Protokoll der Sitzung vom 13.11.2019

(Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: Das Land ist groß, Herr Kokert, das Land ist groß! – Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE)

wir brauchen uns das ja nicht gegenseitig vorzuwerfen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Sie haben mich ja nicht eingeladen. Sie haben gerade davon gesprochen, dass Sie die Bürgermeister eingeladen haben.)

Ich habe nur die Bürgermeister eingeladen, Sie sind kein Bürgermeister.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ja, eben! Ja, eben!)

Hätten Sie ja werden können in der Kommunalwahl, dann hätte ich Sie auch eingeladen. Ich habe Ihre Kollegen sonst auch eingeladen.

(Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Peter Ritter, DIE LINKE: Das ist doch Quatsch!)

Und das Erstaunliche ist ja,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Sie haben mich nie gesehen. Wenn Sie mich nicht einladen, können Sie mich nicht sehen.)

dass die kommunale Ebene – und auch das kann ja nicht anders sein – das durchaus anerkennt, was das Land jetzt auf den Weg gebracht hat, weil jeder Schritt war von A bis Z mit der kommunalen Ebene besprochen. Und deshalb ist es gar nicht verwunderlich, dass die beiden kommunalen Spitzenverbände, sowohl der Städte- und Gemeindetag als auch der Landkreistag, von Anfang an diesen Prozess mit unterstützt haben.

Deshalb würde ich gern mal wissen, liebe Frau Rösler: Welche Region des Landes haben Sie denn jetzt vom Zustand beschrieben? Von welcher Region haben Sie denn gesprochen?

(Jeannine Rösler, DIE LINKE: Da gibt es viele Regionen.)

Da gibt es viele Regionen? Das ist natürlich sehr konkret, weil ich würde diese Region gern mal besuchen, wo das stattfindet, was Sie gesagt haben.

(Jeannine Rösler, DIE LINKE: Ja, dazu lade ich Sie gerne ein.)

Das hört sich eher an, als wenn wir irgendwie über das vordere Kuba reden, aber nicht über das Land Mecklenburg-Vorpommern.

(Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Zuruf von Jeannine Rösler, DIE LINKE)

Und selbst,

(Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: Kuba-Witz, wirklich? Kuba-Witz?)

wenn das so sein sollte, dann müssen Sie doch auch einfach mal anerkennen,

(Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: So tief sind Sie gesunken, Herr Kokert, so tief?!)

dass mit diesen 350 Millionen Euro, die wir jetzt mehr als Land da reinpacken, dieser Zustand zukünftig auf jeden Fall besser wird und nicht noch schlechter. Es ist doch einfach nur unredlich, wenn man jetzt noch so tut, als wenn das Land mehr Geld dort reingibt in die FAGSchlüsselmasse, und am Ende hat die kommunale Ebene noch weniger Geld als vorher. Das ist ja ein mathematisches Paradoxon, was Sie hier vorgetragen haben!

(Jeannine Rösler, DIE LINKE: In einzelnen Gemeinden ist das so.)

Das ist doch Unsinn, liebe Frau Rösler, und das wissen Sie auch ganz genau!

(Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Jeannine Rösler, DIE LINKE: Das ist doch Schwachsinn!)

Meine Damen, meine Herren, sicherlich kann man darüber streiten und sagen, das hätte alles viel schneller gehen können. Das hätte ich mir übrigens auch gewünscht. Ich will auch nicht sagen, dass meine Fraktion – und ich schon überhaupt nicht – da die Weisheit mit Löffeln gefressen hat.

(Zuruf von Eva-Maria Kröger, DIE LINKE)

Ich habe in dieser ganzen Diskussion unglaublich viel über die kommunale Finanzierungsstruktur gelernt, wo ich mir im Nachhinein so gedacht habe, mein Gott, muss das wirklich alles so kompliziert sein, dass am Ende kein Ehrenamtler mehr in der Lage ist, da durchzusteigen?!

(Jens-Holger Schneider, AfD: Nein, muss es nicht.)

Aber wenn du in das System einsteigst, dann ist es eben nicht so leicht zu sagen, ich nehme einfach mal Geld in die Hand und schütte das dahin. Es muss alles klagefest sein, alles kann vor dem Landesverfassungsgericht beklagt werden, jeder einzelne Punkt. Und jede Gemeinde, jeder Einwohner hat in diesem Land das Recht, gleichmäßig behandelt zu werden, dann kommen wir natürlich schnell ins kurze Gras. Da kann man nicht einfach mit der Gießkanne sagen, ich schütte da mal was rein und da mal was rein. Das ist so die linke Auffassung, das weiß ich, das propagieren Sie ja auch immer so.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Was erzählen Sie denn für einen Unsinn?!)

Ja, Moment mal, ich stelle das klar, was Ihre Rednerin gesagt hat.

(Zurufe von Eva-Maria Kröger, DIE LINKE, und Jeannine Rösler, DIE LINKE)

Da reden beim nächsten Mal Sie, dann muss ich das vielleicht nicht klarstellen.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Sie müssen bei einer anderen Veranstaltung gewesen sein.)

Sie haben doch hier beschrieben, dass wir im Prinzip überhaupt keine Straßen haben, Straßenbeleuchtung wird ausgeschaltet,

(Jeannine Rösler, DIE LINKE: Hä?!)

also es ist bei uns wie im vorderen Kuba. Das haben Sie doch gerade gesagt!

(Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: Schon wieder Kuba! Was haben Sie mit Kuba, Herr Kokert?!)

Das war Ihre Zustandsbeschreibung,

(Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: Fahren Sie doch hin, wenn Sie da so gerne hinmöchten! – Zuruf von Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE)

das war Ihre Zustandsbeschreibung von dem Land Mecklenburg-Vorpommern.

(Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE)

Und dann war noch Ihre Behauptung, wenn wir jetzt mehr Geld reingeben, wird das nicht besser, sondern sogar noch schlimmer.

(Jeannine Rösler, DIE LINKE: Das habe ich überhaupt nicht gesagt!)

Und das ist schlicht und ergreifend,

(Zuruf von Beate Schlupp, CDU)

das ist schlicht und ergreifend für das Land MecklenburgVorpommern nicht wahr.

Wenn wir darüber reden, wo wir vielleicht noch Nachholbedarf haben, dann ist das die hohe Verschuldung, die wir auf der kommunalen Ebene haben. Und wenn Sie sich das ansehen auf der Karte von West nach Ost, dann stellen Sie fest, dass wir ein gigantisches Gefälle haben von West nach Ost. Das heißt, umso weiter du in den Osten kommst, umso weiter nimmt die Verschuldung zu. Das kann man ganz global jedenfalls so sagen und das wird Gründe haben. Sie haben gesagt, die kommunalen Vertreter haben daran jedenfalls nicht Schuld. Da würde ich sagen, vielleicht ist das zum großen Teil durchaus der Fall, aber natürlich haben wir auch Gemeinden und Städte, sowohl im Westen als auch im Osten des Landes, wo in der Vergangenheit nicht alles richtig gelaufen ist.

(Jens-Holger Schneider, AfD: Ja.)

Das ist ja auch der ganz normale Fall in der kommunalen Selbstverwaltung. Dazu gehört auch manchmal, dass man kommunalen Unsinn macht. Und das können Sie doch nicht alles jetzt dem Land vor die Füße kippen und sagen, dafür sind wir vollumfänglich zuständig, und vor allem muss man das in einer Legislatur alles ausgleichen, was Sie unter Rot-Rot vergessen haben,

(Heiterkeit bei Jacqueline Bernhardt, DIE LINKE)