruf)

Die Frage ist doch einfach - darauf habe ich bereits hingewiesen -: Wollen wir den dritten Platz im ewigen Medaillenspiegel halten oder nicht? Wenn wir das wollen, dann müssen wir den Beispielen von London, Tokio und Paris folgen - anders geht nicht. Das muss ohne Doping und zielgerichtet erfolgen. Die Basis dafür ist der Breitensport; darin gebe ich Ihnen recht.

(Beifall bei der CDU - Zustimmung bei der FDP)

Herr Kollege Heuer, da es offensichtlich bei diesem Plenum üblich ist, die Tribüne zu grüßen, mache auch ich das. Das scheint inzwischen legal zu sein.

Ich will es sehr deutlich sagen: Ich sehe keinen riesigen Dissens zwischen uns. Ich glaube aber, wir müssen es an dieser Stelle hinbekommen, dafür zu sorgen, dass, wenn Leistung gebracht werden soll, der Spaß und die Freude am Sport nicht zu kurz kommen.

(Beifall bei den GRÜNEN - Zuruf von Guido Heuer, CDU)

Bei der Sichtung danach kommen wir zusammen. Dass der Pool junger Menschen, aus dem wir in Deutschland schöpfen können, kleiner geworden ist,

(Zuruf von Guido Kosmehl, FDP)

dass der Pool in China und in anderen Ländern wesentlich größer geworden ist, ist doch eine mathematische Wahrheit, der auch Sie nicht aus dem Weg gehen können.

Mein Sohn ist gerade in dem Alter, in dem die Entscheidung ansteht, ob der Sport ein Stück

weit professioneller für ihn wird. Ich möchte, dass er das mit Spaß angehen kann, dass er den Spaß beim Sportmachen nie verliert und dass er trotzdem Leistung bringt. Das ist mir wichtig. Aber Leistung ist ein Part dabei und nicht alles. Das olympische Motto lautet nicht nur „Schneller, höher, weiter“, sondern hat auch etwas mit Dabeisein zu tun.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Danke, Herr Striegel. - Zum Schluss der Debatte erhält Herr Silbersack noch eine Redezeit von drei Minuten.

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erst einmal ein ganz großes Danke an Sie alle, an das Haus, dass Sie sich alle versammelt für das deutsche

Schwimmzentrum am Standort Magdeburg ausgesprochen haben, und zwar mit Verve. Das ist wichtig. Das ist ein Zeichen nach draußen. Das zeigt eben auch, dass wir mit breitem Kreuz an diese Diskussion gehen können. Ich denke - dabei schaue ich den Ministerpräsidenten an -,

(Eva von Angern, Die Linke: Aber er guckt nicht zurück!)

angesichts dessen, was Bernd Berkhahn als unser Leuchtturm auf Trainerebene geleistet hat, sollten wir als Land Sachsen-Anhalt überlegen, inwieweit wir das entsprechend würdigen. Angesichts der Leistung, die er für unser Bundesland erbracht hat, hat er das meines Erachtens verdient, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der FDP - Zustimmung von Minis- terpräsident Reiner Haseloff)

Ich bin auch dankbar dafür, dass im Grunde von nahezu allen ein Stück weit die Themen Breite, Spitze, DLRG, Kegeln angesprochen wurden. Wir sehen, wir sind ein Sportland, und Olympische Spiele zeigen, dass wir uns hinter diesen Themen versammeln können.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Dadurch verschwinden die Probleme zwar nicht, aber wir können gemeinsam Dinge angehen. Das ist meines Erachtens das Wichtige.

Eine kleine Sache, die ich nur einmal sage: Als Olympiade bezeichnet man den Zeitraum zwischen den Olympischen Spielen.

(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP - Zu- stimmung bei der CDU)

Ich bin der Innenministerin sehr dankbar dafür, dass sie alle Themen, wie den Nachwuchsleistungssport, die einzelnen Positionen, die AG Spitzensport, das Interagieren mit dem Olympiastützpunkt und mit dem LSB benannt hat. Das zeigt, dass die Strukturen an dieser Stelle ineinandergreifen. Das ist für uns wichtig.

Ich bin dem Fraktionsvorsitzenden der CDU sehr dankbar dafür, dass er Pauline Grabosch genannt hat. Pauline Grabosch ist eine grandiose Radsportlerin aus Osterweddingen. Sie ist in den letzten 30 Jahren eine der wenigen, die Nachwuchssportlerin des Jahres ganz Deutschlands geworden ist.

(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP, von Guido Heuer, CDU und bei den GRÜNEN)

Selbstverständlich funktionieren Bundes-

jugendspiele nicht ohne Wettkampf, nicht ohne Platzierung, nicht ohne Leistung.

(Zustimmung bei der CDU)

Deshalb ist es meines Erachtens ein Irrweg, auf Bundesebene zu glauben, dass man das alles ohne Wettkampfcharakter machen kann. Insofern sage ich ganz klar - ich glaube, damit habe ich den Großteil des Hauses hinter mir -: Wir müssen zum Wettkampfcharakter der Bundesjugendspiele zurückkommen, meine Damen und Herren.

(Zustimmung von Stephen Gerhard Stehli, CDU, und von Guido Heuer, CDU)

Es sei mir gestattet, noch zwei Namen zu nennen, weil sie die Emotionen abrunden.

(Zuruf von Stephen Gerhard Stehli, CDU)

Der eine Name ist Renārs Uščins.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Wer Handball geschaut hat und den Jungen erlebt hat, der von 2011 bis 2015 in Kühnau und von 2015 bis 2020 in Magdeburg gespielt hat, der wird gesehen haben, das ist ein Leader, der vorangeht.

(Zustimmung von Dr. Anja Schneider, CDU)

Ich hoffe - das sage ich ganz ehrlich -, dass er irgendwann wieder, vielleicht demnächst, beim SC Magdeburg spielt.

(Zustimmung bei der FDP und bei der CDU)

Einen zweiten Namen möchte ich erwähnen. Andreas Obst; er kommt aus meinem Verein. Andreas Obst hat beim USV Halle das Basketballspielen gelernt und ist einer der führenden Basketballspieler in der deutschen Nationalmannschaft. Er hat, so glaube ich, diese Nationalmannschaft in ungeahnte Höhen gebracht.

Insofern gilt: Sport verbindet. Sport bringt unser Land voran. Lasst uns vorangehen! - Danke.

(Beifall bei der FDP und bei der CDU - Zustim- mung bei der SPD)

Danke. - Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit ist die Aktuelle Debatte zu diesem Thema zu Ende. Wie Sie wissen, werden hierzu nach § 46 der Geschäftsordnung keine Beschlüsse gefasst. Wir nehmen einen Wechsel im Präsidium vor.

Guten Morgen, meine Damen und Herren! Wir kommen zu dem

Tagesordnungspunkt 8

Aktuelle Debatte

Würdigung des 1. September als Antikriegs- und Weltfriedenstag in einer Welt zunehmender militärischer Konflikte

Antrag Fraktion Die Linke - Drs. 8/4482