Letzter Satz: Jetzt bringen Sie auch noch die Fremdsprachen unter. Also das finde ich jetzt ein fast ulkiges Modell. Kinder lernen eine Fremdsprache umso leichter, je früher sie beginnen.
Darüber diskutieren wir seit 30 Jahren. Um uns herum lernen Kinder zum Teil schon im Kindergarten eine Fremdsprache.
Hätte ich ihn bereits im Jahr 2001 für alle eingeführt, dann hätten Sie hier gesessen und gemault, das sei zu früh,
Wir sind das erste Bundesland, das ein zukunftsfähiges Fremdsprachenkonzept hat. Wir haben abgestimmte Lehrpläne mit allen Schularten, ausgiebige Lehrerfortbildung und zusätzliche Stunden in der Stundentafel.
Das sage ich Ihnen auch, Herr Zeller: Die Stundentafel reicht für Kinder in diesem Alter. Sie können mir zigfach Bundesvergleiche vorhalten. Diese Stundentafel ist für Kinder genug, weil sich Qualität von Schule nicht über Quantität definiert, sondern über guten Unterricht und über ein zukunftsfähiges Konzept.
Deshalb sind die zwei Stunden Fremdsprache eine gute Ergänzung. Es gibt aber keine Notwendigkeit, Kinder im Alter von sechs oder sieben Jahren noch sehr viel länger in der Schule zu halten, als das dann geschieht.
(Abg. Brechtken SPD: Sie werden sich wundern! In zehn Jahren werden Sie durch die pädagogi- schen Probleme überrollt werden, die wir in der Gesellschaft haben werden!)
Allerletzter Satz – auch das finde ich erstaunlich –: Mitte September beginnt das Schuljahr. Es gibt Leute in unserem Land, die seit Monaten wissen, dass das gar nicht klappen kann.
(Abg. Carla Bregenzer SPD: Die Schulen zum Bei- spiel! – Abg. Schmiedel SPD: Die Schulleiter! – Gegenruf der Abg. Heiderose Berroth FDP/DVP: Alle SPD-orientierten Schulleiter, die anderen nicht!)
Seit Monaten laufen Sie durchs Land und erklären: „Mogelpackung“, „gescheitert“, „kann überhaupt nicht klappen“. Es wird zum neuen Schuljahr klappen. Es wird eine wichtige Weiche gestellt.
Die Eltern werden das spüren, und die Kinder werden es spüren. Es ist ein zusätzliches attraktives Angebot. Nach dem „Schulanfang auf neuen Wegen“ und nach der geplanten Fremdsprache sind wir in den Jahren dieser Legislaturperiode gerade bei der Entwicklung der Grundschule einen ganz entscheidenden Schritt vorangekommen.
Das bestätigt übrigens selbst der Arbeitskreis Grundschule, ein Bundesverband, der bekanntlich nicht unbedingt eine CDU-Veranstaltung ist.
Die Grundschule in unserem Land ist pädagogisch weit entwickelt. Kinder in Baden-Württemberg sind in unseren Grundschulen gut aufgehoben.
(Widerspruch bei der CDU – Abg. Rau CDU: Das sagt der, der vom Schulgeld redet! Das ist ja aller- hand! – Gegenrufe von der SPD)
Die mir verbleibende Redezeit erlaubt mir nicht, all das zu widerlegen, was Sie hier dargestellt haben. Ich will es aber an ein paar Punkten deutlich machen.
Überall, wo wir unseren Gesetzentwurf vorgestellt haben, insbesondere bei den Kommunen, haben wir breite Zustimmung erfahren. Da können Sie doch nicht so tun, als gäbe es keine Zustimmung.
Fakt ist auch, dass nach Ihrem Modell die Familien bezahlen müssen. Das, was Sie als Verlässlichkeit verkaufen wollen, zahlen die Familien, zahlen die Eltern. Das ist Fakt.
Übrigens erstaunt mich eines: Ich meinte immer, Sie argumentierten auch erziehungswissenschaftlich. Davon habe ich heute leider nichts gehört.
Ich habe immer gemeint, Sie wären da ein bisschen offener. Aber im Grunde genommen geht es darum: Das Geld, das notwendig ist, um das zu machen, was in anderen Bundesländern läuft, müssten Sie eigentlich bekommen. Aber da können Sie sich gegen Ihren Finanzminister und gegen die CDU-Fraktion nicht durchsetzen. Das ist Fakt.
Wenn wir allein die Unterrichtszeiten, die die Bayern haben, in Baden-Württemberg einführen wollten, müssten unsere Kinder in der Grundschulzeit zehn Wochenstunden mehr bekommen. Genau das wird hier nicht umgesetzt. Ich denke, Sie werden der Bayerischen Staatsregierung doch nicht vorhalten wollen, dass sie die Kinder ihren Eltern entreißt. So weit würden Sie doch nicht gehen.
Im Grunde genommen haben Sie nicht kapiert – und das finde ich bedauerlich –, auch Sie nicht, Frau Berroth, dass wir eine andere pädagogische Schule wollen. Wir haben andere gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Meine Damen und Herren, ich bitte, den Redner reden zu lassen. Seine Redezeit ist ohnehin gleich abgelaufen.
An Ihrer Stelle, Herr Hofer, wäre ich ein bisschen vorsichtiger. Sie mögen zwar Bürgermeister sein, aber ob Sie von Pädagogik etwas verstehen, wage ich zu bezweifeln.