Karin Eggers
Sitzungen
Letzte Beiträge
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Frau Brinkmann, ich habe diese Veranstaltung im November nicht abgesagt, weil ich meine, es würde ausreichen, wenn Herr Staatsrat Wersich daran teilnimmt, sondern wir hatten eine Sondersitzung, bei der alle anwesend sein sollten. Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Staatsrat alleine ausreicht.
Meine Damen und Herren! Auch in Hamburg leiden immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen, die sich chronisch und schwer beeinträchtigend manifestieren. Ich weiß um die schwierige Arbeit der an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Ärzte, Schwestern und Pfleger und möchte an dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an sie weitergeben.
Das psychiatrische Hilfesystem hat sich in Hamburg zu einem differenzierten Angebot entwickelt. Im stationären Bereich verfügen wir in Hamburg für Erwachsene in über acht Krankenhäusern über 1200 Betten. Dazu kommen noch 386 teilstationäre Plätze. In fünf Krankenhäusern stehen für Kinder- und Jugendpsychiatrie 110 Betten und 35 teilstationäre Plätze zur Verfügung. Im ambulanten Bereich arbeiten rund 740 psychologische Psychotherapeuten und über 320 psychiatrische psychotherapeutische Fachärzte.
Auf dieses Versorgungsangebot in Hamburg dürfen wir alle mit Recht stolz sein.
Trotz vieler Erfolge in diesem Bereich konnte die gesellschaftliche Ausgrenzung psychisch Kranker und ihrer Angehörigen noch nicht vollständig überwunden werden.
Die CDU-Fraktion sieht dieses Problem und ist sich der damit verbundenen weiteren Aufgaben bewusst.
Es wird beklagt, dass besonders für Menschen mit einem komplexen Hilfebedarf von Hamburger Einrichtungen nicht ausreichend personenzentrierte Angebote für die außerklinische Versorgung und zur Rehabilitation zur Verfügung stehen.
In dieser Einschätzung sind wir uns alle einig.
Psychisch erkrankte Hamburgerinnen und Hamburger sollten darin unterstützt werden, nahe ihrer bisherigen Lebenswelt eine für sie spezifische und krankheitsgerechte Wohnform zu finden. Diesen Willen bekunden wir mit unserem Antrag.
Aber so einfach, wie Sie es sich, liebe Kolleginnen und Kollegen der SPD, mit Ihrem Antrag machen wollen, geht es nicht. Sie fordern, alle gegen ihren Willen in außerklinischen Einrichtungen außerhalb Hamburgs untergebrachte psychisch Kranke und seelisch Behinderte nach Hamburg zurückzuholen.
Es werden dafür aber entsprechende bedarfsgerechte und für verschiedene Krankheitsbilder differenzierte Einrichtungsangebote benötigt.
In diesem Zusammenhang begrüßt die CDU-Fraktion die bereits laufenden Gespräche des Senats mit Trägereinrichtungen. Wir sind nicht untätig.
Melden Sie sich bitte anschließend, im Moment bin ich dran.
Frau Husen, auch Sie sind erst anschließend dran.
Der Senat ist mit den Trägern in Gesprächen, vorhandene Einrichtungen in Hamburg zu erweitern und auch für weitere Patienten zu öffnen. Insbesondere sollen hochschwellige Angebote dabei ausgebaut werden.
Mit dem Landesverband Hamburg e. V. Angehörige psychisch Kranker wurde vereinbart, bis dahin in akuten Einzelfällen von Erkrankten, die nach Hamburg zurückwollen, gemeinsam nach Lösungen und Perspektiven zu suchen. Der Landesverband wurde gebeten, eine diesbezügliche Liste betroffener Patienten zusammenzustellen.
Meines Wissens ist bis heute vom Angehörigenverband kein Patient gemeldet worden.
Da der Senat bereits Maßnahmen eingeleitet hat, sehen wir weder für den Antrag der SPD noch für eine Überweisung an den Ausschuss eine Notwendigkeit.
In dem Anliegen, liebe Kolleginnen und Kollegen, besteht Einigkeit. Daher bitte ich Sie alle, den Senat durch den Antrag der CDU in seinem Engagement für die psychisch Kranken und deren Angehörige zu unterstützen. – Vielen Dank.