Alexandra Dinges-Dierig

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19/12 19/31

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Herr Präsident, meine Damen und Herren! Ich glaube, Sie alle
stimmen mit mir darin überein, dass wir dasselbe Ziel mit unserer Universität verfolgen. Wir wollen in Hamburg mehr Exzellenz haben.
Und wo stehen wir heute? Diejenigen, die schon länger die Universitätsrankings in Deutschland verfolgen, müssten gesehen haben, dass Hamburg in den Vergleichsuntersuchungen der letzten Jahre immer wieder auf bitteren hinteren Plätzen gelandet ist.
Diesem Zwiespalt zwischen Ziel und dem heutigen Zustand der Universität bezüglich Forschung und Lehre gilt es energisch entgegenzusteuern. Eines, lieber Herr Kühn, geht mit Sicherheit nicht. Sie haben eben gesagt, die Präsidentin sei nicht in der Lage, das Erbe so weiterzuführen, wie sie es übernommen hat, so ähnlich waren Ihre Worte. Das war und ist auch nicht ihre Aufgabe. Ich bin fest davon überzeugt, es geht nicht nach dem Motto weiter so.
So kann es nicht weitergehen und deshalb müssen an der Universität strikte Änderungen vorgenommen werden, was allerdings sehr schwierig ist. Wenn wir schon im Ranking so weit hinten liegen, frage ich Sie allen Ernstes: Welche Professoren nehmen einen Ruf an eine Universität mit einer solchen Ausgangssituation an?
Bei der Ausstattung und dem Rankingergebnis werden wir keine Bewerbungen bekommen; deshalb müssen wir alle – und dazu zählen ebenso wie der Senat auch wir in der Bürgerschaft und alle anderen Beteiligten, allen voran die Beteiligten an der Universität – bei dieser schwierigen Ausgangssituation dazu beitragen, die, zwar nicht gerade Krise,
aber doch massiven Kommunikationsstörungen zu beseitigen. Ich glaube aber, dass das nicht einfach mit basisdemokratischen Abstimmungen umzusetzen ist, das wäre viel zu kurz gesprungen, sondern dass auch schwierige Entscheidungen zu treffen sind. Der ganze Prozess wird dadurch erschwert, dass die Umstellung der Bachelor/Master-Systeme in Deutschland zeitgleich kommt. Das alles macht das Miteinander an der Universität so schwierig.
Ich bin froh, dass inzwischen die Beteiligten an der Universität aufeinander zugegangen sind, und ich bin fest davon überzeugt, dass sie es schaffen, ei
ne tragfähige Lösung zu finden, eine interne Kommunikation, die dieser Universität wirklich eine Zukunft gibt. Ich appelliere weiterhin an alle Beteiligten, sich zusammenzusetzen und für die Exzellenz an unserer Hamburger Universität zu kämpfen. – Danke schön.
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Frau Heyenn, Sie warfen uns Ideologie vor. Ich kann Ihnen sagen, was Ideologie ist. Ideologie ist, wenn Sie behaupten, dass sich die Quote der Hochschulabsolventen dann verringern würde, wenn wir Gebühren einführen.
Das ist in meinen Augen Ideologie pur.
Noch eine Anmerkung zu Ihnen, Frau Stapelfeldt. Jetzt muss ich gerade einmal sehen, ob Sie noch im Raum ist oder nicht – doch, da vorne.
Sie haben eingefordert, dass wir wahrheitsgemäß argumentieren sollen. Da bin ich sofort bei Ihnen. Dann möchte ich Sie aber auch bitten, dass Sie Ihre Zahlen nicht so herausfiltern, dass Sie schlichtweg nicht mehr wahrheitsgemäß sind hinsichtlich der Konsequenzen, die Sie daraus ziehen. Wenn Sie die Hochschulabsolventen im Durchschnitt der OECD mit den Hochschulabsolventen in Deutschland vergleichen, so können Sie daraus zunächst überhaupt keine Konsequenzen ziehen, weil nämlich die meisten Länder der OECD nur einen Abschluss im Hochschulbereich kennen, nämlich den Hochschulabschluss. Das ist ihr Abschluss im tertiären Bereich. Wir kennen in Deutschland aber außerdem noch andere Abschlüsse. Das wissen Sie und haben das selber in früheren Debatten auch ab und zu gebracht. Wir haben bei uns ein sehr stark ausgebautes berufliches Ausbildungswesen mit der Möglichkeit über Fachschulen und Meisterausbildung Abschlüsse im tertiären Bereich zu machen. Das ist die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Ein Fachschulabschluss oder eine Meisterausbildung ist von der Wertigkeit her mit Sicherheit mindestens so viel wert wie der erste Hochschulabschluss. Sie müssen also, wenn Sie Konsequenzen aus dem ziehen wollen, was die OECD an Zahlen immer wieder fälschlicherweise vergleicht, diese Zahlen addieren und dann vergleichen. Dann stehen wir völlig anders da und dann können wir uns über Konsequenzen gerne unterhalten und
darüber, wie wir es schaffen, die bestmögliche Qualifikation der jungen Leute bei uns in Deutschland sicherzustellen. Dazu gehört für mich in allererster Linie die Durchlässigkeit im Hochschulwesen, sodass diejenigen, die kein Abitur haben und eine Ausbildung über das duale System gemacht haben, über die Weiterbildung in die Hochschule kommen. Dann bekommen wir das auch hin, dass wir allen die Chance geben, einen Hochschulabschluss zu machen. Konsequenzen ja, wahrheitsgemäße Argumentation auch ja, aber bitte mit Zahlen, die wir auch miteinander vergleichen können.