Protokoll der Sitzung vom 25.09.2008

dass Sie eine Rundreise gemacht haben, auch andere. Und wenn die mich kritisieren, zum Beispiel für die Stadt Rostock,

(Harry Glawe, CDU: Sie waren aber nicht da, als ich da war.)

und sagen zum Beispiel …

(Harry Glawe, CDU: Da haben Sie gefehlt.)

Das muss ja nichts damit zu tun haben.

Drei Monate warten die. Was ist, wenn ich dann den Bescheid nicht bekomme? Was ist, wenn, ich sag mal,

ich rechne das nachher ab, wie weit kommt der Landesrechnungshof,

(Harry Glawe, CDU: Oh!)

das sind meiner Meinung nach auch Probleme, die man lösen kann. Ich habe mit keiner Silbe gesagt, dass das nichts Gutes ist,

(Zuruf von Heike Polzin, SPD)

aber man kann die Ängste, und die Sache kann man...

(Heike Polzin, SPD: Ängste, Ängste, aber keine Probleme!)

Nein, man kann aber die Ängste und die Anregungen der Träger ernst nehmen.

(Irene Müller, DIE LINKE: Die müssen mit ihrem Geld haushalten. – Zuruf von Harry Glawe, CDU)

Man hätte sie in den Ausschuss einladen können und hätte ihnen eine Plattform geboten, dann hätten wir den Antrag heute gar nicht gebraucht. Wir hätten uns nämlich mit den Trägern verständigen können, dann hätten wir fast eineinhalb Stunden gespart, und wir hätten mehr getan.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP)

Wir hätten Verständnis erzeugt bei den Trägern und sie nicht ganz alleine gelassen. Und der Irrglaube, ich sag mal so, das ist so eine schmale...

(Peter Ritter, DIE LINKE: Die Briefe an die Jugendhilfeausschüsse, die vom Minister nicht beantwortet werden.)

Ich würde jetzt am liebsten mal einen Test machen. Ich habe die Verordnung mitgebracht. Ich würde die ja gerne 72-mal austeilen und die Zeit stoppen, mal gucken, wie lange Sie brauchen, um das auszufüllen.

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

So einfach. Und da dürfen Sie nicht vergessen, in den Ballungsgebieten, zum Beispiel in Groß Klein, da sagt mir die AWO, Herr Klüsener: Du, Ralf, ich muss einen danebenstellen, weil ich so viele bildungsferne Damen habe, die diesen Antrag nicht ausfüllen können, geschweige dass...

(Gabriele Měšťan, DIE LINKE: Na ja, Herr Grabow, da sehen Sie wieder, die Regierung sieht das anders.)

Und da sagt er berechtigterweise bei seinen drei Kitas: Wenn ich die Verwaltungsgebühr mal hochrechne, und ich will einfach nur...

(Gabriele Měšťan, DIE LINKE: Die haben mit allen gesprochen, die das können.)

Ich glaube schon, dass da …

(Zurufe von Heike Polzin, SPD, und Barbara Borchardt, DIE LINKE)

Ich muss aber nicht sechs Monate warten. Und ich sage mal ehrlicherweise, man hätte hier einiges ändern können.

Ein spannendes Thema, Herr Minister, haben Sie ganz ausgelassen. Ich habe ja noch einen Änderungsantrag. Ich dachte, da gehen Sie drauf ein. Wo kommen denn jetzt die Millionen her? Das Thema ist heute kom

plett ausgelassen worden, wo wir gerne – im Änderungsantrag – gewusst hätten, wo kommt das Geld denn jetzt her. Da gibt es ja so einen Brief aus dem Bundesministerium.

(Harry Glawe, CDU: Es gibt viele Briefe.)

Die Frage hätte ich noch: Was machen wir? Dass wir es bezahlen müssen, ist klar. Wir können nicht den Eltern sagen, Irrtum vom Amt, aber es wäre vielleicht auch ein beruhigendes Gefühl, klar zu sagen, okay, liebe Eltern, es wird sich nichts ändern.

(Irene Müller, DIE LINKE: Ich würde sagen, wir kürzen das Landesblindengeld noch mehr.)

Egal wo, wenn wir einen Fehler gemacht haben, das Geld werden wir im Haushalt finden, zumindest verstehe ich es so, eine klare Ansage nach draußen. Man kann Fehler machen, wir haben zwar schon ein paar Mal darauf hingewiesen, aber um den Eltern...

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Wenn es nötig ist, finden wir schon ein paar Millionen.)

Wir haben viele Bildungsferne. Viele nehmen das ernst. Sie haben auch Angst. Sie haben auch Angst, dass jetzt das Schöne, was sie vielleicht irgendwo hatten, verloren geht. Und diese Ängste können wir nehmen mit einfachen Erklärungen, und das kostet uns ein Lächeln. Dafür wollte ich eigentlich werben. – Danke.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP – Harry Glawe, CDU: Das war alles? – Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Danke schön, Herr Grabow.

Es hat jetzt das Wort für die Fraktion der CDU der Abgeordnete Herr Kuhn. Bitte, Herr Abgeordneter.

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Es ist natürlich spannend, wenn man – nachdem nur einige Wochen eine solche Richtlinie in Kraft ist – sofort eine Evaluierung fordert und eine Auswertung, was alles passiert ist,

(Birgt Schwebs, DIE LINKE: Das haben wir schon vorher gefordert.)

was vonseiten der Opposition gekommen ist, wo du überhaupt noch nicht die Erfahrungen hast, die du eigentlich brauchst.

(Irene Müller, DIE LINKE: Nein, wir haben gefordert, die Richtlinien ordentlich zu schreiben, und nicht zu evaluieren. So war es. Das steht ja wohl gar nicht drin. Sie können schon wieder nicht lesen.)

Und wir reden natürlich heute über die Entlastung der Eltern bei den Kosten der Kindertagesbetreuung im letzten Kindergartenjahr in einer Höhe von bis zu 80 Euro pro Monat und Kind

(Egbert Liskow, CDU: Hört, hört!)

und über das kostenlose Mittagessen für sozial Schwache in Krippe und Kindergarten. DIE LINKE wollte als Fraktion Hintergrundinformationen zu den entsprechenden Förderrichtlinien haben,

(Birgit Schwebs, DIE LINKE: Ja, rechtzeitig.)

die sie zwischenzeitlich auch im Detail vom federführenden Ministerium –

(Irene Müller, DIE LINKE: Wir wollten keine Hintergrundinformationen, wir wollten ganz einfach wissen, wie es geht.)

Herr Minister Sellering hat das noch mal betont – erhalten hat.

(Birgit Schwebs, DIE LINKE: Wer hat Ihnen denn das erzählt, Herr Kuhn? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Wir haben keine Hintergrundinformationen erhalten. – Zuruf von Gabriele Měšťan, DIE LINKE)