Protokoll der Sitzung vom 02.02.2022

und für die hervorragende Arbeit, die auch unter dem Oberhof-Beauftragten Hartmut Schubert durchgeführt wurde, um überhaupt die Möglichkeit zu eröffnen, dass im nächsten Jahr die Weltmeisterschaften stattfinden können. Deshalb ein herzliches Dankeschön an Hartmut Schubert und sein Team und die Verantwortlichen in Oberhof, dass das überhaupt möglich ist.

(Beifall DIE LINKE, SPD)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, Thüringen ist und bleibt ein Sportland, Thüringen wird auch weiter ein Sportland bleiben, und Sport ist unweigerlich verbunden mit Tourismus. Der Regionalverbund Thüringer Wald, wenn Peggy Greiser zuhört, sie ist ja an der Spitze des Regionalverbunds Thüringer Wald, sie macht eine hervorragende Arbeit dafür, dass Thüringen als Sportland auch mit vermarktet wird über den Regionalverbund. Man muss ganz deutlich sagen, Sportland Thüringen ist aber nicht nur Wintersport, sondern ist auch Sommersport. Aber wenn wir heute zum Wintersport reden, dann muss man natürlich auch darüber reden, dass es ohne Nachwuchs keinen Leistungssport geben kann. Deshalb bin ich dankbar, dass darüber gesprochen wurde. Wir müssen die Nachwuchsleistungszentren stärken, wir müssen die Sportanlagen der Nachwuchsleistungszentren stärken, wir müssen die Erneuerungen dort vornehmen und sie auf dem höchsten Stand lassen, damit wir überhaupt die entsprechenden Trainingsmöglichkeiten haben, um Olympiasiegerinnen und Olympiasieger hervorbringen zu können.

(Beifall DIE LINKE)

Dafür tut der Freistaat Thüringen sehr viel und wird auch zukünftig sehr viel tun – und ich sage es jetzt an dieser Stelle –, auch für die Nachwuchsleistungsarbeit am Standort Brotterode.

Dann komme ich auch auf diesen Punkt, nämlich die Schanze in Brotterode. Liebe Kolleginnen und Kollegen, vielleicht weiß es niemand, aber hier wurde gesagt, der Bund fördert erheblich mit – das hat Kollege König gesagt – in Leistungszentren. Der Bund fördert aber grundsätzlich nur mit, wenn dort Trainings stattfinden. Der Bund fördert grundsätzlich nicht mit, wenn es nur eine Eventanlage ist, und Brotterode ist nun mal nur eine Eventanlage,

(Abg. Dr. König)

und da fördert der Bund nun mal grundsätzlich nicht mit. Das heißt also, es müsste aus unseren Mitteln heraus bestritten werden. Es ist sehr schwierig, für nur einmal im Jahr einen COC-Cup dort durchzuführen – das Engagement der Brotteröder ist dort sicherlich sehr hoch, aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Notwendigkeit, diese Schanze tatsächlich auch nach vorn zu bringen und zu sanieren, ist nicht gegeben aus meiner Sicht, aus sportfachlicher Sicht nicht gegeben, da wir wirklich in Oberhof die besten Möglichkeiten haben. Das beste Beispiel dafür ist, dass die FIS in Oberhof den Weltcup der Frauen vom 11. bis 13. März in diesem Jahr durchführen wird, also werden sie auch zukünftig auf Oberhof zurückgreifen.

