Protokoll der Sitzung vom 17.09.2014

(Rainer Albrecht, SPD: Gar keine Frage.)

Ich erinnere nur an die Debatte zum möglichen Bau eines Kohlekraftwerkes, weil Herr Seidel ja in seinem Bericht auch so ein bisschen in die Vergangenheit gegangen ist und sich noch mal mit Herrn Holter beschäftigt hat – hat mich überhaupt nicht gewundert und überrascht.

(Torsten Renz, CDU: Nicht?)

Im LEP 2005

(Egbert Liskow, CDU: Was lernt ihr denn daraus?)

ist natürlich als Ziel der Raumordnung festgeschrieben,

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Herr Liskow, ich bitte darum, ja! Also …)

dass Greifswald/Lubmin

(Peter Ritter, DIE LINKE: Herr Liskow kennt nur zwei Zahlen: 40 Jahre und 8 Jahre.)

als Energieerzeugungsstandort zu sichern und auszubauen ist,

(Egbert Liskow, CDU: So soll es sein.)

der nicht auf Kernspaltung beruht.

(Egbert Liskow, CDU: Das ist schade.)

Weil die Nutzung von Kohle nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde – und damit will ich noch mal sagen, welche Bedeutung die Landesplanung hat, wenn wir uns nämlich nicht damit befassen –,

(Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Torsten Renz, CDU)

weil die Nutzung von Kohle nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde, konnte seinerzeit überhaupt der Bau eines Kohlekraftwerkes erwogen werden. Und ich weiß, Helmut Holter als zuständiger Minister wurde damals jahrelang damit konfrontiert:

(Zurufe von Dr. Norbert Nieszery, SPD, Egbert Liskow, CDU, und Torsten Renz, CDU)

nach vorne, nach hinten, nach oben und nach unten.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das wäre ihm nicht passiert, wenn wir das im Parlament beschlossen hätten?! Natürlich nicht!)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Landesraumentwicklung braucht meiner Meinung nach eine Zukunftsvision für das Land. Aufgabe eines jeden Landespolitikers und einer jeden Landespolitikerin muss es doch sein, daran mitzuwirken!

(Rainer Albrecht, SPD: Machen wir doch.)

Das LEP ist doch das Instrument, umzusetzen, was und wohin wir wollen, zumindest was flächen- und raumbezogene Planung und Nutzung angeht. Beispielsweise arbeitet Schleswig-Holstein derzeit an einer Landesentwicklungsstrategie 2030, natürlich gemeinsam mit dem Parlament. Ich kündige schon einmal an, dass meine Fraktion in dieser Richtung parlamentarisch auch aktiv bleiben wird.

(Rainer Albrecht, SPD: Aber nicht immer abgucken!)

Wir werden das genau verfolgen, was die da in Schleswig-Holstein machen,

(Rainer Albrecht, SPD: Nicht immer abgucken!)

und ich halte das für äußerst wichtig, was da läuft.

(Rainer Albrecht, SPD: Das tun wir auch.)

Eine Landesentwicklungsstrategie ist bislang nicht in ausreichendem Maße, meine ich, zu erkennen. Mir wurde von verschiedenen Gesprächspartnern vorgehalten, dass im Entwurf zum LEP der Gestaltungswille und auch Entwicklungsgedanken fehlen, vielmehr werde der Status Quo festgeschrieben. Auch im Landesplanungsbeirat gab es lebhafte Debatten. Einiges wurde berücksichtigt, anderes nicht, so, wie Kollege Jaeger schon sagte.

Dieser Kritik sollten wir uns doch gemeinsam stellen, Landesregierung und Landesparlament. Noch ist genug Zeit, sich einzubringen. Jetzt werden erst einmal alle Stellungnahmen des ersten Beteiligungsverfahrens sondiert und abgewogen und in diesen Prozess sollten die Fachausschüsse, alle Fachausschüsse des Landtages eingebunden sein – und das ist doch nicht so!

(Rainer Albrecht, SPD: Die Arbeit können wir aber nicht leisten.)

Nun kommen Sie doch nicht mit Ihrem Argument der Selbstbefassung. Wer hat denn Zeit? Jeder hat doch seine Spur und sein Gebiet. Und wer kümmert sich da um Landesplanung?

(Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Egbert Liskow, CDU)

In den jeweiligen Fachausschüssen sollte diskutiert werden, ob den Vorschlägen gefolgt werden sollte oder nicht, Beispiel: Offshorewindparks im Küstenmeer. Minister Pegel äußerte sich ja schon, dass wir den 6Kilometer-Abstand zwischen maritimen Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für Windeignungsanlagen und Küsten noch mal diskutieren wollen.

(Rainer Albrecht, SPD: Ja. – Egbert Liskow, CDU: Müssen, müssen!)

Das halte ich auch für richtig, dass wir das machen. Ja, aber wollen wir das wirklich nur alleine im Energieausschuss machen? Und das machen wir dann auch nur, wenn wir sagen, wir, die LINKEN, sagen, wir wollen darüber diskutieren, ja?

(Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Egbert Liskow, CDU)

In der Sitzung des Energieausschusses in der letzten Woche kam es zur Vorstellung dieser Studie, ich möchte sie noch mal nennen: „Tourismus, Erneuerbare Energien und Landschaftsbild“. Da gab es natürlich eine Debatte zur Ausweisung der Windkraftanlagen im Küstenmeer. Bei den Regionalkonferenzen war das ein Reizthema schlechthin. Und im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erfuhren die Mitglieder des Energieausschusses, dass bei Realisierung aller derzeit in Planung befindlichen Windparks in der ausschließlichen Wirtschaftszone, also der Zone jenseits des Küstenmeeres, die Energieziele Deutschlands bis 2030 erreicht werden können.

(Johann-Georg Jaeger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das reicht aber nicht für 100 Prozent regenerativ.)

Schleswig-Holstein verzichtet bewusst auf die Ausweisung von Windenergie- und Windvorranggebieten im Küstenmeer.

Ich habe mir noch mal etwas raussuchen lassen zum Landesplanungsgesetz Schleswig-Holstein. Ich will das einfach mal zitieren: „Der Landesentwicklungsplan wird von der Landesregierung mit Zustimmung des Landtags als Rechtsverordnung beschlossen. § 62 des Landesverwaltungsgesetzes ist nicht anzuwenden“, und so weiter. Im Paragrafen 8 heißt es: „Die Kreise und kreisfreien Städte sind frühzeitig an der Erarbeitung des Landesentwicklungsplans zu beteiligen“,

(Rainer Albrecht, SPD: Das machen wir auch.)

die Kreise und kreisfreien Städte. „Parallel zum Beteiligungsverfahren gemäß § 5 Abs. 5 wird der Innen- und Rechtsausschuss des Landtags über den Stand der Arbeiten unterrichtet. Ihm wird Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.“

(Rainer Albrecht, SPD: Das machen wir auch.)

Also ich will damit sagen, überall, fast überall ist es Usus.

Machen wir auch, machen wir auch?!

(Rainer Albrecht, SPD: Ja.)

Na, machen wir doch nicht!

(Zuruf von Rainer Albrecht, SPD)

Es stellt sich doch die Frage: Brauchen wir wirklich – wenn wir mal auf andere Inhalte eingehen wollen –, brauchen wir wirklich Flächenvorsorge für die kommenden 20 Jahre im Küstenmeer für Windenergie, oder nicht?

(Johann-Georg Jaeger, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Ja, das glaube ich.)

Ja, Herr Jaeger, ist klar.