Zum Schuljahresbeginn 2006 bzw. 2007 wurden dazu für den Primarbereich und den Sekundarbereich I neue kompetenzorientierte Lehrpläne in Kraft gesetzt. Damit wurde auch die Bedeutung der
Naturwissenschaften noch einmal unterstrichen. Im Sekundarbereich I wurden die Stundenanteile der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer in der Haupt- und der Realschule erhöht. In der Realschule wurde der Profilbereich Technik neu eingerichtet.
Niedersachsen nimmt zudem an dem Projekt „Sinus an Grundschulen“ teil, das zum Ziel hat, mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in der Grundschule u. a. durch Lehrerfortbildung zu fördern.
Im Rahmen der Verpflichtung zur Berufsorientierung im Sekundarbereich haben das Niedersächsische Kultusministerium und verschiedene Kooperationspartner aus Bildung und Wirtschaft das Formel-X-Projekt zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Lernens und Arbeitens in der Stadt und im Landkreis Hannover ins Leben gerufen. Der Arbeitgeberverband Region Braunschweig e. V., die Stiftung NiedersachsenMetall, die Technische Universität Braunschweig und die Landesschulbehörde haben eine Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel geschlossen, das MINT-Potenzial von begabten Schülerinnen und Schülern angesichts des Fachkräftemangels in der Region zu sichten und zu fördern.
Die IdeenExpo hat in 2007 und 2009 den Forschergeist bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entfacht. Auch 2011 können die Besucher wieder spannende Entdeckungen machen und bekommen die Gelegenheit, Naturwissenschaften und Technik hautnah aus einer anderen Perspektive zu entdecken.
Gemeinsam mit den Schulen bzw. über die Anstrengungen der Schulen hinaus bieten auch die niedersächsischen Hochschulen zahlreiche Angebote für Schülerinnen und Schüler an, um bei jungen Menschen das Interesse für Ingenieur- und Naturwissenschaften bereits in der Schule zu wecken.
So erfahren Schülerinnen und Schüler Unterstützung bei der Realisierung von Projekten im Rahmen von Schülerwettbewerben (z. B. Jugend forscht, Schüler experimentieren, MathemaTIK- Olympiade usw.). Hochschulen schreiben (z. T. in Kooperation mit Unternehmen) auch selbst Schülerwettbewerbe aus. Beispiele sind die „Intel Leibniz Challenge“ oder der „Club Apollo 13“ an der Leibniz Universität Hannover. Wettbewerbsleistungen können dabei sogar ins Abitur einfließen.
Ferner bieten Hochschulen Arbeitsgemeinschaften für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die sich mit Anwendungen der Mathematik und Naturwissenschaften in Wirtschaft, Technik, Umwelt und Gesellschaft beschäftigen. Erklärtes Ziel ist es, Berührungsängste und Vorurteile gegenüber diesen Fachgebieten abzubauen, selbstständiges Arbeiten nahezubringen und die Beziehung zwischen Schule und Universität zu verbessern (z. B. „Gauss-AG“ an der Universität Hannover mit Kur- sen der Fachgebiete Elektrotechnik, Informatik, Bauingenieurwesen und Mathematik).
Außerdem gibt es an vielen Hochschulen sogenannte Sommer-, Herbst- oder Winteruniversitäten während derer Schülerinnen, Schüler und auch Lehrkräfte weitreichende Einblicke in Studiengänge und Studienbedingungen mathematischer, naturwissenschaftlicher, wirtschaftswissenschaftlicher und technischer Fakultäten erhalten.
Einige niedersächsische Hochschulen geben Interessenten insbesondere in den MINT-Studiengängen im Rahmen eines Juniorstudiums Gelegenheit, bereits vor Beginn des eigentlichen Studiums Vorlesungen zu besuchen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, Prüfungen abzulegen. Die so erworbenen Leistungsnachweise können für ein späteres Studium anerkannt werden.
An außerschulischen Einrichtungen wie Hochschulen und Forschungseinrichtungen wurden Schülerlabore eingerichtet, in denen Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern im Rahmen schulischer Veranstaltung und mit Bezug zum Lernstoff des Unterrichtes moderne Natur-, Bio- und Technikwissenschaften erleben können. Niedersachsen fördert Schülerlabore u. a. durch die Abordnung von Lehrkräften sowie die projektbezogene Förderung einzelner Schülerlabore (z. B. X-Lab Göttinger Expe- rimentallabor für Junge Leute, „HannoverGEN“ der Universitäten Oldenburg und Hannover, Biotech- nologisches Schülerlabor in Braunschweig).