Es ist auch aus meiner Sicht heraus aus finanziellen Gründen nicht möglich. Kollege König, Sie sind mit mir seit mehreren Jahren in der Arbeitsgruppe Sportstättenförderung. Wir wissen – Sie haben es angesprochen –, welche Dinge dort anstehen. Wir haben die Schwierigkeiten, dass wir insgesamt in diesem Jahr – im Jahr 22 – 130 Anmeldungen für Sportstätten haben, die einer dringenden Sanierung bedürfen. Das sind 70 Gemeinden und Landkreise und 60 Sportvereine. Der Bedarf liegt bei 37,3 Millionen Euro. Derzeitig sind 23 Millionen Euro eingestellt, es könnten 27 Millionen Euro werden nach der Haushaltsverabschiedung, was ich sehr begrüße. Es gibt mittlerweile Kreise, die gar nicht mehr anmelden: Gotha, Gera, Jena, Suhl, Weimar. Da gibt es gar keine Anmeldung für Sanierung, weil sie gar keine Hoffnungen mehr haben. Wem von den Angemeldeten, die derzeitig nicht in den Genuss gekommen sind, will ich erklären, dass wir für eine Schanze 3 Millionen Euro ausgeben, um sie zu sanieren, wenn wir die Sportanlagen, die dringend notwendig sind, in den Kommunen nicht sanieren können, weil wir das Geld dafür nicht haben, sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen?

(Beifall DIE LINKE)

Das kann ich niemandem erklären, niemandem. Wenn es denn so wäre, dass der damalige Bundesinnenminister Seehofer einen goldenen Plan Ost angesagt hat und die neue Bundesregierung einen zweiten Plan Ost auflegen würde, dann könnten wir darüber sicherlich reden, ob da noch solche Möglichkeiten genutzt werden können.

Kollege, Ihre Redezeit.

Zum derzeitigen Zeitpunkt sehe ich sowohl aus sportfachlicher Sicht als auch aus finanzieller Sicht

keine Möglichkeit, die Schanze in Brotterode zu sanieren. Danke.

(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN)

Vielen Dank, Herr Korschewsky. Für die SPD hat sich Frau Dr. Klisch zu Wort gemeldet.

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Landtagspräsident, es ist immer schwierig, wenn ganz viele schon geredet haben, quasi nicht noch mal dasselbe zu sagen. Prinzipiell natürlich: Olympia steht am Freitag ins Haus, die Fackelläufe haben bereits begonnen. Wir sind, glaube ich, alle stolz darauf, dass wir 17 Leistungssportler aus Thüringen, aus unserem Wintersportland dort haben, die uns dort vertreten werden. Ich bin mir sicher, dass die alles geben, damit sie ihre beste Leistung aus sich rausholen, dass sie über ein kleines bisschen Glück vielleicht sogar Medaillen nach Thüringen bringen und wir alle mit ihnen fiebern können und stolz auf sie sein werden.

Aber dieser Weg dorthin, den diese Leistungssportler gegangen sind, ist ein sehr, sehr langer Weg. Das hört sich immer so leicht an, aber letztendlich sind diese Menschen, Männer und Frauen, einen Weg von ihrer Kindheit an gegangen. Sie waren oft ganz jung, bevor sie sich wirklich bewusst entschieden haben, einen Sport zu machen. Sie haben wahrscheinlich reingeschnuppert vor Ort in ihren Sport, sie haben Dinge ausprobiert, irgendwann hat es ihnen gefallen, die Eltern haben sie auch immer wieder hingebracht, weil das ist ja mit kleinen Kindern am Anfang immer sehr schwierig. Und irgendwann sind sie dabei geblieben.

Knut Korschewsky und – ich glaube – auch andere Vorredner sagten das gerade: Es braucht letztendlich für einen guten Leistungssport eine breite Basis, es braucht Vielfalt. Und nur aus der Vielfalt heraus können wir natürlich auch Diamanten entdecken, die dann geschliffen werden und die dann irgendwann mit 20, 30 Jahren eben auch diese Leistungen bringen, auf die wir alle so stolz sind.

Vielleicht noch eine Anmerkung zur Vorrede: Ja, Leistungssport und die dazugehörigen Wettkämpfe – wir haben leider noch nie Olympia in unserem Bundesland gehabt, aber wir haben andere tolle internationale Wettkämpfe, Oberhof wurde gerade genannt. Wir freuen uns alle auf das nächste Jahr, was ja Hartmut Schubert auch intensiv vonseiten der Regierung mit den Oberhofern vorbereitet. Wir

(Abg. Korschewsky)

hoffen da auf den Biathlon und auf die Rodelweltmeisterschaft. Das sind natürlich Tourismusmagneten. Deshalb ist es hier natürlich ein Einfaches, jetzt nur über Sport zu reden, 1 Milliarde Investitionsdruck in den Sportstätten – Knut, da ist natürlich das Geld, was wir jetzt in diesen Haushalt tun, auch wenn wir aufgestockt haben, 4 Millionen noch mal drauf, das ist zu wenig, keine Frage. Aber, das wurde auch gesagt, solche Wettkämpfe sind letztendlich Magneten, sie locken die Menschen an, sie sind Tourismushighlights.

