Protokoll der Sitzung vom 29.06.2011

Doppelabitur 2011: Ein starker Jahrgang mit starken Chancen - Antrag der Fraktion der CDU - Drs. 16/3771

Dazu erteile ich dem Kollegen Karl-Heinz Klare das Wort.

(Oh nein! bei der SPD)

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Doppelabitur in Niedersachsen - ein ganz besonderes Ereignis, natürlich ein einmaliges Ereignis und, wie wir heute ohne Zweifel feststellen können, ein sehr erfolgreiches Ereignis.

(Beifall bei der CDU und Zustimmung bei der FDP - Widerspruch bei der SPD)

Diese Aktuelle Stunde betrachte ich als eine Feierstunde für die gelungene Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Meine sehr verehrten Damen und Herren, von dieser Stelle aus gratuliere ich allen Abiturientinnen und Abiturienten des Doppeljahrgangs, natürlich besonders denen, die das Abitur nach acht Jahren bestanden haben.

(Mechthild Ross-Luttmann [CDU]: Aber auch denen nach neun Jahren!)

Meine Anerkennung gilt den Lehrkräften an unseren Schulen, die mit ganz erheblichem zusätzlichen Aufwand das Konzept mitgetragen und damit zum Erfolg beigetragen haben.

Ich danke auch den Eltern, die trotz mancher Belastung und so mancher Aufregung sehr konsequent an der Seite ihrer Kinder standen. Vielleicht haben sie im Gegensatz zu manchem Fachmann hier im Hause erkannt, dass ihre Kinder mit den kürzeren Schulzeiten im nationalen und internationalen Wettbewerb besser aufgestellt sind als vorher.

Meine Damen und Herren, unsere jungen Leute haben sich der Herausforderung G8 gestellt. Sie haben gearbeitet, sie haben sich angestrengt -

auch mit dem Wissen, dass es in ihrem Leben noch größere Herausforderungen geben wird, als das Abitur nach acht Jahren zu machen.

Das Ergebnis ist genauso gut wie in den letzten Jahren. Dieser doppelte Abiturjahrgang hat tolle Ergebnisse produziert, wenn ich das einmal so sagen darf. Es ist doch fantastisch, dass an einigen Schulen die Schüler des Jahrgangs G8 sogar besser als die des Jahrgangs G9 abgeschnitten haben.

(Reinhold Coenen [CDU]: Hervorra- gend!)

Das ist im Einzelfall ohnehin so. Aber man kann an einigen Schulen sogar nachvollziehen, dass das so ist. Damit hat in dieser Weise niemand gerechnet. Für jeden einzelnen Schüler und für jede einzelne Schülerin ist das ein toller Erfolg. Ich freue mich über diese großartige Leistung. Das sage ich auch im Namen der gesamten CDU-Fraktion.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Meine Damen und Herren, ich sage aber auch, dass ich mich darüber freue, dass trotz der ständigen Verunsicherungskampagne von dieser Seite aus

(Gerd Ludwig Will [SPD]: Ach ja!)

die Kampagnen der Opposition niemals und nirgends gefruchtet haben. Das haben die tollen Ergebnisse doch bewiesen. Unsere jungen Abiturientinnen und Abiturienten haben Ihre durchsichtige Kampagne durch ihre Leistungen außer Kraft gesetzt. Wir haben tolle junge Menschen in Niedersachsen. Darauf können wir stolz sein.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Meine Damen und Herren, ganz besonders übel fand ich die Kampagne der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die der Bürokratie im Kultusministerium vorgeworfen hat, sie habe das Anforderungsniveau gesenkt, nur damit niemand durchfällt. Das ist übel von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die Standards sind dieselben geblieben, meine Damen und Herren! Mit solchen Aussagen hintergeht man sozusagen die Schülerinnen und Schüler und treibt auch mit den Lehrern, die sich angestrengt haben, ein böses Spiel. Dieses können wir einfach nicht akzeptieren. Man ist den Schülern in den Rücken gefallen.

