Joachim Schultz-Tornau

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Herr Präsident! Meine ---
Frau Präsidentin! Das fängt schon gut an. Das ganze Reden über Hühnerhaufen hat mich so total in Verwirrung gestürzt, dass ich das kaum noch auseinander halten kann.
Im Himmel ist ja mehr Freude über einen Sünder, der Buße tut, denn über 99 Gerechte. Ich erinnere mich noch daran, wie dieses Thema, "In zwölf Jahren zum Abitur", ideologisch verteufelt worden ist. Das ist erst wenige Jahre her. Wir sind ein Stück weiter.
Vergessen Sie nicht, es heißt nicht, wer Buße ankündigt, sondern: Freude herrscht nur über den, der Buße tut.
Da sehe ich allerdings fürchterlich schwarz nach dem, was wir hier heute gehört haben. Herr Moron kündigt an, Herr Degen würde uns erläutern, wie der Weg zum zwölfjährigen Abitur aus der Sicht der Sozialdemokraten aussehe. Ich habe mit
großer Spannung zugehört. Ich habe nur Bedenken gehört. Ich habe keinen einzigen gangbaren Vorschlag dazu gehört, wie das wirklich laufen soll.
Frau Löhrmann hat ein Bedenken nach dem anderen vorgetragen. Liebe Frau Löhrmann, da wäre es doch wirklich redlicher, Sie hätten das "Düsseldorfer Signal" in diesem Punkt nicht unterschrieben.
Aber zu unterschreiben, "In zwölf Jahren zum Abitur", und dann alles zu tun, damit das irgendwann einmal am Sankt-Nimmerleins-Tag, wenn niemand von uns mehr in diesem Landtag sitzt, realisiert werden kann, das ist keine redliche Politik.
Es ist interessant, hier zu hören, wo die Gegensätze liegen.
Wenn es nicht angerechnet wird, gerne.
Meinen Sie denn, es würde die Sache besser machen, dass Sie das auch schon ein Jahr vorher beschlossen haben?
Ich registriere hier nur, dass ich von Ihnen keinen einzigen konstruktiven Vorschlag zur Realisierung gehört habe,
aber eine ganze Latte von Bedenken, weshalb das alles in absehbarer Zeit nicht gehen soll.
In diesem Zusammenhang ist ein Punkt ganz schlimm. Dagegen werden wir uns gemeinsam
mit den Sozialdemokraten entschieden wehren, wenn Sie ihn denn ernst meinen. Sie haben hier nämlich deutlich gesagt: Es kommt darauf an, dass wir nicht an der Forderung der KMK festhalten, bestimmte Quantitäten festzusetzen.
Dem hat Herr Degen widersprochen.
Die Quantitäten, die die KMK fordert, haben doch auch etwas mit Qualität zu tun;
denn man kann eben nicht unter bestimmte Stundenzahlen und Stundentafeln heruntergehen, wenn man die Qualität halten will.
Das gilt vor allen Dingen dann, wenn man auch die Schwachen fördern will.
Das also ist das große Thema, das wir hier alle miteinander anpacken sollen.
Und, liebe Frau Schäfer, wir haben doch gar nichts dagegen - das sagen wir seit Jahren, denn es gibt nicht nur diese eine Baustelle, auf der wir die Lebenszeit von jungen Menschen nicht länger verschwenden dürfen -: Bei allen Punkten, die Sie aus anderen Bereichen angeführt haben und bei denen ebenfalls dafür zu sorgen ist, dass die Schule früher verlassen werden kann, sind wir auf Ihrer Seite.
Alle diese anderen Punkte sprechen aber doch nicht gegen das Abitur nach zwölf Jahren. Das widerspricht sich überhaupt nicht. Tun wir also auf dieser Baustelle endlich unsere Pflicht. Berufen wir uns nicht nur auf Beispiele wie Bayern, …
… wo es möglicherweise tatsächlich schlecht gelaufen ist. Schauen wir vielmehr nach Baden-Württemberg; schauen wir uns das arme Saarland an, das 100 Lehrer zusätzlich eingestellt hat, um diese Aufgabe zu erfüllen; schauen wir uns Sachsen und Thüringen an.
Ich komme zum Ende, Frau Präsidentin. - Sorgen wir dafür, dass wir hier nicht wieder - wie in vielen anderen Bereichen - die Letzten im Geleitzug sind, sondern dass sich NRW jetzt wenigstens in die Reihe derer einreiht, die dieses Thema schon mit Erfolg angepackt haben.
Ich komme jetzt ja auch zum Schluss. - Liebe Frau Schäfer, Sie haben das Ganze für Ostern angekündigt. Ich hoffe nicht, dass Sie glauben, dass die Eier vom Osterhasen gelegt werden. Dass etwas geschieht, dafür sind wir in der Pflicht.