In dieser Nacht sind fast 40.000 Bücher verbrannt.Weitere wurden so schwer beschädigt, dass sie in der Deutschen Bibliothek und dem Zentrum für Bucherhaltung nur teilweise erneuert werden können.
Für den Fall, dass Sie das nicht wissen sollten, möchte ich hinzufügen: Dass dort überhaupt Bücher gerettet werden konnten, ist erstens dem Bau eines Tiefmagazins unter dem Platz der Demokratie zu verdanken, der zwischen der Franz-Liszt-Hochschule und der Bibliothek liegt.Dieses Magazin wurde von einem Darmstädter Architekten gebaut, der auch das Schloss renoviert hat. Er hat es eine Woche zu früh fertig gestellt. Dadurch wurde die Rettung der Bücher möglich. In der Nacht bildeten Tausende Weimarer Bürger eine Menschenkette. Mir hat man gesagt, am Sonntag sei die Kette so eng gewesen, dass die Bücher von Hand zu Hand gegeben werden konnten. Dadurch konnten fast 50.000 Bücher in dieses Magazin getragen werden.
Ich glaube, das ist eine bewegende Geschichte. Das geschah auf dem Platz der Demokratie, auf dem in Weimar die Dienstagsdemonstrationen 1990 stattgefunden haben. Dort hat also eine weitere Solidaritätsaktion zur Rettung der Kultur Weimars stattgefunden. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat sie „die Helden von Weimar“ genannt. Michael Knoche, der Bibliothekar, ist, obwohl das nicht mehr erlaubt war, zusammen mit einem Feuerwehrmann in das brennende Haus hineingegangen – er hat diesen Weg gewagt –, um die Lutherbibel zu retten.
Meine Damen und Herren, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Bundesregierung waren am Tag des offenen Denkmals, der zufälligerweise – das ist ein wunderbarer Zufall – am Sonntag in Weimar eröffnet wurde, da und haben Hilfe zugesagt. Der Ministerpräsident Thüringens, Herr Althaus, und die Landtagspräsidentin, Frau Schipanski, haben zu Spenden aufgerufen. Ich freue mich sehr, dass auch der Ministerpräsident und Herr Corts als Wissenschafts- und Kulturminister sofort überlegt haben, wie wir in Hessen mit der Deutschen Archivschule und den Bibliotheken helfen können; denn es wird lange dauern,auch wenn die Bücher jetzt gefriergetrocknet in Leipzig lagern, bis sie restauriert werden können.
Meine Damen und Herren, ich weiß, dass auch der Deutsche Bibliotheksverband seine Hilfe zusagt hat und dass sogar viele Kommunen aus der Zeit der engen Verbindung zwischen Thüringen und Hessen, nämlich 1990, gesagt haben:Wir helfen.
Deshalb freue ich mich, dass es uns gelungen ist, gemeinsam einen Entschließungsantrag zu formulieren, der den Charakter eines Aufrufs hat. Er soll die alte Freundschaft zwischen Hessen und Thüringen festigen,denn wir sind eigentlich das junge Land. Die große Mutter, das Land der heiligen Elisabeth, das sind die Thüringer.
Liebe Freunde, lassen Sie uns selbst Hilfe leisten und die Bürgerinnen und Bürger Hessens aufrufen, sich am Wiederaufbau dieser Bibliothek, die sozusagen das ge
Vielen Dank,Frau Kollegin Wagner.Sie haben für uns alle gesprochen. Deswegen liegen auch keine weiteren Wortmeldungen vor.
Dann lasse ich abschließen. Wer diesem Entschließungsantrag zustimmt, den bitte ich um das Handzeichen. – Wer ist dagegen? – Wer enthält sich? – Damit ist dieser Entschließungsantrag einstimmig angenommen.
Meine Damen und Herren, wir wollen die Tagesordnung bereinigen. Wir setzen die Tagesordnungspunkte 27, 28, 29, 30 und 31 von der Tagesordnung ab, behandeln sie also erst im nächsten Plenum.
Antrag der Fraktion der SPD betreffend keine Meldungen an die PVS durch Hochschulen – Drucks. 16/2594 –
Wir überweisen diesen Antrag ohne Aussprache dem Ausschuss für Wissenschaft und Kunst. Widerspricht dem jemand? – Das ist nicht der Fall. Dann ist das so erfolgt.
Wir setzen von der Tagesordnung die Tagesordnungspunkte 33, 34, 49, 73, 35, 36, 41, 68, 37 und 70 ab.
In die abschließende Beratung im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr geben wir Tagesordnungspunkt 40:
Antrag der Abg. Bender, Eckhardt, Frankenberger, Hofmeyer, Kahl, Quanz, Pfaff, Rudolph, Schaub, Dr. Spies, Tesch, Waschke (SPD) und Fraktion betreffend absurdes administratives Handeln von Staatsminister Rhiel zum Nachteil Nordhessens – Drucks. 16/2619 –
Wer der Überweisung nicht zustimmen möchte,der melde sich. – Das ist nicht der Fall. Damit ist dieser Antrag zur abschließenden Beratung dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr überwiesen.
Antrag der Fraktion der SPD betreffend keine Änderung des § 18 StVollzG – Erhalt der Einzelunterbringung als Grundsatz im Strafvollzug – Drucks. 16/2622 –
Der Antrag soll ohne Aussprache an den Unterausschuss Justizvollzug überwiesen werden. Widerspricht dem jemand? – Das ist nicht der Fall. Dann ist das so erfolgt.
Antrag der Fraktion der SPD betreffend flächendeckende Einführung des Mediationsverfahrens in der Rechtsprechung in Hessen – Drucks. 16/2623 –
Der Antrag soll ohne Aussprache dem Rechtsausschuss überwiesen werden. Widerspricht dem jemand? – Das ist nicht der Fall. Dann ist so überwiesen.
Antrag der Fraktion der SPD betreffend Landesregierung bietet jungen Menschen keine Perspektive im Landesdienst – Drucks. 16/2624 –
Der Antrag soll ohne Aussprache dem Innenausschuss überwiesen werden. Widerspricht dem jemand? – Das ist nicht der Fall. Dann ist das so erfolgt.
Nach meinen Unterlagen ist damit die Tagesordnung bereinigt. Meine sehr geehrten Damen und Herren, vielen Dank für die drei Tage.Bis zum nächsten Mal,auf Wiedersehen.