(Beifall bei der CDU)

Natürlich gab es Holprigkeiten und Probleme. Die haben wir auch nie verschwiegen. Und wenn es Probleme gab, dann wurde gehandelt - dann wurde nachgebessert, wurden runde Tische eingerichtet, wurden Förderstunden zugewiesen usw.

Wenn hier im ideologischen Überschwang auch noch behauptet wird, diese Kinder hätten eine verlorene Zukunft und eine zerstörte Kindheit, dann sind alle Maßstäbe flöten gegangen, meine Damen und Herren. Reden Sie doch einmal mit den Kindern, die auf den Müllhalden in Südamerika arbeiten müssen! Das ist eine verlorene Kindheit!

(Zurufe von der SPD und von der LINKEN)

Sie haben mit der Diskussion hier alle Maßstäbe, die gelten, außer Kraft gesetzt.

(Kreszentia Flauger [LINKE]: Sie soll- ten sich schämen, Herr Klare!)

- Sie sollten sich schämen! - So ist die Wahrheit.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Stefan Wenzel [GRÜNE]: Meine Güte, Herr Klare!)

Gestern hat Ihre Sprecherin hier noch von der verlorenen Kindheit gesprochen.

Herr Kollege, gestatten Sie eine Zwischenfrage?

Nein, das geht leider nicht. - Ich bin übrigens sehr gespannt, ob und wie Sie jetzt gegen das G8 argumentieren, wo die jungen Menschen Ihnen doch durch ihre Leistungen alle Argumente und Argumentationsgrundlagen aus der Hand geschlagen haben.

Meine Damen und Herren, jetzt kommt die nächste Phase. Der doppelte Jahrgang muss nämlich ins Studium oder in eine Ausbildung. Auch hier sind alle vorbereitenden Dinge wieder gut gelaufen. Wir stellen allein in Niedersachsen zum kommenden Wintersemester 10 732 zusätzliche Studienplätze zur Verfügung - insgesamt 35 000. Auch hier sind die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass alles gut läuft.

Wirklich beeindruckend ist auch, dass sich die ausbildende Wirtschaft beteiligt und sich wirklich ganz außergewöhnlich der großen Verantwortung

stellt und die nötigen qualifizierten Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt.

Meine Damen und Herren, unsere gut ausgebildeten jungen Leute aus unserer nachwachsenden Generation werden einen Studienplatz erhalten; das garantieren wir. Und sie werden einen Ausbildungsplatz erhalten; das garantieren wir. Das sind wir ihnen am Ende auch schuldig, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Dass alles ordnungsgemäß gelaufen ist, wird auch von allen Seiten bestätigt. Selbst der blinde Schüler, der bei uns hier vorgesprochen hat, hat das Abitur geschafft - mit 1,9. Auch darauf sind wir stolz.

Wir danken der Bürokratie, dem Kultusminister und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie das alles so toll auf die Reihe gebracht haben.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Letzter Satz: Diese jungen Leute haben in Niedersachsen Schulgeschichte geschrieben, sogar für viele Teile Deutschlands. Das G8 war erfolgreich. Die Menschen haben sich jetzt mit einer tollen Ausbildung die Grundlagen dafür geschaffen, dass sie im Beruf und im Studium ihren Mann oder ihre Frau stehen können. Das ist für sie gut. Das ist aber auch für unsere Gesellschaft gut. Für unser Land Niedersachsen ist es ebenfalls gut. Das ist Zukunftspolitik.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Ich erteile der Kollegin Heiligenstadt das Wort.

(Oh! bei der CDU)

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag gratuliert den Abiturientinnen und Abiturienten ganz herzlich zum bestandenen Abitur und wünscht den Absolventinnen und Absolventen alles Gute für ihre persönliche und berufliche Zukunft.

(Lebhafter Beifall)

- Die Kollegen der CDU haben sich ja schon darüber gefreut, dass ich hier rede. Sie können jetzt auch mitklatschen. Das ist doch schön.

(Unruhe - Glocke des Präsidenten)

Meine Damen und Herren, es ist ein starker Jahrgang,

(Christian Dürr [FDP]: Bisher war das eine fantastische Rede, Frau Heili- genstadt!)