Da sind wir natürlich beim Thüringer Wald als Wintersportregion. Das ist eben nicht nur Oberhof. Ruhla wurde vorhin vermisst. Gerade bei den Skispringern geht es um Ruhla, um Lauscha und natürlich um Brotterode – es geht um viele andere Orte, die eine lange Tradition haben.

Deswegen lassen Sie mich jetzt noch mal kurz zu Brotterode kommen. Wir als SPD sind auch im Club der 100-Jährigen, Brotterode ist es auch, Brotterode hat nämlich seit 117 Jahren seine Inselbergschanze in Brotterode. Dort ist nicht nur Winterspringen oder Skispringen Tradition, sondern es ist auch Innovation in Brotterode. Dort wurde zum Beispiel das Mattenspringen erfunden, ich weiß nicht, ob Sie das wissen, dass man auch im Sommer springen kann, dass man also eine Schanze immer nutzen kann.

Die Wettkämpfe sind legendär, nicht nur wegen den berühmten Skispringern Sven Hannawald oder Karl Geiger, sondern auch, weil dort immer ganz, ganz viele Zuschauer sind, weil da eine extrem herzliche Atmosphäre ist. Die Ehrenämtler, Hunderte davon leisten da extrem gute organisatorische Arbeit. Ich glaube, nicht zuletzt deswegen hat sich die FIS entschlossen, obwohl sie sehr, sehr harte Kriterien für internationale Wettkämpfe hat, eine Ausnahmeregelung zu erlassen, sodass in Brotterode weiter, auch dieses Jahr, ein internationaler Wettkampf stattfinden kann. Aber die Ausnahme ist natürlich nicht die Regel, und natürlich müssen wir deswegen heute und auch hier oder auch noch mal an anderer Stelle darüber reden, ob wir nicht im Sinne unserer Tradition als Wintersportland politisch ein Zeichen setzen wollen – und es geht heute um den Wintersport –, im Sinne der Tradition, dass wir uns dazu bekennen und sagen, wir brauchen Nachwuchs, wir brauchen aber auch Orte, die leuchten, und wenn wir es natürlich mit Tourismus verbinden, und da sind wir auch beim Geld – es geht ja auch um Investitionen aus dem Tourismusministerium –, dann sollten wir zumindest den Dialog suchen. Deswegen sind wir als SPD der Meinung, es braucht wirklich noch mal einen konstruktiven Dialog zwischen Landesregierung, zwischen

Wintersportvereinen, Stadt- und Landkreisen, damit diese Tradition nicht einfach so beendet wird. Wir als SPD sind dazu bereit. Wir hätten uns gefreut, wenn all die anderen Fraktionen wie FDP oder CDU im Rahmen der Haushaltsdebatte, vielleicht auch konkret für Brotterode, einen Antrag gestellt hätten in Sachen Haushalt. Nicht nur allgemeiner Aufwuchs, sondern konkret für die Schanze, aber letztendlich ist ja nicht immer alles in Stein gemeißelt. Also deshalb meine Bitte, lassen Sie uns auch noch mal reden. Es ist ein richtiger, wichtiger Schritt, dass wir schon aufgestockt haben, deshalb – auch CDU und Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und wir als SPD – hoffe ich, dass wir diesen Haushalt auch so verabschiedet bekommen und nicht nur darüber reden, sondern es dann auch wirklich umgesetzt bekommen. In diesem Sinne, lassen Sie es uns anpacken und Sport frei. Danke.

(Beifall SPD)

Vielen Dank, Frau Dr. Klisch. Für die AfD-Fraktion hat sich Abgeordneter Sesselmann zu Wort gemeldet.

