Diese können Sie im Gesetzentwurf nachlesen. Vielmehr möchte ich auf einen persönlichen Aspekt eingehen. Ich bin einer der ganz wenigen, wenn nicht der einzige Professor, der gleichzeitig in Baden-Württemberg und in Thüringen Vorlesungen hält. Am Karlsruher Institut für Technologie bin ich
denn Sie werfen mir vor, ich würde den Hoch- schulen Geld wegnehmen wollen. Das Gegenteil ist der Fall. Ich möchte die Finanzierung auf eine breitere Grundlage stellen.
Übrigens das Beispiel mit dem Klavier, das ist vom Rechnungshof übernommen, das ist das Beispiel des Rechnungshofs.
Herr Kemmerich, Sie haben hier demonstriert, dass Sie der englischen Sprache mächtig sind und haben von „War“ und „Talent“ gesprochen. Warum sind denn dann gerade die amerikanischen Hochschulen so erfolgreich in diesem sogenannten „War“ und „Talent“, wie Sie das bezeichnen?
Thüringen braucht Fachkräfte und die Ausbildung dieser Fachkräfte lassen sich die Thüringer Steuerzahler sehr viel Geld kosten, auch und besonders im Bereich der Hochschulen. 2018 wurden an den Thüringer Hochschulen im Schnitt 9.700 Euro je Student und Jahr an Grundmitteln ausgegeben, der Bundesdurchschnitt lag bei 7.300 Euro. Man kann es auch anders ausdrücken: Im Bundesvergleich ist die Hochschulausbildung in Thüringen besonders ineffizient.
Das Wissenschaftsministerium verfolgt offenbar den Weg, diese Kennzahl durch Aufnahme von mehr Studenten scheinbar zu verbessern. Dafür werden Mindestquoten für ausländische Studenten vorgeschrieben und finanzielle Hebel angesetzt. Klar, mehr Studenten bei annähernd gleichem Finanzeinsatz verringern automatisch die Kosten pro
Baden-Württemberg ist Thüringen um einige Jahre voraus. Studieninteressenten, insbesondere aus Asien, haben schon vor vielen Jahren erkannt, dass man in Karlsruhe eine wertvolle Ausbildung zum Schnäppchenpreis ergattern kann. Die Folge: Man steht als Dozent vor einem Publikum, das mehrheitlich sprachlich nicht in der Lage ist, selbst einfachen Erläuterungen zu folgen. Einfachste Wiederholungen fressen die Zeit, die für komplexe Inhalte vorgesehen sind. Die Lehrqualität und der Lehrerfolg leiden deutlich.
Ich frage mich immer wieder als Professor, in welcher Lotterie manche Ausländer ihr Deutschzertifikat gewonnen haben.
(Zwischenruf Abg. Wahl, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ich frage mich gerade, wie Sie Professor geworden sind!)
Ohne jemanden diskriminieren zu wollen: Es ist kein Geheimnis, dass sehr viele Chinesen auch nach mehrjährigem Aufenthalt in Deutschland nicht in der Lage sind, ein Fachgespräch zu führen, von mündlichen Prüfungen ganz zu schweigen.
Mit Auswendiglernen erreichen viele der Nicht-EUAusländer irgendwie ihren Abschluss und kehren dann sowieso in ihre Heimatländer zurück. Ich kann es auch deutschen Studenten nicht verdenken, dass sie sich weigern, in Lerngruppen mit ausländischen Studenten zusammenzuarbeiten,
denn sie werden dann regelmäßig als Deutschlehrer und Nachhilfelehrer missbraucht und gefährden ihren eigenen Lernfortschritt.
Diese Situation hat in Baden-Württemberg zu massiven Protesten der Hochschullehrer und der Studenten geführt. Die grün-schwarze Landesregierung sah sich deshalb genötigt, etwas zu tun, und hat die Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer eingeführt. Während Baden-Württemberg mittlerweile seine Fehler korrigiert und einen besseren Weg eingeschlagen hat, will Thüringen durch eine Mindestquote an ausländischen Studenten Probleme noch verschärfen. Nicht nur ich sehe das mit großer Sorge, denn die Lehrqualität leidet, wenn die Voraussetzungen der Studenten zu unterschiedlich sind. Damit leidet auch die Reputation Thüringer Hochschulabschlüsse. Noch hat ein Thüringer Hochschulabschluss einen hohen Wert. Lassen Sie uns diesen Wert schützen und für unseren Standort nutzen!
Dazu gehört auch, dass diese Hochschulausbildung für Interessenten aus dem Nicht-EU-Ausland einen messbaren monetären Preis bekommt. Vielen Dank.
Meine Damen und Herren, ich bitte jetzt um etwas Mäßigung hier im Raum. Herr Staatssekretär hat das Wort.
Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten, die AfD hat mit der Begründung dieses Gesetzes einen Popanz aufgebaut und will eine Lösung zur Bekämpfung dieses Popanzes vorschlagen. Es sind jetzt schon so viele Zahlen kritisiert worden. Ich habe das natürlich auch alles ausgearbeitet. Ich will das nicht wieder
holen, ich will nur eine Zahl wiederholen: Sie behaupten in Ihrem Antrag, dass die Ausbildung, die Kosten für einen ausländischen Studierenden 134.000 Euro betragen würden und für einen deutschen Studierenden 45.000 Euro. Ich habe tatsächlich mein Ministerium gebeten, diese Zahlen einmal zu verifizieren. Es gibt eine Hochschulstatistik in Thüringen, es gibt eine Hochschulfinanzstatistik. Nirgendwo konnte man diese Zahlen nachvollziehen. Und das, was Sie hier machen, ist, falsche Behauptungen aufzustellen, einen riesen Popanz aufzubauen und dann mit einem solchen Gesetz darauf zu reagieren.