Karin Markus

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Herr Präsident, meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Kollege Knäpper hat das so deutlich ausgeführt, dazu kann man fast nichts mehr sagen, aber ich will jetzt meine Worte trotzdem noch vortragen.
Wer kann gegen die Förderung der freiwilligen Feuerwehr sein? Natürlich keiner! 23 freiwillige Feuer
wehren in Bremen und Bremerhaven nehmen mit viel Engagement und großer Zuverlässigkeit eine unschätzbare gesellschaftliche Aufgabe wahr zum Wohle und zur Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger, staatliche Aufgaben und Dienste, geleistet von vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern in unseren Feuerwehren.
Da sich auch bei der freiwilligen Feuerwehr ein Rückgang der Teilnahme von bürgerlichem Engagement nicht leugnen lässt, ist hier natürlich wie in allen Bereichen, wo ehrenamtlich gearbeitet wird, die Unterstützung der Politik gefordert. Vier Punkte fordern wir in unserer Drucksache, die müssen wir uneingeschränkt bejahen und bei denen wir mit Nachdruck den Senat auffordern, die Freiwilligen und die Ehrenamtlichen in der Feuerwehr zu unterstützen und ihnen eine große Beachtung zukommen zu lassen.
Jetzt komme ich eigentlich zu dem Punkt, der für alle Ehrenamtlichen, alle Freiwilligen wichtig ist: Die Beachtung und die Wertschätzung, ernst genommen zu werden im Engagement, sind nun einmal für alle der Motor, sich im Gemeinwohl zu engagieren und einen freiwilligen Beitrag zu leisten. So ist es natürlich auch hier bei der Feuerwehr, und wenn sie in ihrer Arbeit unterstützt werden, wahrgenommen werden, sind sie umso engagierter dabei. Sie brauchen die aktive Unterstützung im Brandschutz, im Katastrophenschutz und natürlich auch im Aufbau der Organisationen und Strukturen. Kollege Knäpper hat es schon gesagt, es hat sich hier schon einiges verändert. Natürlich gehören dort auch die Schulungen dazu und die intensive Öffentlichkeitsarbeit.
Wenn ich jetzt, sage ich einmal in Anführungsstrichen, nur über die originäre Arbeit der freiwilligen Feuerwehr gesprochen habe, so findet doch sehr viel mehr in dieser Gemeinschaft statt, hier findet gesellschaftliches Leben statt. Da werden die Kinder mit einbezogen, die Frauen, Familien, die Gemeinschaften entstehen, Freundschaften entstehen, man hilft sich, unterstützt sich, man trifft sich, man klönt zusammen, alles Dinge, die passieren, weil man etwas Gemeinsames macht, weil man ein gemeinsames Ziel hat, weil man auch zusammen Spaß hat, weil es anerkannt wird, etwas, das in allen ehrenamtlichen Gemeinschaften erkennbar und wichtig ist!
Zu dem Stichwort Spaß würde ich gern zum Schluss noch etwas sagen. Ich bin jetzt auch heute hier das letzte Mal, und ich möchte mich bei Ihnen bedanken. Es hat mir hier Spaß gemacht, ich habe viel Wertschätzung erfahren. Wir sehen uns immer wieder auf dem Marktplatz, ich mache weiter im Beirat Vahr, ich denke, da werden wir uns irgendwo begegnen, und so ist es eben!
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Endlich! Ich füge noch etwas flapsig hinzu: Nach über 30 Jahren politischer Tätigkeit darf ich heute nun zu diesem Thema sprechen und würde noch das aufgreifen, was der Kollege Grotheer gesagt hat, manche Dinge dauern eben sehr lange.
Das erst einmal generell und nachher zur Polizei! Im Augenblick hat das Thema Hochkonjunktur. Zurzeit dreht sich alles um das Thema Kinder und Familie in all seinen Ausformungen, wir sprechen über das Elterngeld, selbst Väter sollen die Möglichkeit haben, zu Hause bleiben zu können und sich die Zeit mit der Mutter zu teilen. Wir sprechen über den demographischen Wandel, wir sprechen aber auch über gut ausgebildete Frauen, die keine Kinder bekommen wollen. Medien, Politik und Wissenschaft beschäftigen sich mit diesem Thema. Ich freue mich sehr,
denn ich hoffe und wünsche mir, dass durch diese öffentliche Debatte endlich das gesellschaftliche Bewusstsein sich ändern wird und dass Eltern endlich die politische und gesellschaftliche Unterstützung haben werden, Familie und Beruf zu vereinbaren, wenn sie denn den Wunsch haben.
