Klaus Meiser

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16/1 16/5

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Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die wichtigsten Aspekte sind bereits genannt worden, es gibt aber ein paar Punkte, die ich noch ergänzen möchte. Die Debatte hat gezeigt, dass dieses Parlament nicht nur sportaffin ist, sondern dass wir gemeinsam hinter dem Saarsport stehen. Das ist eine sehr erfreuliche Erkenntnis; dafür heute ein herzliches Dankeschön.
Ich möchte einige Aspekte erwähnen und dabei die überregionalen und internationalen Fragen mit Blick auf die Reform, die im Bund ansteht, nur kurz ansprechen. Ich bin sehr froh, dass Minister Klaus Bouillon in der ihm eigenen Art die Initiative ergriffen hat und den Mitstreitern auf Bundesebene nicht diplomatisch mitgeteilt hat, dass 150 Millionen Euro zu wenig sind, sondern dass er in meinem Beisein de Maizière und anderen gesagt hat, dass das ein Treppenwitz ist. Und das ist genau richtig so! Wir müssen mehr fordern und ich bin auch optimistisch, dass das erreicht wird. Ich denke, wir können das Thema für heute abschließen. Das wird sich nach der Bundestagswahl entscheiden.
Gerade nach der Leichtathletik-WM wurde aus meiner Sicht zu stark diskutiert, dass es für die USA neun Goldmedaillen gab und für Deutschland nur eine. Nicht dass ich missverstanden werde: Zum Sport gehört die Spitze, Sport ist ein Imagefaktor und ein Anreiz für alle, die Sport treiben, aber Sport ist nicht das allein Seligmachende. Deshalb verweise ich als Präsident des Landessportverbandes immer darauf, dass man die soziale Funktion des Sports betrachten muss. Wenn man die Situation bei uns mit den USA vergleicht, dann wird klar, dass
man dort keine Vereinsstrukturen hat. Das läuft in den USA alles über die Universitäten und die Schulen. Es gibt dort Unis, die im Jahr mehr Mittel zur Verfügung haben als ganz Deutschland für den Spitzensport. Mir ist aber eine Vereinsstruktur, die mit wenigen Medaillen aufwartet, aber eine unglaubliche soziale Funktion in unserem Lande hat, zehnmal lieber als ein System, in dem nur die Spitze gefördert wird und dem der soziale Kitt fehlt. Der Sport hat bei uns eine ungeheure Bindungsfunktion über unsere Vereine, und das sollten wir betonen. Darauf sollten wir stolz sein und sagen, klar sollten wir über Unis und Schulen mehr tun, aber unser System gegenüber den anderen Ländern kleinzureden, dafür haben wir überhaupt keine Veranlassung.
Ich will noch kurz einen dritten Aspekt ansprechen, das sind die Investitionen in Zukunftsprojekte. Was mir zum Beispiel Sorge macht, ist die Eissporthalle. Sie gehört einem Privaten und wir sollten Details hierzu im Parlament aus Datenschutzgründen nicht erwähnen. Es wäre schade, wenn uns dort Zukunftslösungen nicht gelingen würden, aber sie kosten sehr, sehr viel Geld. Und die Ehrlichkeit gebietet es auch wenn es im Koalitionsvertrag steht -, den Menschen zu sagen, dass das vielleicht ein Thema im Jahr 2020 sein kann. Wir können Investitionen für das Land in wichtigen Bereichen nicht zurückstellen, bis es uns besser geht. Diese Dinge haben Priorität, aber wir wollen auch andere Investitionen anstreben.
Wir wollen an der Sportschule im großen Rahmen Studentenwohnungen und Sportlerwohnungen bauen. Das ist etwas, was mir in den Großstädten überhaupt nicht gefällt. Wir sollten als Saarland an dieser Stelle Flagge zeigen. Eugen Roth ist Mitglied im Präsidium des LSV. Wir sind hier gut unterwegs. Wir haben den Glücksfall Sportschule, ein Sportdorf inmitten einer Großstadt, wo man sozusagen vom Bett in den Hörsaal fallen kann. Schöner kann es nicht sein. Diesen Glücksfall wollen wir erhalten und pflegen. Dazu gehört natürlich die Finanzierung. Ich bin sehr dankbar, dass sie ist, wie sie ist. Ich sage aber auch selbstbewusst: Der Landessportverband ist mit drei Siebtel Anteilseigner an Saartoto und den Spielbanken. Das ist eine sehr kluge Regelung, die insbesondere Herrmann Neuberger und andere initiiert haben, die wir fortsetzen wollen.
Einen weiteren Punkt nenne ich mit Blick auf Ulrich Commerçon. Ich habe mit dem Bildungsminister vereinbart, dass wir bei allem, was wir bisher erreicht haben in Kindergärten, in Grundschulen und an weiterführenden Schulen, nicht ausruhen wollen, sondern dass wir das verbreitern wollen. Wir wissen, dass wir in diesen Bereichen gute Projekte haben, aber die Breite fehlt uns noch. Das ist eine Zukunftsaufgabe, der wir uns gemeinsam widmen wollen.
Deshalb bin ich sehr froh, dass das Bildungsministerium dem Sport sehr positiv gegenübersteht. Das Stichwort Ganztagsschule ist hier genannt worden; das muss ich hier nicht wiederholen.
Ich bin sehr dankbar, dass zwischen Parlament und Regierung Einigkeit besteht, die einmalige Chance zu nutzen, die uns der Sport bietet, hier für eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu sorgen. Uns bietet sich die Chance, bei den Sporteinrichtungen - natürlich bei den Sportplätzen, aber ich will keineswegs nur vom Fußball reden - über mehrere Schienen zu helfen: über die Sportplanungskommission und andere Zuschüsse, insbesondere aber auch über Bedarfszuweisungen. Ich finde es toll, dass der Innenminister dabei differenziert und sagt, es kann nicht sein, dass in besser situierten Kommunen auch beste Plätze vorhanden sind, in Kommunen, die eine haushalterische Notlage haben, aber nichts geschieht. Das wird ausgeglichen. So sorgen wir dafür, dass wir im Saarland insgesamt eine Sportstättenstruktur haben, die ich als fair bezeichnen möchte. Wir arbeiten daran auch weiter, und wir werden dazu künftig auch noch viele Gespräche führen.
Ein Weiteres will ich erwähnen, und das sage ich auch dem Kameraden Rubert zu seinem Artikel in der heutigen Zeitungsausgabe: Es ist unglaublich wohltuend, dass wir in den Gremien diese Einigkeit, diese Gemeinsamkeit zwischen Sport und Politik haben. Es ist wohltuend, dass von allen in der Sportplanungskommission Vertretenen immer einstimmige Beschlüsse gefasst werden und Konsens gesucht wird, dass wir im Sport ein Miteinander und an keiner Stelle ein Gegeneinander haben.
In meiner Eigenschaft als Präsident des Landessportverbandes darf ich daher abschließend sagen: Herzlichen Dank für die breite Unterstützung durch die Landesregierung; das beginnt bei der Ministerpräsidentin, das meint die stellvertretende Ministerpräsidentin, und angesprochen ist natürlich auch unser Sportminister, dessen Herz für den saarländischen Sport sehr groß ist. Dafür herzlichen Dank! Ich hoffe, dass wir auch in den kommenden Jahren, wenn wir hier die Bestandsaufnahme vornehmen, immer eine so positive Bilanz ziehen können. In diesem Sinne wünsche ich unserem Saarsport eine gute Zukunft! - Vielen Dank.
Ja.