Hören Sie sich die Gymnasialschulverbände an, und sie werden Ihnen sagen, Sie greifen ein Erfolgsmodell, die Gymnasien, an.
(Angelika Gramkow, PDS: Sie haben behauptet, wir würden das abschaffen, wir würden das boykottieren!)
Herr Seifert hat Ihnen die Zornesröte in der Anhörung ins Gesicht getrieben, Frau Gramkow, als er nämlich mit der Mär vom längeren gemeinsamen Unterricht aufgeräumt hat.
Herr Bluhm, Ihnen ist doch wohl klar, dass Schullaufbahnempfehlungen hier unter ganz besonders großem Druck gefällt werden müssen, vielleicht unter dem Druck eines anstehenden Verlustes des Schulstandortes. Glauben Sie wirklich, dass nicht frei von bestimmten Zwängen hier Schullaufbahnempfehlungen ausgesprochen werden?
(Andreas Bluhm, PDS: Meinen Sie, das ist ein mecklenburg-vorpommersches Problem? Das gibt es in allen neuen Ländern.)
Man kann sich schon vorstellen an der einen oder anderen Stelle, dass vielleicht hier geklammert wird, dass vielleicht auch Gymnasien klammern, denn bei der Parameterlage sind natürlich viele Schulstandorte von der Schließung betroffen.
Meine Damen und Herren, mein Anliegen war, nicht für Revolten zu sorgen. Mein Anliegen war, Ihnen begreiflich zu machen – Herr Heydorn würde wahrscheinlich in seiner ihm eigenen Art sagen, eine bessere Durchdringungstiefe erreichen –, dass Sie die Menschen mitnehmen müssen. Das ist der Erfolg einer jeden Bildungsreform. Wir wissen doch gar nicht, wie sie aussehen soll, wenn uns eine belastbare Analyse fehlt. Natürlich gibt es inzwischen Statistiken. Man kann sie hervorragend analysieren, aber die kennen doch auch die Experten. Und ich kann nicht verstehen, warum Sie sagen, Experten sind doch im Prinzip nur als Interessenvertreter anzusehen.
Ich habe aus der Anhörung – und ich habe mir alle Anhörungsstellungnahmen schriftlicher Natur noch mal angeguckt gestern Abend – eine sehr, sehr große Schnittmenge erkannt. Warum kann man diese große Schnittmenge denn nicht auch mit der erforderlichen Gründlichkeit mal prüfen? Warum sagt man, der ist jetzt ein Interessenvertreter und der ist einer, dem kann man ja sowieso nicht glauben?
Ich denke, viele Dinge würden sie ja auch in Ihren Intentionen, die zum großen Teil begrüßenswert sind, unterstützen. Warum sagen Sie, das sind Interessenvertreter? Nein, es gibt große Schnittmengen.
Noch eins: Ausnahmen, meine Damen und Herren. Frau Polzin sprach das an, Parameterveränderungen seien notwendig, um zukunftsfähige Strukturen schaffen zu können, Planungssicherheit zu schaffen. Da gebe ich Ihnen Recht, Frau Polzin, das müsste wohl jeder machen. Gleichzeitig aber beklagen Sie die vielen Ausnahmen, die zu Verwerfungen geführt haben. Diese Ausnahmen sind auch beklagenswert. Die Verantwortung dafür liegt aber nicht bei Landkreisen und kreisfreien Städten, sondern bei der obersten Schulaufsichtsbehörde.
Und wenn ich schon die alten Parameter nicht durchhalte, ständig Ausnahmegenehmigungen zulasse und als Konsequenz daraus nicht einmal versuche, vielleicht die Ausnahmegenehmigungen fester zu schreiben und diese alten Parameter durchzuhalten mit aller Konsequenz, sondern sogar die Parameter noch heraufsetze, dann frage ich mich allen Ernstes, Frau Gramkow, wie ich im „Nordkurier – Strelitzer Zeitung“ vom 18.03. einen Artikel finden kann: „PDS will Blankenseer Schule helfen – Ausnahmeregelung für Schuljahr 2005/2006 angestrebt“. Fraktionschefin Gramkow, Sie können sich sehen lassen. Na wunderbar. Herzlichen Glückwunsch!
(Angelika Gramkow, PDS: Sie können mich gerne fragen, was ich davon gesagt habe und was nicht, Frau Fiedler!)
Sie haben den Menschen sogar versprochen, und das ist auch wieder so eine Mär, dass mit dem längeren gemeinsamen Unterricht Schulstandorte gerettet werden können.
Natürlich! Wo sind denn da Schulstandorte gerettet? Auf der anderen Seite fallen die bei den Gymnasien weg.
(Angelika Gramkow, PDS: Das habe ich Ihnen schon mal angeboten. – Heinz Müller, SPD: Sie laden sich gegenseitig ein.)
viele offene Fragen und Kritikpunkte, die ich aus der Anhörung mitgenommen habe, hier noch anzusprechen, aber eines möchte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben:
Der längere gemeinsame Unterricht, und daran machen Sie sich ja fest, also gehe ich mal auf Sie ein, Herr Bluhm, bedeutet ja nicht Schluss in der Klasse 6,