Protokoll der Sitzung vom 30.01.2008

(Abg. Renate Rastätter GRÜNE: Ja! – Abg. Claus Schmiedel SPD: Psychologische Kriegsführung! – Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Aber Sie sprechen von Restschule!)

Ich habe hier übrigens nicht von Gesamtschule gesprochen. Ich spreche von Gemeinschaftsschule.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Nein, Sie sprechen von Restschule!)

Herr Röhm, seien Sie einmal ein gutes Beispiel für Ihre Schüler und reden Sie nicht immer dazwischen.

(Heiterkeit und Beifall bei der SPD – Oh-Rufe von der CDU – Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Sie spre- chen von Restschule!)

Ich rede gerade mit Herrn Schebesta, nicht mit Ihnen!

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Aber ich spreche mit Ihnen! Das ist der Unterschied! – Zuruf des Abg. Volker Schebesta CDU)

Herr Schebesta, schauen Sie: In einer Gemeinschaftsschule

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Sie diffamieren die Hauptschule als Restschule! Permanent!)

findet ein anderes Lernen statt. Da findet ein sehr individuelles Lernen statt. Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass bei einem solchen Lernen keine Einheitssoße herauskommt, sondern dass die Schüler in ihrer Leis tungsfähigkeit gestärkt und die schwächeren Schüler entsprechend gefördert werden. Es gibt x Untersuchungen, die dies belegen. Ich empfehle Ihnen dringend, dies einmal nachzulesen.

Die forsa-Studie – das sage ich Ihnen – ist eine Studie, die der Philologenverband in Auftrag gegeben hat. Wer Eltern nach einer Einheitsschule befragt, hat damit doch schon genau diesen Kampfbegriff im Hinterkopf. Dass Eltern entsprechend antworten, ist auch klar.

(Glocke der Präsidentin)

Deswegen ist diese forsa-Studie untauglich, um sie hier als Beleg zu nehmen.

Herr Abgeordneter, ich darf Sie erstens darauf hinweisen, dass Ihre Redezeit bereits weit überschritten ist.

(Abg. Dr. Hans-Peter Wetzel FDP/DVP: Er ist Leh- rer! – Unruhe)

Zweitens: Gestatten Sie eine Zwischenfrage oder besser eine Nachfrage des Herrn Abg. Schebesta?

(Unruhe – Zurufe)

Bitte schön, Herr Schebesta.

Herr Abg. Schebes ta, bitte.

Meine erste Frage lautet, Herr Kollege Zeller: Stimmen Sie mir zu, dass Schleswig-Holstein für die Gemeinschaftsschule eine äußere Differenzierung untersagt?

Können Sie mir zweitens erklären, warum die Gesamtschulen in Schleswig-Holstein, die eine äußere Differenzierung haben, sich mit Händen und Füßen gegen die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule wehren?

(Abg. Katrin Altpeter SPD: Wie heißt der Kultusmi- nister in Schleswig-Holstein?)

Ich habe mich extra am letzten Samstag noch über die aktuellen Zahlen sachkundig gemacht und gefragt, wie derzeit der Entwicklungsstand in SchleswigHolstein ist

(Abg. Dr. Hans-Peter Wetzel FDP/DVP: Was? – Abg. Dieter Kleinmann FDP/DVP: Was? Wie?)

es gibt ein Telefon, Herr Kleinmann –: In Schleswig-Holstein liegen derzeit 55 Anträge auf Einführung einer Gemeinschaftsschule vor.

(Abg. Claus Schmiedel SPD: Aha!)

Diese Anträge sind ausschließlich von Gemeinden gestellt, in denen die CDU die Mehrheit hat.

(Abg. Claus Schmiedel SPD: Aha!)

Sie erkennen also

(Abg. Volker Schebesta CDU: Was ist mit den Ge- samtschulen, die sich wehren?)

Herr Schebesta, Sie waren mit dabei –, dass diese Gemeinschaftsschulen eine starke Nachfrage haben. Die Kommunen – –

(Abg. Volker Schebesta CDU: Was ist jetzt mit den Gesamtschulen?)

Ich sage es Ihnen gleich.

(Abg. Renate Rastätter GRÜNE: Auch hier wäre die Nachfrage vorhanden! – Abg. Volker Schebesta CDU: Das begründet doch den Begriff „Einheitsschule“!)

Nein! Ich erkläre es Ihnen noch einmal. Eine Gemeinschaftsschule ist keine Einheitsschule.

(Abg. Volker Schebesta CDU: Wenn die äußere Dif- ferenzierung untersagt wird, schon! – Abg. Renate Rastätter GRÜNE: Zum Glück!)

Das Problem ist, dass Sie das offensichtlich nicht nachvollziehen können oder wollen – ich will es nicht bewerten –, dass Sie nicht erkennen, wie in einem solchen System unterrichtlich gearbeitet wird. Da tun eben nicht alle das Gleiche zum gleichen Zeitpunkt mit den gleichen Anreizen. Individuelle Förderung bedeutet, die entsprechenden Leistungen jedes Einzelnen in einer Klasse entsprechend zu fördern.

(Abg. Dieter Kleinmann FDP/DVP: Ja, das ist völlig richtig!)

Das muss man einfach einmal kapieren. Ansonsten redet man immer noch im alten System.

(Beifall bei der SPD – Glocke der Präsidentin)

Kommen Sie bitte zum Ende Ihrer Rede. Ihre Redezeit ist bereits weit überschritten.

(Abg. Volker Schebesta CDU: Ohne äußere Differen- zierung und deshalb einheitlich; also Einheitsschu- le!)

Frau Präsidentin, ich bin noch dabei, die Frage zu beantworten.

(Abg. Volker Schebesta CDU: Deshalb eben Einheits- schule!)

Nein. Schauen Sie: Mit diesem Begriff „Einheitsschule“ tun Sie so, als ob alle das Gleiche in einem Rutsch machen würden.

(Abg. Volker Schebesta CDU: Es gibt keine äußere Differenzierung! – Glocke der Präsidentin)

Es wird eine innere Differenzierung in der Klasse vorgenommen. Natürlich!

Darf ich bitte einmal dieses Zwiegespräch hier unterbinden. Herr Abgeordneter, würden Sie bitte zum Ende kommen.

(Abg. Winfried Scheuermann CDU: Herrschaft noch einmal! – Heiterkeit)

Frau Präsidentin, ich bin dabei, die Frage zu beantworten.

Aber bitte kurz und präzise und nicht so ausführlich und ausschweifend.