Protokoll der Sitzung vom 25.09.2014

Die Projekte in unseren Seehäfen, die Entlastung der Knoten in Bremen und Hamburg beim Güterverkehr, die Autobahnen A 20 und A 39 und eine bessere Ausgestaltung der Mittel für die Wasserstraßen sind für uns wichtige Aufgaben.

(Beifall bei der CDU und Zustimmung von Gabriela König [FDP])

Dabei wird die CDU in Niedersachsen alternative Finanzierungswege, z. B. den Einsatz von ÖPP- oder PPP-Projekten - wie Sie es auch immer gerne hätten -, prüfen und kritisch diskutieren. Wir wollen die Infrastruktur weiter ausbauen und Wachstum und Beschäftigung auch in Niedersachsen schaffen. Die weltweiten Warenströme werden weiter wachsen. Niedersachsens Bedeutung als Logistikstandort wird daher größer werden.

Diese Chancen wollen wir nutzen: durch die Modernisierung der Häfen, die Anbindung aller Wirtschaftsräume durch leistungsfähige Bundesfernstraßen, insbesondere Bundesautobahnen, und die Verbesserung des Schienennetzes und der Wasserwege.

Die CDU will die in Bau und Planung befindlichen Verkehrsprojekte zügig umsetzen und wirbt auf Bundesebene um eine angemessene Berücksichtigung des Ausbaubedarfs in Norddeutschland. Der Ausbau der Verkehrsträger muss vernünftig abgestimmt werden, um den neuen Herausforderungen der Mobilität angemessen Rechnung zu tragen.

Um die Akzeptanz der Menschen vor Ort für Infrastrukturvorhaben zu erhöhen, müssen Information und Kommunikation während des gesamten Planungsprozesses verbessert, Transparenz der Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine umfassende Beteiligung der Bürger sichergestellt werden. Planungsunterlagen müssen dafür im Internet frühzeitig einsehbar sein. Die Bürger müssen die Chance haben, ihre Interessen rechtzeitig

einzubringen. Deshalb sollten neben den gesetzlich geregelten Beteiligungsverfahren verstärkt freiwillige Dialogforen genutzt werden. Die CDU in Niedersachsen setzt sich dafür ein, wirtschaftliche Notwendigkeiten mit den Belangen der Anwohner sowie von Natur und Umwelt in Einklang zu bringen.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Die Verkehrsinfrastruktur wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Dazu gehören der Ausbau der großen Magistralen A 1, A 2 und A 7 sowie die neuen Autobahnen A 26, A 31, A 33 und A 39. Im Rahmen des Verkehrsinfrastrukturbeschleunigungsgesetzes hat der Bund im Februar 2012 Straßenbaumaßnahmen an der A 1, A 7, A 31 sowie sieben Ortsumgehungen und sechs weitere Maßnahmen zum Ausbau von Bundesstraßen in Niedersachsen finanziell abgesichert.

Im März 2012 hat er mit dem Investitionsrahmenplan neue Projekte für den Bau bzw. Ausbau der A 7, der A 20, der A 26, der A 33, der A 39 sowie von 18 Abschnitten von Bundesstraßen aufgenommen.

Mit dem Bau der Emslandautobahn wurden die positiven Auswirkungen des Infrastrukturausbaus auf Beschäftigung und Wachstum in jüngster Zeit eindrucksvoll bewiesen.

Wir stehen zur Küstenautobahn A 20 mit einer festen Elbquerung bei Drochtersen.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Sie soll den Nordwesten mit unseren Seehäfen besser anbinden und eine Verknüpfung der europäischen Fernstraßen nach Skandinavien und Nordeuropa ermöglichen.

Wir wollen den Bau der A 39 von Wolfsburg nach Lüneburg als Lückenschluss Richtung Hamburg.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Wichtig ist der durchgängig sechsspurige Ausbau der A 1 von Hamburg über Bremen nach Nordrhein-Westfalen und der A 7 von Göttingen bis Hamburg.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Gerd Ludwig Will [SPD]: Wünsch dir was!)

Mittelfristig bleibt der achtspurige Ausbau der A 2 im Großraum Hannover sinnvoll. Ebenfalls halten wir den Ausbau der E 233 von Meppen nach Cloppenburg für richtig.

Darüber hinaus streben wir an, alle Regionen des Landes enger an das Netz der Bundesfernstraßen anzubinden.

Der in Ihrem Antrag beschriebene Neuanfang in Niedersachsen ist nicht sinnvoll. Vielmehr sollten Sie die seit vielen Jahren entwickelten Verkehrsprojekte aktiv unterstützen und weiter umsetzen.