Die Hochschulen haben für Schüler/innen ferner zahlreiche MINT-Angebote im Rahmen der Wissenschaftsjahre gestaltet: 2004 Jahr der Technik, 2005 Jahr der Physik, 2006 Informatikjahr, 2008 Jahr der Mathematik, 2010 Zukunft der Energie.
Zu 3: Entscheidend für die Gestaltung der Curricula ist die Sicherstellung des Erwerbs der definierten, für die Berufsqualifizierung bzw. für ein weiteres Studium erforderlichen Kompetenzen. Der Sinn von Praxisphasen im Studium muss sich mithin immer von den definierten Kompetenzzielen ablei
Insbesondere die Fachhochschulen verstärken aktuell ihre Bemühungen, Praxisanteile sinnvoll in den grundständigen Studiengängen zu verankern. So hat am 14. September 2010 im Rahmen der Qualifizierungsoffensive Niedersachsen ein durch MWK moderiertes Fachgespräch zum Thema Praxisphasen in ingenieurwissenschaftlichen Bachelorstudiengängen an Fachhochschulen unter Beteiligung von MW, IHK-AG Hannover-Braunschweig, Stiftung NiedersachsenMetall sowie Unternehmens- und Hochschulvertretern stattgefunden. In der Qualifizierungsoffensive Niedersachsen haben sich Landesregierung, Kammern, Verbände und Arbeitsagenturen in Niedersachsen zusammengeschlossen, um die Bildungschancen in Niedersachsen zu verbessern und den Fachkräftenachwuchs - insbesondere im MINT-Bereich - zu sichern.
Im Rahmen des Modellvorhabens „Offene Hochschule“ kommt der Berufspraxis eine besondere Bedeutung zu. Durch die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte, durch spezielle Studienangebote für Berufstätige sowie durch die Erleichterung von Übergängen zwischen beruflicher und Hochschulbildung, u. a. durch Anrechnung von Qualifikationen und beruflich erworbenen Kompetenzen, wird eine positive Entwicklung der Studierendenzahlen ermöglicht.
Ein in das Curriculum eines Studiengangs sinnvoll eingebundener Praxisanteil leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Kompetenzerwerb. Praxisanteile können jedoch nur ein - bedeutsamer - Mosaikstein eines attraktiven und gut nachgefragten Studienangebots sein.
des Ministeriums für Inneres und Sport auf die Frage 5 der Abg. Sigrid Rakow, Hans-Dieter Haase, Detlef Tanke, Rolf Meyer, Marcus Bosse, Brigitte Somfleth und Karin Stief-Kreihe (SPD)
Die Station Norddeich der Wasserschutzpolizei (WSP) nimmt an der Küste in zentraler Lage zwischen den WSP-Stationen Wilhelmshaven und Emden hoheitliche Befugnisse im Nationalpark Wattenmeer, dem UNESCO-Weltnaturerbe, wahr. Sie kontrolliert die Einhaltung des Schutzregimes und sichert so die Qualität des
niedersächsischen Wattenmeeres. Die Kooperation mit der Nationalparkverwaltung sowie weiteren Behörden ist seit Jahren von gegenseitigem Vertrauen geprägt.
Nun beabsichtigt die Landesregierung, die WSP-Station Norddeich zu schließen. Dazu äußern sich u. a. Vertreter der Kommunen aus der Region wie auch der Beirat des Nationalparks Wattenmeer mit großer Besorgnis. Die Welt vom 2. November 2010 berichtet unter der Überschrift „Niedersachsen, BUND sieht Watt in Gefahr“, dass bei der WSP ein Stellenabbau um 80 der bisherigen 210 Arbeitsplätze geplant sei.
Die Auflösung der Station sowie der Stellenabbau würden eine Ausdünnung der Vorortpräsenz der WSP im Bereich zwischen den Inseln und dem Festland bedeuten.
Eine weitere Schwächung der Beobachtung und Kontrolle des Nationalparks ist nach Auffassung des Beirats nicht akzeptabel und wird in keiner Weise der neuen Bedeutung des Weltnaturerbes gerecht.
