Protokoll der Sitzung vom 11.03.2015

Herr Müller, den Unterschied machen Sie hier vorne auch nicht.

… den Personalstellenplan an den Universitäten nur zu 96 Prozent und an den Fachhochschulen nur zu 97 Prozent auszufinanzieren. Genau das haben die Hochschulen und das Bildungsministerium nicht getan. Sie haben ihn aufgestockt auf 98 Prozent bei den Fachhochschulen. Aber wir fordern, das steht im nächsten Satz: „100 Prozent der Aufgaben können nur mit 100 Prozent des Personals erfüllt werden.“ Das fordern wir.

(Susann Wippermann, SPD: Das ist keine Forderung, sondern eine Feststellung.)

Natürlich ist das eine Forderung.

(Susann Wippermann, SPD: Das ist eine Feststellung.)

Frau Wippermann, das ist ja nun solche Haarspalterei,

(Susann Wippermann, SPD: Was?)

die ich nur von Herrn Brodkorb so kenne, von allen anderen eher nicht erwarte.

(Heiterkeit bei Susann Wippermann, SPD: Oh, das ist eine Ehre.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, …

Ja, da müssen Sie selbst lachen, ne?!,

(Zuruf und Heiterkeit bei Peter Ritter, DIE LINKE)

… der zweite Punkt: „Der Landtag unterstützt den Vorschlag der Hochschulen, diese von den Versorgungslasten für ab 2008 eingestellte Beamtinnen und Beamte zu entlasten“, ist de facto erfüllt worden. Und welches Wort Sie jetzt auch immer gefunden haben, was Ihnen da nicht passt, sei dahingestellt.

(Unruhe bei Heinz Müller, SPD)

Im Grunde wissen wir, um was es geht, im Grunde ist es erfüllt worden.

„3. Der Landtag weist den Vorschlag des Landesrechnungshofes zur Verteilung der sogenannten BAföG-Mittel zurück“, meine sehr geehrten Damen und Herren, da ging es um die Aufteilung. Da gebe ich mir die Blöße zu sagen, da hätte ich vielleicht das Wort „Aufteilung“, nicht „Verteilung“, sondern „Aufteilung“ der BAföG-Mittel, das hätte ich vielleicht so schreiben können, dann wäre es deutlicher gewesen. Aber alle wissen doch hier im Raum, um was es geht.

(Zuruf von Susann Wippermann, SPD)

Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben einen Änderungsantrag hier eingebracht, wo das de facto klargestellt wird. Also an dem Punkt kann es auch nicht scheitern.

„4. Der Landtag fordert die Landesregierung auf, in Zusammenarbeit mit den Hochschulen einen neuen Vorschlag zur Verteilung der BAföG-Mittel zu erarbeiten. Mindestens 50 Prozent der BAföG-Mittel sollten den Globalhaushalten“ zugeordnet werden. Ja, auch hier hätte man natürlich schreiben können, „des Anteils der Hochschulen an den BAföG-Mitteln“.

(Heinz Müller, SPD: Das ist aber ein Unterschied, ne?!)

Es geht mir nicht um den Anteil der Mittel für die Schulen. Das wäre leicht zu heilen gewesen,

(Heinz Müller, SPD: Auf die paar Milliönchen kommts nicht an, oder wie?)

indem ich Ihnen das einfach hier sage, aber Sie stürzen sich ja sozusagen wie die Geier auf diesen kleinen Punkt, weil Sie endlich was gefunden haben,

(allgemeine Unruhe – Zurufe von Manfred Dachner, SPD, und Susann Wippermann, SPD)

wo Sie wirklich mal einen Hebel ansetzen können. Ich finde es schade, ich finde es wirklich schade, weil sozusagen der Hauptpunkt dieses Punktes dann verlorengeht. Offensichtlich ist Ihnen nichts anderes geblieben. Zum Schluss war dieser Antrag sehr erfolgreich, das muss man ehrlich sagen.

(allgemeine Heiterkeit und Unruhe)

Werfen Sie uns nicht vor, dass Sie von unseren vier Punkten im vorauseilenden Gehorsam schon drei erfüllt haben! Das haben wir dann auch im Änderungsantrag dokumentiert und haben gesagt, wir begrüßen das. Es sind aber aus der Anhörung noch zwei andere Punkte hervorgegangen

(Andreas Butzki, SPD: Genau.)

und diese zwei Punkte, die sind wichtig,

(Andreas Butzki, SPD: Genau.)

da geht es um die Instandhaltungskosten,

(Andreas Butzki, SPD: Genau.)

die sind bis heute nicht geklärt.

(Andreas Butzki, SPD: Genau.)

Herr Butzki, sagen Sie mal, die Instandhaltungskosten

(Andreas Butzki, SPD: Genau.)

sind noch nicht geklärt worden. Es sind zwar 7 Millionen aus den BAföG-Mitteln zur Verfügung gestellt worden, geklärt sind sie aber nicht,

(Zuruf von Andreas Butzki, SPD)

denn das infas-Institut hat explizit noch mal ausgerechnet,

(Andreas Butzki, SPD: Ja.)

eigentlich brauchen wir nicht 7 Millionen, sondern wir brauchen 13,38 Millionen, glaube ich. Waren es 13,38? Ich glaube, ja. 13,38 Millionen Euro brauchen wir im Jahr. So, das heißt, da fehlen 6 Millionen. Niemand hat das bisher geklärt. Das ist eine offene Frage.

(Andreas Butzki, SPD: Aber die haben Sie doch geklärt hier!)

Und das haben wir im Änderungsantrag noch mal niedergelegt.

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich weiß, ich musste das hier im Hause schwer erlernen,

(allgemeine Unruhe und Heiterkeit – Egbert Liskow, CDU: Was ist mit den BAföG-Millionen jetzt? – Zurufe vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU: Oooh!)

wenn sozusagen …

Nein, nein, nein, um Gottes willen, in die Richtung will ich gar nicht, kein Selbstmitleid.

(Heinz Müller, SPD: Wir haben aber noch Taschentücher.)

Es geht mir eigentlich nur darum, ich musste es einfach lernen, dass man, wenn nur nach Haaren in der Suppe gesucht wird, wenn die Krümel gespalten werden, dann offensichtlich einen wunden Punkt getroffen hat. Wir haben einen Antrag heute hier eingereicht, der im vorauseilenden Gehorsam sozusagen zum größten Teil durch die Koalition, durch die Regierung schon mal selbst erfüllt wurde.

(Beifall und Heiterkeit vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)