In dieser Arbeitsgruppe sollen Maßnahmen zur Ammoniakemissionsreduktion identifiziert und zur Umsetzung empfohlen werden. Unabhängig von dem durch Deutschland zu führenden Nachweis der Einhaltung der nationalen Höchstmengen an Ammoniak ab 31. Dezember 2010 werden Strategien für erforderlich angesehen, mit denen die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten der Tierhaltung in Niedersachsen auch vor dem Hintergrund der auf europäischer Ebene beabsichtigten weiteren Absenkung der nationalen Höchstmengen bis 2020 auf weniger als 550 000 t Ammoniak jährlich erhalten werden.
Zu diesem Zweck wird in der Arbeitsgruppe ein Papier mit Handlungsempfehlungen und Instrumenten zur Umsetzung verabschiedet. Ziel ist es, alle Optionen zur Reduzierung von Ammoniakemissionen zu kommunizieren und für deren Umsetzung einzutreten. Schwerpunktmäßig werden in diesem Papier zunächst kurzfristig umsetzbare Maßnahmen mit einem hohen Minderungspotenzial für die Reduzierung der Ammoniakemissionen genannt: z. B. Gülle- und Geflügelkotmanagement, unverzügliche Einarbeitung von Gülle und Gärresten, Ersatz von Harnstoffdüngern, Ammoniakfiltereinbau in Ställen und Abdeckung von Schweinegüllelagern. Die tatsächlich eingesparte Menge an Ammoniakemissionen ist jedoch erst nach Umsetzung entsprechender Maßnahmen und einer durchzuführenden Auswertung näher quantifizierbar. Als geeignete Instrumente für die Umsetzung der Maßnahmen wurden beispielsweise Informationsveranstaltungen und -schriften sowie Norm konkretisierende Verwaltungsvorschriften angesehen.
Für die endgültige Bewertung der Emissionssituation und die Entwicklung weiterer emissionsmindernder Maßnahmen ist zudem eine verbesserte Datengrundlage erforderlich. Auf Bundesebene hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bereits eine zusätzliche agrarstatistische Erhebung für 2010/2011 initiiert, mit deren Auswertung in 2012 zu rechnen ist. Diese Daten werden auch der Überprüfung der Istsituation in Niedersachsen dienen und zu einer Aktualisierung des vorhandenen Datenmaterials führen. Weiterhin sollen diese Daten genutzt wer
den, um die zur Berechnung der Ammoniakemissionen angewandten Emissionsfaktoren zu überprüfen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe gehen davon aus, dass mit dem aktualisierten Datenmaterial eine realistischere Bewertung der Wirksamkeit der bereits umgesetzten Maßnahmen zur Ammoniakreduktion einhergeht (z. B. Installationsrate von Abluftreinigungsanlagen in Ställen, Einsatz Pha- senfütterung, Rate Abdeckung von Schweinegülle- lagern etc.).
Die Landesregierung begrüßt die Einrichtung und die inhaltlichen Ziele der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe stellt sicher, dass die relevanten Wissensträger in Niedersachsen beteiligt sind. Die Tierhaltung nimmt in Niedersachsens Landwirtschaft eine hervorgehobene Stellung ein. Es gilt, diese auch vor dem Hintergrund der europäischen Anforderungen zu sichern und darüber hinaus Entwicklungsperspektiven für die niedersächsische Landwirtschaft zu erhalten und auszubauen.
Insgesamt besteht die Erwartungshaltung, dass die Arbeitsgruppe einen signifikanten Beitrag zur Ammoniakminderung in der Landwirtschaft leisten kann, sodass die inhaltliche Arbeit dieser Arbeitsgruppe in Bezug auf Produktivität, Wirkung und Zielsetzung als positiv anzusehen ist. Ein Indiz hierfür ist, dass bereits zu diesem Zeitpunkt erste Handlungsempfehlungen zur Ammoniakminderung in der Landwirtschaft diskutiert werden.
Zu 3: An insgesamt 43 Messstandorten wurde die Ammoniakkonzentration durch das GAA Hildesheim und das Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut, Institut für Agrarrelevante Klimaforschung, untersucht. Darüber hinaus wurden an ausgewählten Standorten zur Absicherung der Messungen auch Vergleichsmessungen mit weiteren Projektteilnehmern (Umweltbundesamt, Landwirtschafts- kammer Niedersachsen) durchgeführt. Der beigefügten Tabelle können die Messstandorte für den Zeitraum September 2009 bis August 2010 entnommen werden.
Erste vorläufige Messergebnisse zeigen in der Regel mittlere Ammoniakkonzentrationen zwischen 0,7 µg/m³ und 11,6 µg/m³. Die höchsten Konzentrationen wurden an den Standorten Südoldenburg und Sieden festgestellt.
Im Gegensatz zu etablierten Messverfahren für NOx und SO2 ist die Konzentrationsmessung von Ammoniak in der Troposphäre immer noch schwierig. Es treten sehr variable Konzentrationen auf, und aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit de
poniert NH3 sehr schnell an Oberflächen des Messsystems. Das Projekt PASSAMMONI läuft noch bis zum Ende des Jahres 2011.
Ein Zwischenberichtsentwurf befindet sich derzeit in der fachlichen Abstimmung der Beteiligten. Erst wenn der Abschlussbericht mit allen Messergebnissen Anfang des Jahres 2012 vorliegt, sind die Voraussetzungen gegeben, um über die Konsequenzen zu beraten.