Sehr geehrte Damen und Herren, Herr Präsident! Es wurde bereits viel Wichtiges gesagt, und eines – das möchte ich hier auch noch mal herausstellen – ist die Tätigkeit der vielen Ehrenamtlichen im Wintersportbereich. Das geht über den Thüringer Wald hinaus bis in die Flachländer hinein, wo man letzten Endes auch mithilft, die Eisbahn zu präparieren, wo man mithilft, Loipen zu präparieren, und das natürlich vielfach auf ehrenamtlicher Basis, und diesen Ehrenamtlern gebührt zunächst mal hier unser Dank.

(Beifall AfD)

Meine Damen und Herren, ich habe früher auch mal Leistungssport gemacht, bin auch nach Oberhof an die KJS delegiert worden, deswegen bin ich auch von meiner Fraktion hier als Redner vorgeschlagen worden. Oberhof ist in der Tat ein wichtiges Zentrum, hat damals eine zentrale Bedeutung gehabt, neben den Zentren Klingenthal, Oberwiesenthal und, nicht zu vergessen, auch Altenberg. Die Skiorte hier in Thüringen, Schmiedefeld, Suhl, Zella-Mehlis, Ruhla – das ist ja schon alles gesagt worden –, Neuhaus am Rennweg, Ilmenau, Brotterode, Schmalkalden und die vielen anderen, spielten im ehemaligen Bezirk Suhl dabei eine herausragende Rolle. Viele Ausnahmeathleten im Rennschlitten, Bobsport und Skeleton, Skisprung, Skilanglauf, Biathlon haben Thüringen in

(Abg. Dr. Klisch)

der Weltspitze bekanntgemacht und würdig vertreten. Dabei konnte das Land Thüringen anfänglich noch auf hervorragend ausgebildete Stützpunkttrainer bauen. Das wurde vorhin angesprochen, das lief zu Zeiten der DDR etwas besser. Nach der Wende – und das ist leider der Fall – sind in vielen Stützpunktzentren die Lichter ausgegangen. Die Förderung durch die heimischen Betriebe und Betriebsteile kam zum Erliegen, da diese natürlich meist über die Treuhand geschlossen wurden oder selbst um das Überleben kämpfen mussten und keine finanziellen Möglichkeiten hatten, den Sport zu unterstützen. Aber allgemein ist hier auch schon von Herrn Kemmerich angesprochen worden, dass es um die Verknüpfung geht, Wintersport zu stärken und zu fördern, das heißt, natürlich auch einiges dafür zu tun, dass das Marketing funktioniert. Hier ist es so, dass, wenn man mal im Internet nachschaut, man auf eine Seite oder auf zwei Seiten stößt. Das ist einmal Rennsteig.de und Thueringen.info von einem Herrn Henry Czauderna, der das hier in Eigeninitiative betreibt, und dafür müssen wir Dank sagen. Hier sind offenbar Privatinitiativen besser organisiert, als das seitens der Landesregierung betrieben wird. Wenn wir uns die Zahlen anschauen, also in Zahlen ausgedrückt, betreiben zwei Drittel der sportlich aktiven Deutschen ab einem Alter von 13 Jahren Wintersport. Das heißt, es sind 27,7 Millionen Menschen. Das ist ein Umsatz von 16,4 Milliarden Euro im Jahr. Damit ist das Skifahren mit Abstand die wirtschaftlich bedeutsamste Sportart in Deutschland, von der auch Thüringen viel besser profitieren könnte. Derzeit liegt aber Thüringen nach der Nationalen Grundlagenstudie Wintersport Deutschland 2018 auf den letzten Rängen. Der Harz und das Erzgebirge schneiden hier im Ranking der Wintersportziele bedeutend besser ab.