Kollege Heineking, eine Sekunde! Herr Kollege Will möchte Ihnen eine Zwischenfrage stellen.

Herr Kollege Will, bitte schön!

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Heineking, nachdem Sie mal wieder Ihr Wunschkonzert, was man alles ausbauen könnte, hier ausgebreitet haben: Können Sie uns in einem Halbsatz dazu sagen, woher Sie das Geld dafür nehmen wollen?

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Bitte schön!

Für alle die Maßnahmen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, ist das Geld doch schon da. Für die Maßnahmen, die wir noch vorhaben, hat natürlich auch der Bund eine Verpflichtung, Geld bereitzustellen.

(Johanne Modder [SPD]: Ach, der Bund?)

Sie können jetzt im Rahmen der Haushaltsplanungen dafür sorgen, dass auch das Land Niedersachsen bei den Landesstraßen und bei wichtigen Infrastrukturprojekten, gerade bei den Häfen, einmal Geld auf den Tisch legt und nicht nur für Personalangelegenheiten verwendet. Das wäre mein Vorschlag heute Abend hier.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Lachen bei der SPD)

Also, lieber Herr Will, sorgen Sie für ausreichende Planungsmittel im Haushalt! Planen Sie zukünftige Verkehrsprojekte jetzt, und priorisieren Sie zeitnah die niedersächsischen Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan! Jetzt ist die Zeit des Handelns!

(Glocke des Präsidenten)

Gemeinsam sollten wir Niedersachsen voranbringen.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Vielen Dank, Herr Kollege Heineking. - Jetzt hat sich der Herr Minister zu Wort gemeldet. Herr Lies, bitte schön! Sie hatten vorhin schon so viel Spaß auf der Regierungsbank, haben aber keinen Zwischenruf gemacht. Darauf haben wir geachtet.

Ich kann mich benehmen.

(Björn Thümler [CDU]: Das fiel ihm schwer, Herr Präsident!)

Bitte schön!

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es war schon sehr interessant, die Reden hier zu verfolgen. Mir ist noch nicht ganz klar, was das für eine Auflistung aufseiten der FDP und der CDU war, die Sie hier vorgelesen haben.

(Karl-Heinz Bley [CDU]: Das war eine gute Auflistung!)

- Das mögen Sie als gut empfinden! - Wenn man sich abfeiert, muss man überlegen, ob das passt, Frau König. Ich finde es sehr schwierig, wenn Sie dann auch noch über Maßnahmen reden, die mich sozusagen täglich zu Hause beschäftigen, und sich dafür abfeiern. Die Bahnumfahrung Sande, die Ihr ehemaliger Ministerpräsident als „2010 fertiggestellt“ verkauft hat, ist noch nicht einmal angefangen worden zu bauen. So viel zu Ihren klaren Aussagen, die Sie getätigt haben, und den klaren Entscheidungen, die Sie getroffen haben.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Frau König, wenn Sie es ansprechen, muss ich auch darauf eingehen. Sie haben es in Ihrer Re

gierungsverantwortung versäumt, dafür zu sorgen, dass der JadeWeserPort vernünftig angebunden ist.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Ich habe das hier wirklich mehrfach kritisiert. Ich hätte das Thema hier nicht angesprochen. Sie sagen, Sie hätten dafür gesorgt. Wenn wir das Vorhaben durchkriegen, haben Sie am Ende dafür gesorgt, dass 20 Jahre nach Beginn der Phase der Planung des JadeWeserPorts die Elektrifizierung fertiggestellt ist. Das ist Ihr Erfolg: 20 Jahre! Und Sie stellen sich hierhin und sagen, das sei eine erfolgreiche Politik. Das, was Sie an den Tag gelegt haben, war ein Misserfolg!

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Widerspruch von Gabriela König [FDP])

Wenn hier jemand von Luftschlössern redet, dann - es tut mir leid! - haben Sie sie gerade dargestellt.

Herr Heineking, bei allem Respekt! Das war eine Wunschliste. Sie fordern, wir müssten dafür richtig Geld in die Hand nehmen. - Sie haben in den letzten zehn Jahren die Unterhaltung der Landesstraßen um 250 Millionen Euro gekürzt. Sie sind verantwortlich für den Zustand der Landesstraßen. Wir bemühen uns gerade, wieder auf einen vernünftigen Zustand der Verkehrsinfrastruktur in Niedersachsen zu kommen.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)