Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Bundesregierung natürlich hier dazu auffordern müssen, ihren Worten

endlich Taten folgen zu lassen.

(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)

Auf die Rolle der FDP gehe ich gleich noch mal ein.

Sie alle wissen, dass Bremen als Wirtschaftsstandort von einer sehr, sehr

starken Industrie geprägt ist und auch für den Mittelstand und die KMU

(kleine und mittlere Unternehmen) sind die Industrie und die vor- und

nachgelagerten Wertschöpfungs- und Beschäftigungsketten eine wichtige

Basis. Wir können es uns nicht nur in Deutschland, sondern vor allen Dingen

auch in Bremen nicht leisten, dass wir vor dem Hintergrund der

Transformation und der sich überlappenden Krisen – Das wird mit

Sicherheit nicht die letzte sein, vor der wir hier stehen, wenn ich mir die

gesamte globale ökonomische Situation angucke –, wenn wir da nicht

handeln, dann riskieren wir in Deutschland und in Bremen eine

Deindustrialisierung, von der wir uns in den nächsten Jahrzehnten nicht

mehr erholen können. Davor warne ich, und deswegen brauchen wir

Lösungen für die Grundstoffindustrie. Wir brauchen diesen

Brückenstrompreis, bis wir die Erneuerbaren in einer Form und Art und

Weise zur Verfügung haben ab den 2030ern, weil dann nämlich die

Energiepreise und die Strompreise wieder sinken werden.

(Beifall SPD, DIE LINKE)

Ehrlich gesagt, Herr Schäck, mal abgesehen davon, dass der Atomausstieg

2011 beschlossen wurde, als Sie in der Bundesregierung waren, verstehe ich

immer noch nicht, warum Sie hier immer noch versuchen, an dieser Debatte

festzuhalten. Allen, auch allen Ökonomen, ist klar, dass Atomstrom der am

meisten subventioniert erzeugte Strom aller Zeiten war, und in Frankreich

übrigens auch noch ist, und die Steuerzahler massiv belastet.

(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)

Die Bundesregierung hatte mit den übergangsweise eingeführten Strom-,

Gas- und Wärmepreisbremsen ein sehr sinnvolles und unmittelbar

wirksames Instrument zur Krisenbewältigung geschaffen. Nach meinem

Dafürhalten hätte die Entscheidung auch etwas schneller fallen können,

aber sie ist gefallen und hat auch dafür gesorgt, dass die Preise sich wieder

gedämpft haben. Das reicht aber nicht aus, um Existenzgefährdungen

insbesondere der energieintensiven Industrie abzuwenden, geschweige

denn, die Investitionsfähigkeit und Transformation zu unterstützen.

Es ist uns auch klar – und deswegen finde ich das Wort Brückenstrompreis

inzwischen auch besser als Transformationsstrompreis –, dass es sich um

ein zeitlich befristetes Instrument als Brücke handeln muss, das schnell und

unbürokratisch eingeführt und umgesetzt werden muss. Es geht nämlich

genau darum, dass gerade die sehr energielastige Grundstoffindustrie jetzt

gerade transformiert wird. Das löst Investitionsentscheidungen aus, an

denen wir uns als Staat auch im Bundesland Bremen massiv beteiligen. Wir

beteiligen uns mit viel Geld auf der Brüsseler Ebene, auf der Berliner Ebene

und auf den Landesebenen dabei, unsere Grundstoffindustrie zu

transformieren und in eine weniger von fossiler Energie abhängige

Produktion umzustellen.

Aber diese Unternehmen treffen die Investitionsentscheidung nicht nur,

weil wir als öffentliche Hand gesagt haben, wir gehen in die CAPEX

Förderung, also in die Investitionsförderung, sondern sie treffen sie auch

dann, wenn sie eine gewisse Art und Weise als Sicherheit haben, wohin sich