Aber alle Mittelgebirgslagen haben damit zu kämpfen, dass in den vorangegangenen Wintern die Schneesicherheit neben den Corona-Beschränkungen das größte Problem darstellt. 2020, 2021 und 2022 ist aufgrund der COVID-Maßnahmen der Wintertourismus nahezu völlig zum Erliegen gekommen. Noch so einen Winter ohne viel Betrieb kann die Branche nicht verkraften. So sehr auch wir uns über olympische Medaillen Thüringer Wintersportler freuen, so sehr dürfen wir bei aller Bedeutung des Spitzensports den Breitensport nicht aus den Augen verlieren. Und natürlich müssen wir an Anreize für alle Ehrenamtler denken, die Loipen spuren und sich um die Beschilderung in den Wäldern kümmern. Das sollten wir, denke ich, nicht aus den Augen verlieren.

Doch wie wird es weitergehen? Die Prognosen für die nächsten Jahre sehen weniger rosig aus. Ex

perten sind sich einig, dass Skifahren bereits in den kommenden 30 Jahren unterhalb von 800 Metern eher zur seltenen Ausnahme werden wird. Schon jetzt ist eine Skisaison ohne Schneekanonen kaum noch denkbar. Bei den immer weiter steigenden Strompreisen kann der Betrieb solcher stromfressenden Schneekanonen privatwirtschaftlich nicht gestemmt werden. Diese Kosten aus steuerfinanzierten Fördertöpfen zu nehmen, wäre Frevel.

Meine Damen und Herren, ich komme zum Schluss. Allein auf Schneetourismus können wir also nicht mehr setzen. Es müssen Sommerattraktionen in den Wintersportorten implementiert werden, damit eine ganzjährige touristische Auslastung dort gewährleistet werden kann. Dahin gehende Konzepte werden wir als AfD-Fraktion gern unterstützen. Vielen Dank.

(Beifall AfD)

Vielen Dank, Herr Sesselmann. Jetzt habe ich aus den Reihen der Abgeordneten keine Wortmeldungen mehr. Herr Minister Holter, bitte.

Herr Präsident, meine Damen und Herren, die Spannung steigt, die Kolleginnen und Kollegen Abgeordneten haben darüber gesprochen: Übermorgen, am Freitag, beginnen die Olympischen Winterspiele in Peking. Der Ministerpräsident und ich haben letzte Woche unsere Teilnehmenden an diesen Winterspielen verabschiedet.

In dem Zusammenhang, lieber Herr König, hat der Ministerpräsident Bodo Ramelow auch über das Thüringer Haus gesprochen. Ich will Ihnen deutlich sagen: Es ist nicht die Verantwortung Thüringens, auch nicht des Ministerpräsidenten, auch nicht dieser Landesregierung, dass es das Thüringer Haus bei den Olympischen Spielen nicht mehr gibt, sondern das sind Entscheidungen gewesen, die auf anderer Ebene getroffen wurden. Wir würden das Thüringer Haus liebend gern – Bodo, das darf ich sagen – wieder bei den Olympischen Spielen installieren und genau das feiern, was Sie eingefordert haben; da sind wir inhaltlich gar nicht auseinander. Das nur zur Klarstellung.

Wir alle haben die Daumen schon fest gedrückt, damit unsere Teilnehmenden, die Männer und Frauen, die dort sind, beste Leistungen bringen und viele Medaillen nach Hause, hier nach Thüringen mitbringen. Ich denke, da werden wir auch gute Ergebnisse zeigen. Die Olympiade findet unter besonderen Bedingungen statt, das sehe ich genau

(Abg. Sesselmann)

so. Das sind besondere Herausforderungen – nicht nur durch die Corona-Bedingungen, sondern auch durch die politischen Bedingungen, mit denen sich die Sportlerinnen und Sportler auseinandersetzen müssen.

