Protokoll der Sitzung vom 18.02.2011

Abschlüsse 2006 2007 2008 2009 2010

Erstausbildung/Umschulung (mehrjährige Maßnahmen, Ab- schluss: Gesel- len/Facharbeiterbrief)

77 94 106 137 178

- Berufliche Vorbereitungsmaßnahmen (Durchführung der Maßnahmen mehr- mals pro Jahr, Ab- schluss: Teilnahme- bescheinigung)

- Vorberufliche Qualifizierungsmaßnahmen (Durchführung der Maßnahmen mehr- mals pro Jahr, Ab- schluss: Kammer- /Innungszertifika- te/sonstige externe Prüfungen)

462 658 848 921 1 467

Gesamt 539 752 954 1 058 1 645

Anlage 26

Antwort

des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auf die Frage 27 der Abg. Dirk Toepffer, Jens Nacke und Wilhelm Heidemann (CDU)

Wirtschaftsfaktor Zoo Hannover - Nachhaltige Geschäftspolitik statt fahrlässiger Bekundungen?

Der Erlebniszoo Hannover blickt auf ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Jahr zurück. Wie Zoodirektor Klaus-Michael Machens auf der Jahrespressekonferenz am 25. Januar 2011 verkündete, besuchten rund 1,6 Millionen Menschen aus dem In- und Ausland im Jahr 2010 die besucherstärkste touristische Attraktion der Region, ein Anstieg um 29 % gegenüber dem Vorjahr.

Nach Eröffnung der mit einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro aufwändigsten Erlebniswelt Yukon Bay im Mai 2010 stieg die Besucherzahl gar um 47 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Die Steigerung der Besucherzahlen trug durch höhere Umsätze, z. B. im Gastronomie- und Merchandisebereich, maßgeblich zu den guten Geschäftszahlen des Jahres 2010 bei. Mit 33 Millionen Euro lag der Jahresumsatz um 46,8 % über dem Vorjahresergebnis. Gleichzeitig wurde bereits gut die Hälfte der für die zahlreichen Umbaumaßnahmen aufgenommenen Kredite bis zum Ende des vergangenen Jahres getilgt.

Auch in der regionalen Wirtschaft ist der Zoo als Umsatzfaktor fest verankert und bietet seinen Angestellten anhaltende Beschäftigungssicherheit. Die Mitarbeiterzahlzahl hat sich seit Beginn der Umbaumaßnahmen, gemessen an Vollzeitstellen, von 78 auf 316 mehr als vervierfacht.

Die jüngst veröffentlichten positiven Zahlen spiegeln die zukunftsgerichtete Geschäftspolitik vergangener Jahre wider. Es ist im Interesse der Besucher und Mitarbeiter, diese auch künftig nachhaltig fortzuführen. Vorschläge zu einschneidenden personellen Änderungen an der Geschäftsführung, wie jüngst von Regionspräsident Jagau vorgetragen, wurden medial bereits als „beispiellose Instinktlosigkeit“ (rund- blick, 31. Januar 2011) gegeißelt.

Wir fragen die Landesregierung:

1. Wie viel Fördermittel sind seitens der Bundes- bzw. Landesregierung sowie der Europäischen Union in den Ausbau des Zoos Hannover geflossen?

2. Welche gesamtwirtschaftliche Bedeutung hat der Erlebniszoo Hannover für die Region Hannover, bezogen auf die direkte und indirekte Wertschöpfung für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft?

3. Teilt die Landesregierung die Auffassung des Präsidenten der Region Hannover, wonach ein neues Geschäftskonzept für den Zoo Hannover gefunden werden muss?

Der Zoo Hannover wurde 1865 gegründet und bis 1994 als herkömmlicher Stadtparkzoo geführt. Auf den damals dramatischen Besucherrückgang wurde mit der Gründung der heutigen Betreiberin, der Zoo Hannover GmbH, reagiert. Diese entwickelte ein vollkommen neues Betriebskonzept. Seitdem wurden die Anlagen des Zoos abschnittsweise in Themenerlebniswelten umgebaut, in denen zeitgemäße zoologische Anforderungen, eine erlebnisorientierte breitenwirksame Pädagogik, Freizeitbedürfnisse der Besucher sowie zeitgemäße Techniken der Freizeittechnologie gleichermaßen berücksichtigt werden. Ein Meilenstein in der Entwicklung und Vermarktung als Erlebniszoo war die Teilnahme als sogenanntes Dezentrales Projekt „Stadt und Region als Exponat“ an der Weltausstellung EXPO 2000.

Mit der Realisierung der kanadischen Themenwelt Yukon Bay hat der Zoo Hannover seine Entwicklungsstrategie hin zu einer Erlebniswelt, in der neben Artenschutz und Bildungsansatz in besonderer Weise das Erlebnisangebot berücksichtigt wird, konsequent fortgesetzt und einen überregional hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Inzwischen spielt der Zoo Hannover sowohl als Naherholungs- und Bildungseinrichtung als auch als Tourismus

magnet eine äußerst wichtige Rolle im Erlebnisangebot der Region Hannover.