1. Wie will die Landesregierung gewährleisten, dass Sicherheit, Prävention und Naturschutz auch weiterhin im Weltnaturerbe Bestand haben?
2. Wie bewertet die Landesregierung die Einschätzung der Sport- und Berufsschifffahrt, dass bei Wegfall der WSP in Norddeich Umweltstraftaten schwerer verhindert bzw. aufgeklärt werden können und dass Sicherheit und Prävention am besten durch ein watttaugliches Polizeischiff und wattkundige Polizisten gewährleistet werden können?
3. Wie schätzt die Landesregierung die Präventionswirkung von Polizeikräften vor Ort ein, generell - Streifenwagen am Festland - und im Fall des Wattenmeeres - der WSP-Station Norddeich -, und wie lange würde es dauern, die von Emden und Wilhelmshaven entferntesten Ziele zu erreichen?
Zu 1: Mit der durch die Niedersächsische Landesregierung am 5. Oktober 2010 beschlossenen Neuausrichtung wurde die wasserschutzpolizeiliche Aufgabenwahrnehmung in Niedersachsen weiter optimiert. Die Wasserschutzpolizei bleibt als eigene Abteilung der Zentralen Polizeidirektion erhalten und nimmt die Kernaufgaben der Prävention, Gefahrenabwehr, Strafverfolgung und der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Schifffahrt, den Gewässern und dem Natur- und Umweltschutz wahr. Der Schwerpunkt liegt zukünftig gerade in der Gewährleistung der Sicherheit im Küstenbereich und der damit
verbundenen Konzentration auf die Seeschifffahrt und den Schutz des Küsten- und Wattenmeeres. Die Landesregierung unterstreicht damit ihre Verantwortung für Niedersachsen als größtem Küstenland und ihr Einstehen für den Erhalt des UNESCO-Welterbes im Nationalpark Wattenmeer.
Polizeipräsenz ist hierbei ein unverzichtbares Mittel der Prävention. Durch sie wird die objektive Sicherheit erhöht und das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung gestärkt. Die Bürgerinnen und Bürger sollen die Polizei überall in Niedersachsen als hochwertigen und kompetenten Dienstleister im Bereich der Sicherheit erfahren. Das gilt natürlich gleichermaßen für den besonderen Einsatzraum Wasser, speziell auch an der Küste und im Wattenmeer.
Die wasserschutzpolizeilichen Aufgaben an der Küste werden zukünftig in direkter Anbindung an die Zentrale Polizeidirektion durch eine integrierte Wasserschutzpolizeidienststelle in Wilhelmshaven wahrgenommen. An diese angegliedert sind die modern ausgestatteten Wasserschutzpolizeistandorte in Emden, Brake und Stade.
Über die Wasserschutzpolizeidienststelle in Wilhelmshaven und den Standort Emden sind Kontrollen und Präsenzstreifen zur Überwachung der Einhaltung der Vorschriften im Bereich des Wattenmeeres zwischen dem Festland und den Ostfriesischen Inseln weiterhin gewährleistet. In Wilhelmshaven ist eine 24-Stunden-Erreichbarkeit garantiert und damit eine kompetente Reaktion auf wasserschutzpolizeiliche Einsätze und präventive Kontrollen. Durch den Rund-um-die-Uhr-Dienst wird in Wilhelmshaven die Möglichkeit der ständigen Einsatzbereitschaft an einem Ort gebündelt und damit mehr Flexibilität für den Personaleinsatz geschaffen. Der Standort Wilhelmshaven wurde personell verstärkt, die Ausrüstung in Emden und Wilhelmshaven im Hinblick auf die Aufgaben optimiert.
Durch eine stärkere Bedarfsausrichtung werden eine flexiblere Aufgabenwahrnehmung und klarere Schwerpunktsetzungen für die wasserschutzpolizeilichen Aufgaben in Niedersachsen ermöglicht.