Redet man über Thüringen, kommt man auf Wintersport. Ganz klar. Das gehört zusammen, das ist auch gut so. Daran hat niemand Zweifel. Redet man über den Wintersport in Thüringen, kommt man auf Oberhof. Das ist auch logisch. Darüber haben Sie alle gesprochen. Oberhof ist nun mal das Zentrum des Wintersports in Thüringen. Und wie war es? Bis 1989 waren dort auf kleinstem Raum praktisch alle Angebote für Wintersportarten zu finden. Fast alle. Direkt vor Ort wurden die Athletinnen und Athleten trainiert. Es war nur konsequent, dass hier nach der Wende, nach der Wiedervereinigung Bundesstützpunkte etabliert wurden. Die Bundesstützpunkte, das kennen Sie, sind die Art der Förderung, die über den Bund erfolgt. Hier gibt es neben den Olympiastützpunkten genau die Unterstützung, auf die Knut Korschewsky eingegangen ist. Das will ich hier im Einzelnen nicht weiter ausführen. Wir haben an drei Standorten in Thüringen sechs solcher Bundesstützpunkte. Das zentrale Anliegen der Bundesförderung ist es, Spitzenathletinnen und -athleten erstklassige Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. Es gibt eine klare Arbeitsteilung zwischen Bund und Ländern, was die Sportförderung betrifft. Es gibt die Zuständigkeiten, und der Bund ist nun mal zuständig für die Förderung von Olympia-, Perspektiv- und Nachwuchskadern – NK 1 werden die genannt. Und die Länder, damit auch Thüringen, haben die Zuständigkeit für die Unterstützung des Nachwuchsbereichs, also bei der Entwicklung von Nachwuchskadern NK 2 und der Landeskader. Darauf ist dann auch die finanzielle Unterstützung ganz konkret abgestellt und da gibt es auch klare Abstimmungen und Verhandlungen zwischen Bund und Ländern, wie das im Einzelnen zu erfolgen hat.

Zu diesem Zweck können grundsätzlich alle im Landessportbund Thüringen organisierten Sportfachverbände eine Förderung für die leistungssportliche Entwicklung erhalten. Die qualitative und die quantitative Umsetzung der Förderung muss sich jedoch allein am Kriterium „Erfolgsperspektive“ im Hinblick auf die internationale Konkurrenzfähigkeit ausrichten. Das haben wir in der Sportministerkonferenz übrigens mit Horst Seehofer als Bundessportminister diskutiert, ob das genau der richtige Ansatz ist. Aber der Bund hat genau diese Entscheidung getroffen.

Natürlich gibt es darüber hinaus die regionale Sportförderung. Es ist ganz klar, dass auch hier ei

ne umfassende und anspruchsgerechte Förderung von Sportfachverbänden nur für ausgewählte Sportarten gewährleistet werden kann. Um für derzeit international erfolgreiche Sportler in Thüringen die notwendigen finanziellen, personellen und materiell-technischen Bedingungen zu schaffen, ist aus Finanzgründen eine Bündelung und Konzentration der Kräfte und Mittel notwendig und unumgänglich.

Nun sind die Standorte Brotterode, Lauscha und Ruhla genannt worden und noch viele, viele andere mehr. Natürlich gehören die alle zu dem Wintersportland Thüringen. Selbstverständlich, sie haben klangvolle Namen und sie haben auch lange Traditionen, die auch niemand in Abrede stellen will. Im Rahmen der leistungssportlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind die Standorte in Verbindung mit den Vereinen der jeweiligen Region Leistungszentren der Sportfachverbände geworden, und diese werden landesseitig unterstützt und gefördert. Hier erfolgt die Nachwuchsförderung vor Ort und vornehmlich im Ehrenamt. Sie alle haben über ehrenamtliches Engagement gesprochen. Also auch meinerseits herzlichen Dank für dieses Engagement.

(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN)

Das Ziel ist, talentierte Kinder und Jugendliche für eine leistungssportliche Laufbahn zu befähigen, sie erst mal zu finden und dann zu befähigen und sie auch zu motivieren, genau diesen Weg zu gehen, über den Sie als sportpolitische Sprecherinnen und Sprecher gesprochen haben. Wir alle kennen dieses Stichwort „Förderung von der Breite in die Spitze“. Darin sind wir uns auch alle einig: Haben wir keine Breite, dann werden wir die Spitze auch nie erreichen. Deswegen ist es wichtig, auch die erwähnten notwendigen Strukturen vorzuhalten und die Sportanlage natürlich so zu ertüchtigen, dass diese Nachwuchsförderung, gerade der Kinder und Jugendlichen, möglich ist.