Das Land Niedersachsen hat sich bei seiner Entscheidung, das Projekt Yukon Bay durch die Gewährung von Fördermitteln zu unterstützen, im Wesentlichen von zwei Kriterien leiten lassen. Zum einen sollten die Besucherzahlen deutlich gesteigert werden, und zum anderen sollte die Zahl der Arbeitsplätze signifikant erhöht werden. Beide Prognosen hat der Zoo Hannover voll erfüllt. Daneben trägt der Zoo mit seiner neuen Erlebniswelt Yukon Bay zur Steigerung der Gästezahlen und zur Verlängerung der Aufenthaltsdauer der Gäste in der Region bei und erzielt damit erhebliche regionalwirtschaftliche Effekte.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich die Fragen namens der Landesregierung wie folgt:

Zu 1: Zur Durchführung der Maßnahme „Erweiterung des Zoos Hannover um die Alaskalandschaft Yukon Bay“ hat das Land Niedersachsen der Zoo Hannover GmbH im Jahr 2008 eine Zuwendung bis zur Höhe von 10 Millionen Euro aus der Tourismusförderrichtlinie gewährt. Die Zuwendung setzt sich wie folgt zusammen: 7 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung - EFRE) und 3 Millionen Euro aus Mitteln des Wirtschaftsförderfonds des Landes Niedersachsen. Fördermittel des Bundes wurden für die Erweiterung des Zoos um die Erlebniswelt Yukon Bay nicht eingesetzt.

Zu 2: Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Zoos Hannover wird für die Landeshauptstadt Hannover und die Region Hannover als erheblich eingestuft. Der Zoo ist die besucherstärkste touristische Attraktion der Region und hat sich zu einem auch bundesweit wahrgenommenen Kernanziehungspunkt entwickelt. Die konkrete gesamtwirtschaftliche Bedeutung lässt sich allerdings nur durch die Vergabe eines entsprechenden Gutachtens ermitteln, da die Wertschöpfung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft als Querschnitt vieler Branchen in der amtlichen Statistik so nicht abgebildet wird.

Zu 3: Gesellschafter der Zoo Hannover GmbH sind die Region Hannover (96 %) und der Verein der Zoofreunde Hannover e. V. (4 %). Die Niedersächsische Landesregierung ist weder Mitglied der Gesellschafterversammlung der Zoo Hannover GmbH noch Mitglied im Aufsichtsrat. Sie ist daher in den Prozess zur Erstellung bzw. Festlegung eines neuen Geschäftskonzeptes für den Zoo Hannover nicht eingebunden.

Anlage 27

Antwort

des Ministeriums Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auf die Frage 28 der Abg. Axel Miesner und KarlHeinrich Langspecht (CDU)

Urlaub auf dem Lande: eine niedersächsische Erfolgsgeschichte

In den schönsten Jahreszeiten die schönsten Wochen im schönen Niedersachsen genießen: Dieses Ziel haben immer mehr Urlauber. Urlaub auf dem Lande ist für immer mehr Menschen ein lohnenswertes Ziel.

Urlaub auf dem Lande bietet aber auch den Anbietern eine Perspektive für ein weiteres betriebliches Standbein und damit zusätzliches Einkommen und Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Ob Bauernhofferien, Familienurlaub, Reiterurlaub oder Gruppenreisen aufs Land: Urlaub auf dem Lande ist sehr vielschichtig und umfangreich. Studien kommen zum Schluss, dass das wirtschaftliche Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Einen maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung hat die Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e. V. Niedersachsen.

Wir fragen die Landesregierung:

1. Welche Entwicklung hat der Urlaub auf dem Lande seit 2003 genommen?

2. Die Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e. V. hat Themenreihen initiiert. Genannt seien hier „Urlaub rund ums Pferd“, „Erleben & Genießen“ und „Landreiselust“. Welche Entwicklungen haben diese einzelnen Schwerpunkte genommen?

3. Welche Zukunftsperspektive wird der Urlaub auf dem Lande aus Sicht der Landesregierung haben?

Der Urlaub auf dem Bauernhof/Urlaub auf dem Lande hat sich in Niedersachsen außerordentlich positiv entwickelt. Maßgeblich verantwortlich dafür ist die Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e. V. mit Sitz in Verden, die landesweit die Produktentwicklung und das Marketing für diese Angebotsform koordiniert.

Es wird in Zukunft darauf ankommen, den zu erwartenden Veränderungen der demografischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. Die traditionelle Familie als Hauptzielgruppe wird möglicherweise durch die Pluralisierung der Lebensformen an Bedeutung verlieren. Der demografische Wandel macht es erforderlich, die Angebote für den Urlaub auf dem Lande auch für die Zielgruppe der älteren Menschen attraktiv und interessant auszugestalten.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich die Fragen namens der Landesregierung wie folgt:

Zu 1: Eine quantitative Analyse des Angebotes der Urlaubsform Urlaub auf dem Bauernhof/Urlaub auf dem Lande ist aufgrund der Erfassungsmethodik der amtlichen Statistik nicht möglich. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e. V. hat sich das Urlaubssegment in den Mitgliedsbetrieben wie folgt entwickelt:

Jahr Übernachtungen

2003 752 000

2004 766 000

2005 800 000

2006 810 000

2007 830 000

2008 766 000

2009 850 000

2010 860 000