Aber Begeisterung und Absichtserklärungen allein nützen nichts. Der Präsident des Senats hat gesagt, ich zitiere: „Mut und Unternehmergeist brauchen die Unternehmer, um hier etwas voranzutreiben.“ Die Ortspolizei in Bremerhaven hat das auch schon gemacht, und sie ist auch auditiert und zertifiziert worden.
Was steckt nun hinter dieser Überschrift? Ich will das ganz kurz mit wenigen Worten erklären und auf den Punkt bringen. Das Verbundprojekt Beruf und Familie verfolgt das Ziel, bei Unternehmen über betriebliche Möglichkeiten der Verbesserung die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich zu machen. So hat zum Beispiel das AWI in Bremerhaven über diesen Weg eine Kinderbetreuungsgruppe einrichten können. Die Ortspolizei in Bremerhaven hat in den Ferien eine Kinderbetreuung organisiert.
Aber jetzt komme ich zur Bremer Polizei! Sie hat sich 2005 auf den Weg gemacht, um sich auditieren beziehungsweise zertifizieren zu lassen. Unter diesem Blickwinkel wollen wir uns die Mitteilung des Senats einmal ansehen. Richtig und positiv zu bewerten ist es, dass sich seit 1987 der Frauenanteil durch die veränderte Einstellungspraxis über 50 Prozent erhöht hat und somit die Chance für Frauen, bei der Bremer Polizei eine attraktive, qualifizierte Laufbahn einzuschlagen, gewachsen ist.
Die Frauen und Männer, so habe ich den Personalrat und die Frauenbeauftragte der Bremer Polizei verstanden, unterstützen dieses Auditierungsverfahren. Wenn man aber die Antwort des Senats liest und sich die Textpassagen anschaut, merkt man sehr wohl den guten Willen, der dahinter steckt, etwas für die Familien und die Frauen bei der Bremer Polizei zu tun, nur sind die Äußerungen und Formulierungen alle sehr vage, hinhaltend und unverbindlich. Wenn auch die Handlungsfelder, die im Auditierungsverfahren abgearbeitet werden müssen, benannt werden, so fehlt doch der gesamte Handlungsablauf, der zum Ziel führt. Man findet darüber keine Aussagen, ob zum Beispiel schon Vorbereitungsgespräche stattgefunden haben, es fehlen die Workshops, die aufgezählt werden. Gab es sie überhaupt schon?
Es fehlen Zielformulierungen, die dazu beitragen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Kurz, der ganze normierte Ablauf zur Auditierung wurde in dieser Antwort verschwiegen!
Wir fragen uns: Kann man daraus vielleicht schließen, dass die Bremer Polizei noch gar nicht begonnen hat, obgleich sie sich schon 2005 zum Auditierungsverfahren angemeldet hat? Ist es vielleicht nur eine Absichtserklärung, oder ist das alles nur eine Alibiveranstaltung bei der Bremer Polizei, weil es ja auch das Image hebt? Gern hätte ich auch die Antwort über die Haltung der Kolleginnen und Kollegen gehabt. Gut, ich habe ja vorhin gesagt, dass ich mit dem Personalrat und der Frauenbeauftragten gesprochen habe, sie sind damit einverstanden, aber wurde das Thema je auf Personalversammlungen besprochen oder diskutiert? Nichts geht aus dem Papier hervor!
Noch ganz wichtig ist, was denn die Führungskräfte sagen, unterstützen sie den Prozess, und wie sind die Auswirkungen perspektivisch gesehen? Da kommt doch auch einiges auf die Polizei zu. Ich meine, es hätte dem Projekt sehr gut getan, wenn die Führungskräfte richtig formuliert hätten, das wollen wir, und das unterstützen wir, und auch ihre Führungsverantwortung übernommen hätten und wir das auch gelesen hätten.
Aber leider sind die Aussagen hierzu viel zu vage und zu schwammig. Das alles hat so etwas Wohlwollendes und Unverbindliches. Die Frage, was denn nach der Zertifizierung passiert, ist total offen, denn jedes Jahr muss ja ein Zertifikat, wenn man es denn hat, wieder überprüft werden. Man muss es weiterentwickeln, man muss sich immer wieder dem Prozess stellen. Auch hier finden wir nichts.
Fragen über Fragen! Vielleicht erhalten wir gleich Antworten und die Zusicherung vom Senator, dass sich hier etwas getan hat oder tun wird. – Ich bedanke mich!