Um die landesweiten und landesübergreifenden fachlichen Erfordernisse und Kompetenzen sicherzustellen, wird integraler Bestandteil der Führungsdienststelle in Wilhelmshaven ein Kompetenzzentrum sein. Durch dieses werden eine hohe Verfügbarkeit des Einsatzmittels Boot und fachspezifische Qualifizierungen des Personals gewährleistet sowie die erforderlichen Qualifikationen
für die wasserschutzpolizeiliche Aufgabenwahrnehmung in ganz Niedersachsen dauerhaft auf hohem Niveau vorgehalten. Die fachliche Kompetenz, auch für den Bereich des Wattenmeeres, ist damit gesichert.
Zu 2: Das Vorgangsaufkommen ist durchgängig durch alle Dienststellen der Wasserschutzpolizei im Vergleich zu den Flächendienststellen gering. Im Zuständigkeitsbereich der Wasserschutzpolizeistation Norddeich wurden in den letzten fünf Jahren pro Jahr Umweltstraftaten im einstelligen Bereich festgestellt und bearbeitet. Die Aufgaben werden insgesamt weiterhin uneingeschränkt und mit gleich hohem Sicherheitsstandard über die Standorte Wilhelmshaven und Emden wahrgenommen.
Mit der Neuausrichtung steht für den hier infrage stehenden Einsatzraum eine vergleichbare Anzahl an Booten und Bootstypen zur Verfügung wie vor den Strukturveränderungen. Daraus ergibt sich, dass die Vorortpräsenz auf See und im Wattenmeer in gleichem Umfang erfolgen kann wie bisher.
Wasserseitig dienen Küstenboote bei der Bestreifung des Wattenmeeres als Basisstation. Die Küstenboote fahren in der Alltagsorganisation in der Regel Streifen nach einem besonderen Plan auf den Seeschifffahrtsstraßen und im Küstenmeer. Im Rahmen dieser Streifen wird auch das Wattenmeer befahren. Dies geschieht vornehmlich mit Beibooten, die auf den Küstenbooten mitgeführt werden und ein Vordringen auch in flache Gewässer ermöglichen. Landseitig können die entsprechenden Einsatzräume mit dem Pkw angefahren werden und über die Nutzung von trailerbaren Booten der Einsatzraum Wasser, und hier auch die flachen Gewässer, bestreift werden. Somit ist eine flexible Bestreifung des Wattenmeeres einschließlich der Überwachung der Berufs- und Sportschifffahrt gewährleistet.
Zu 3: Präsenzmaßnahmen im Einsatzraum Wasser orientieren sich aufgrund der geographischen Räume naturgemäß an Schiffsverkehrsströmen und -aufkommen und an besonders schutzwürdigen Einsatzräumen. Dies erfolgt in Ergänzung zu den zuständigen Flächenbehörden und -organisationen des Umweltschutzes und der Nationalparkverwaltung, mit denen auch in Zukunft vertrauensvoll zusammengearbeitet werden wird.
Im Bereich der Küste gibt es ein gemeinsames Einsatzgebiet, das auch bislang gebietsübergreifend flächendeckend bestreift wurde. Bei Sofortlagen wurde und wird auch zukünftig im Einzelfall das Boot eingesetzt, welches am schnellsten unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit und meteorologischen Bedingungen vor Ort sein kann. Dies erfolgte bislang und wird auch weiterhin standortübergreifend in Kooperation der für die Sicherheit des Küstenmeeres zuständigen Beteiligten erfolgen. Über das Gemeinsame Lagezentrum See des Maritimen Sicherheitszentrums ist die Koordination solcher Einsätze rund um die Uhr gewährleistet. Gleiches gilt unter dem Stichwort „Hafensicherheit“ sowohl für die Hafenanlagen, die dem ISPS-Code unterliegen, als auch für die Bearbeitung kleinerer Havarien, die vor dem Hintergrund umfangreicher Schiffsbewegungen auch in Hafenanlagen zeitnah bearbeitet werden und bei denen eine Beurteilung erfolgt, ob ein Schiff aus der Fahrt genommen werden muss.
Im Übrigen wird die Wasserschutzpolizei nicht in den Häfen Emden oder Wilhelmshaven auf Einsatzanlässe warten, sondern ihre Aufgaben im Rahmen einer Präsenz im Einsatzraum wahrnehmen. Insoweit wären Entfernungsangaben ein rein theoretischer Wert, der für die Einsatzbewältigung unbedeutend ist.
des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung auf die Frage 6 des Abg. Jan-Christoph Oetjen (FDP)