Protokoll der Sitzung vom 29.06.2006

Die Verkündung dieser Binsenweisheit bedarf aber meiner Meinung nach nicht zwingend eines Landtagsantrages.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Das haben wir auch nicht gesagt. – Wolfgang Riemann, CDU: Und die Mehrwertsteuer?)

Und dass es in Mecklenburg-Vorpommern sanierungsbedürftige Liegenschaften gibt, darunter auch Dienststellen von Polizei, bei dieser Feststellung hält sich der Erkenntnisgewinn zunächst in Grenzen.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Ja, und wie geht’s jetzt weiter?)

Meine sehr verehrten Damen und Herren, dennoch glaube ich nicht, dass sich die Kolleginnen und Kollegen von der CDU-Fraktion bei der Abfassung dieses Antrages nichts gedacht haben,

(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Das ist schon mal schön, Herr Ritter.)

denn der 17. September dürfte auch Ihnen als Termin der Landtagswahlen bekannt sein.

(Unruhe bei Abgeordneten der CDU – Renate Holznagel, CDU: Den Punkt haben wir nun aber gar nicht gesagt. – Angelika Gramkow, Die Linkspartei.PDS: Recht hast du, Peter! – Wolfgang Riemann, CDU: Wir sind bei der GdP-Veranstaltung dabei gewesen. – Torsten Koplin, Die Linkspartei.PDS: Jetzt kommt es raus. – Heinz Müller, SPD: Meine Güte!)

Na aber, aber! Schön.

(Kerstin Fiedler-Wilhelm, CDU: Wir machen hier also am Tresen Wahlkampf. Jetzt kommt’s raus. Das ist vielleicht billig.)

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir befinden uns hier in einer Debatte und es ist kaum noch möglich, dem Redner hier zu folgen. Ich bitte Sie, die Zwischenrufe auf das nötige unerlässliche Maß zurückzuführen,

(Torsten Koplin, Die Linkspartei.PDS: Das war unerlässlich.)

damit zumindest der Vortrag des Redners nachvollziehbar ist.

(Kerstin Fiedler-Wilhelm, CDU: Der ist nicht nachvollziehbar.)

Also, meine sehr verehrten Damen und Herren, Ihre Reaktionen belegen die Richtigkeit meiner Annahme.

(Kerstin Fiedler-Wilhelm, CDU: Das denken Sie.)

In der Antragsbegründung ist dann auch die Rede von einem „Spiel mit der Zukunft“, nicht gewährleisteter „Leistungs- und Einsatzfähigkeit der Polizei“ oder „katastrophalen Zuständen in Polizeidienststellen“.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Reden Sie mal zum Antrag!)

Ich rede die ganze Zeit zum Antrag, Herr Dr. Jäger.

(Torsten Koplin, Die Linkspartei.PDS: Das mag er nur nicht hören.)

Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist in der Tat starker Tobak, den Sie da verbreiten, der weit über den Antrag hinausqualmt, und deshalb drängt es sich für mich auf, nicht zuletzt auch aus Gründen der Fairness und Ehrlichkeit, den vorliegenden Antrag mit Ankündigungen, Versprechungen und Verheißungen der Antragsteller für die nächste Wahlperiode einmal abzugleichen.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Ja.)

Meine sehr verehrten Damen und Herren, das Wahlprogramm der CDU Mecklenburg-Vorpommern war als Arbeitsentwurf seit neun Monaten der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Unter der Überschrift „Starke Polizei – mehr Sicherheit“

(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Völlig korrekt.)

findet sich nicht ein Hinweis, nicht eine Silbe zu notwendigen Instandhaltungsarbeiten als sogenannter Standortfaktor „Innere Sicherheit“.

(Unruhe bei Abgeordneten der CDU – Egbert Liskow, CDU: Na, na, na! – Torsten Koplin, Die Linkspartei.PDS: Oh, oh! – Gabriele Meˇsˇt’an, Die Linkspartei.PDS: Hört, hört!)

Nein, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Rede ist von Funkgeräten.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Wir wollen nicht warten auf ‘ne neue Landesregierung.)

Auch die CDU-Aufklärungsbroschüre, Herr Dr. Jäger, über die Ergebnisse von acht Jahren SPD-PDS-Koalition in Mecklenburg-Vorpommern, die, so sagten Sie in Ihrem Eingangsstatement, über Versäumnisse von acht Jahren SPD-PDS-Koalition in unserem Land aufklären möchte, erwähnt nicht ansatzweise,

(Egbert Liskow, CDU: Das ist ganz einfach.)

nicht mit einer Silbe etwaige Sanierungsversäumnisse bei Polizeidienststellen.

(Beate Schlupp, CDU: Guter Hinweis, Herr Ritter!)

Die Rede ist vielmehr von Unterziehwesten, die bezuschusst werden können.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Das ist unser Wahlprogramm. – Zuruf von Angelika Gramkow, Die Linkspartei.PDS)

Meine sehr verehrten Damen und Herren, der vorliegende Antrag der CDU-Fraktion trägt das Datum 14. Juni 2006. Am 24. Juni wurde die Endfassung des CDU-Wahlprogramms beschlossen.

(Angelika Gramkow, Die Linkspartei.PDS: Mausi wollte die 12 Millionen bezahlen, aber nicht ich.)

Von katastrophalen Zuständen in Polizeidienststellen, die es zu beseitigen gelte, erneut keine Silbe. Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, entweder der vorliegende Antrag der CDU-Fraktion

(Dr. Armin Jäger, CDU: Ja, und jetzt? Was ist denn nun? Was ist denn nun mit dem Antrag?)

überzeichnet beziehungsweise dramatisiert die tatsächliche Situation erheblich oder aber die Wahlversprechen der CDU gehen an den tatsächlichen Lebensfragen erheblich vorbei, vielleicht auch beides.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD und Linkspartei.PDS – Kerstin Fiedler-Wilhelm, CDU: Dann lassen Sie uns das mal gemeinsam lesen. – Zuruf von Angelika Gramkow, Die Linkspartei.PDS)

Besonders glaubwürdig, Herr Dr. Jäger, sind weder Ihre Zwischenrufe noch derartige Anträge.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Sie reden doch nicht zur Sache. Reden Sie zur Sache! – Dr. Ulrich Born, CDU: Das steht doch nicht drin. – Angelika Gramkow, Die Linkspartei.PDS. Er redet doch zur Sache.)

Herr Dr. Jäger, ob das zur Sache ist oder nicht, entscheidet der amtierende Präsident, und das ist zum Antrag.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Ich darf aber die Meinung haben. Ich glaub’s ja wohl nicht, ich darf die Meinung haben!)

Der vorliegende Antrag versucht sich einer Problematik zu nähern, ohne diese zuvor aber hinreichend zu erfassen beziehungsweise zu definieren. Tragfähige Lösungen werden nicht aufgezeigt.

(Egbert Liskow, CDU: Der Parteivorsitzende spricht.)

Es geht nämlich nicht allein, Herr Dr. Jäger, um die Durchführung wichtiger Sanierungsarbeiten in Dienststellen der Polizei.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Da machen wir gleich mal ‘ne Auszeit. Das will ich erst mal klären.)

Es geht, und zwar unabhängig von der konkreten Haushaltslage, auch immer um die Vermeidung von Investitionen an längerfristig nicht optimalen Dienststellenstandorten.

(Beifall bei Abgeordneten der Linkspartei.PDS)

Eine andere Sanierungspraktik …