Protokoll der Sitzung vom 20.02.2013

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Wir werden das Prinzip des Dialogs und der Augenhöhe mit Leben erfüllen, und wir werden dabei als Fraktion eine konstruktive, aber auch treibende Kraft sein. Darüber sind wir uns mit unseren Freundinnen und Freunden von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einig.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Mechthild Ross-Luttmann [CDU]: Wie lange? - Christian Dürr [FDP]: Das ist auch der einzige Grund, oder, Frau Modder?)

Gestern ist in diesem Hohen Hause Stephan Weil zum elften Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen gewählt worden. Von dieser Stelle aus noch einmal unseren herzlichsten Glückwunsch! Viel Kraft und Gottes Segen, lieber Stephan, für diese große Aufgabe, die du übernommen hast!

(Starker Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Zuruf von der CDU: Na ja!)

Vor uns liegen Jahre des Aufbruchs voller Tatkraft. Wir wissen, bei Ihnen und Ihren Zielen liegt Niedersachsens Zukunft in guten Händen.

Auch dem neuen Kabinett wünschen wir viel Erfolg bei der nun anstehenden Arbeit. Die sehr vertrauensvollen und konstruktiven Koalitionsgespräche waren ein überzeugender Anfang.

(Ulf Thiele [CDU]: Das haben wir ge- merkt!)

Mit großer Ernsthaftigkeit ist der Koalitionsvertrag der kommenden fünf Jahre beraten und beschlossen worden. Darauf sind wir gemeinsam sehr stolz.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Am vergangenen Samstag haben Landesparteitage von SPD und Bündnis 90/Die Grünen den Koalitionsvertrag beide einstimmig angenommen.

(Ulf Thiele [CDU]: Wie war das Ge- spräch zur Emsvertiefung? - Mecht- hild Ross-Luttmann [CDU]: Zur Frau- enpolitik?)

Dafür auch von dieser Stelle aus noch einmal ganz herzlichen Dank!

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Die Fairness verlangt es aber auch, der Vorgängerregierung unter David McAllister unseren Dank und unsere Anerkennung für die geleistete Arbeit auszusprechen. Vielen Dank, Herr McAllister, und Ihnen persönlich alles erdenklich Gute!

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN sowie Zustimmung bei der CDU)

Ja, es stimmt: SPD und Grüne verfügen im Landtag über eine Mehrheit von nur einer Stimme. Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Opposition, täuschen Sie sich nicht! Wir sind ebenso entschlossen wie geschlossen,

(Ulf Thiele [CDU]: Das ist unser Spruch!)

wenn es darum geht, Niedersachsen von dem Stillstand zu befreien, den Sie uns hinterlassen. Unsere Mehrheit steht.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Herr Thümler, Sie haben nach der Wahl immer wieder betont, Ihre Fraktion stünde jederzeit bereit, wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Björn Thümler [CDU]: Was sollen wir machen, Frau Kollegin?)

Bei allem Respekt: Das ist peinlich und ein schlechter Witz.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Björn Thümler [CDU]: Frau Modder, was sollen wir ma- chen?)

Ich empfehle Ihnen: Sie sollten sich jetzt erst einmal in der Opposition regenerieren.

(Björn Thümler [CDU]: Ganz falsch! Das hättet ihr gerne!)

Nach zehn Jahren Regierung ist Ihre Truppe personell und ideell völlig ausgebrannt.

(Beifall bei der SPD und Zustimmung bei den GRÜNEN - Lachen bei der CDU)

Gönnen Sie sich die Ruhe! Das meine ich als Kollegin ganz ernsthaft. Kommen Sie Ihrer Verantwortung nach und machen Sie eine anständige Oppositionspolitik! Das erwarten nämlich auch die Menschen in Niedersachsen jetzt von Ihnen: dass Sie diesen Auftrag annehmen. Etwas mehr Nachdenklichkeit und etwas weniger Arroganz täten Ihnen, glaube ich, ganz gut.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Auch wenn es wehtut, ich muss es noch einmal sagen: Schwarz-Gelb ist abgewählt. Sie sind in der Opposition,

(Björn Thümler [CDU]: Kurzfristig!)

und das ist gut so.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Björn Thümler [CDU]: Frau Modder, sehr kurzfristig!)

Meine Damen und Herren, unter Ministerpräsident Stephan Weil wird die neue Landesregierung Niedersachsen wieder zukunftsfähig gestalten. Viele Versäumnisse aus der schwarz-gelben Zeit müssen angegangen und zugleich wichtige Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen werden.

(Björn Thümler [CDU]: Konkret!)

Das ist eine große Herausforderung, die wir verantwortungsvoll angehen.

(Björn Thümler [CDU]: Konkret! Wo?)

Bevor ich darauf eingehe, wie Rot-Grün Niedersachsen wieder nach vorne bringen wird, muss aber doch der eine oder andere Satz über die Vorgängerregierung verloren werden.

Lieber Kollege Thümler, Sie haben hier gerade ausgiebig die Leistungen der abgewählten Regierung gepriesen und sich vergeblich an der Regierungserklärung des neuen Ministerpräsidenten abgearbeitet. Ich weiß, das hat Sie etwas überfordert. Aber wir nehmen es einmal so hin.

(Beifall bei der SPD)

Ich finde, es war schon ein bisschen peinlich, was Sie hier abgeliefert haben. Ich will es einmal so

sagen: Der Ministerpräsident a. D. David McAllister hätte das etwas pfiffiger hingekriegt.

(Beifall bei der SPD und Zustimmung bei den GRÜNEN - Ulf Thiele [CDU]: Frau Modder, man hat gesehen, dass Sie diesen Satz schon vor der Rede von Herrn Thümler geschrieben ha- ben!)

Aber schauen wir uns einmal an, was der Kollege McAllister an dieser Stelle einst versprochen hat. Er hat beispielsweise erklärt, Schwarz-Gelb werde besonders sparsam mit den Geldern der Bürgerinnen und Bürger umgehen.

(Björn Thümler [CDU]: So ist das!)

Die Polizei werde von vollzugsfremden Aufgaben entlastet werden.

(Björn Thümler [CDU]: So ist das!)

Schwarz-Gelb werde sich besonders um die Krankenhausversorgung in der Fläche kümmern.

(Björn Thümler [CDU]: So ist das!)

Dann hat Herr McAllister an dieser Stelle u. a. auch noch ein Bekenntnis zur bäuerlichen Landwirtschaft abgelegt.