Protokoll der Sitzung vom 07.10.2016

(Michael Hübner [SPD]: Ihr wolltet das doch gar nicht!)

Die klare Zusage war, dass der Bund in dieser laufenden Legislaturperiode 2013 bis 2017 auch noch die Leistungen der Eingliederungshilfe für die Behinderten von der kommunalen Verantwortung in die Verantwortung des Bundes übernimmt.

(Michael Hübner [SPD]: Welche Forderung soll das gewesen sein?)

Die SPD ist dann in die Große Koalition eingetreten. Was ist passiert? – Diese Zusage ist gebrochen worden,

(Stefan Zimkeit [SPD]: Das ist doch jetzt voll- kommener Humbug! Sachlich falsch!)

weil Sie als Sozialdemokraten das Geld nämlich lieber selbst mit Frau Nahles ausgeben, als es an die Kommunen zu geben.

(Beifall von der FDP und der CDU – Zurufe von der SPD)

Das ist Ihre kommunale Verantwortung. Das ist Ihre Verantwortung. Das haben Sie doch gebrochen.

(Zurufe von Michael Hübner [SPD])

Ach, Herr Kollege, es ist doch alles einsehbar. Sie haben es verändert.

(Zurufe von der SPD)

Jetzt schütteln Sie mit dem Kopf.

(Michael Hübner [SPD]: Sie haben das sach- lich falsch vorgetragen!)

Fragen Sie doch Ihre eigenen Kommunalen einmal. Was ist denn bei der Eingliederungshilfe passiert? – Nichts haben Sie gemacht. Sie schütteln mit dem Kopf. Die Zahlen widerlegen Sie. Sie kläffen, weil Sie ein getroffener Hund sind.

(Beifall von der FDP und der CDU – Marc Her- ter [SPD]: Na, na, na!)

Deshalb kläffen Sie hier so herum.

So, und jetzt kommt noch ein weiterer Aspekt zu diesem Programm, weil Sie sagen, das sei alles sauber finanziert. Schauen wir uns einmal etwas an. Die Landeshauptstadt Düsseldorf bekommt 32 Millionen €. Dortmund bekommt bei ähnlicher Schülerzahl 94 Millionen €.

(Marc Herter [SPD]: Ja!)

Da sieht man wieder ein typisches Vorgehen dieser rot-grünen Landesregierung. Die Kommunen, die über Jahre und Jahrzehnte solide gewirtschaftet haben,

(Unruhe bei der SPD)

die sich auch einmal verweigert haben, wenn es vor einer Wahl irgendein neues Ausbauprogramm geben sollte,

(Michael Hübner [SPD]: Was ist das für ein Gestammel!)

werden nach dem Stärkungspakt durch Ihr Schulprogramm ein zweites Mal bestraft.

(Beifall von der FDP und der CDU – Zuruf von Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE])

Solidität und Leistungsgerechtigkeit sind für Sie Fremdworte. Was hat ein Bürgermeister, was hat ein Rat jetzt für einen Anreiz, auf Verschuldung zu verzichten,

(Zurufe von der SPD)

wenn er weiß: „Am Ende wirst du durch die Landesregierung sogar noch bestraft,

(Zuruf von Norwich Rüße [GRÜNE])

wenn du auf deine Kasse vor Ort achtest“?

(Zuruf von der SPD)

Was sind das für Fehlentscheidungen?

So, und jetzt mein dritter Aspekt.

(Hans-Peter Müller [SPD]: Schon einmal was von Sozialleistungen gehört?)

Wissen Sie, Sie werden es aushalten müssen, dass Leute auch anderer Meinung sind als Sie.

(Stefan Zimkeit [SPD]: So was habe ich lange nicht mehr gehört!)

Das ist für Sie angesichts der Umfragewerte in Nordrhein-Westfalen ja eine wachsend große Erfahrung.

(Beifall von der FDP und der CDU – Zurufe von der SPD: Oh!)

Kommen Sie einmal von Ihrer Arroganz herunter.

Sie treten noch so auf wie zur Zeit der absoluten Mehrheit von Johannes Rau. Das ist aber lange, lange, lange her. Lange, lange, lange ist das her.

(Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der CDU)

So, jetzt mein dritter Aspekt. Frau Löhrmann, Sie haben dieses Programm hier so vorgestellt. Das kann ja alles. Das renoviert nicht nur die Toiletten, sondern verbessert sogar die individuelle Förderung. Es ist ein Rundum-sorglos-Paket. – Dieses Programm ist ganz offensichtlich ein Wundermittel für alle in sechs Jahren angelaufenen Defizite. Das glaubt Ihnen keiner, Frau Löhrmann.

(Beifall von der FDP und der CDU)

Die SPD hat es ja ganz unverhohlen in den Wahlkampfkontext gerückt. Sie haben es auf Ihrem Parteitag im Umfeld Ihrer Aufstellung für den Landtagswahlkampf beschlossen. Das war wenigstens ehrlich.

(Zurufe von der SPD)

Da ist wenigstens klar, welche Intention dahintersteht: Wahlkampf also.

(Zurufe von der SPD)

Zum Wahlkampf gehört auch die Frage von G8/G9, wie ich es eben bei der Rede von Norbert Römer gesehen habe. Herr Römer, weil Sie die Programme und Vorstellungen der anderen zu G8/G9 so freundlich gewürdigt haben, wollen wir doch auch einmal darauf eingehen, was sich die SPD so zu G8/G9 vorstellt.

(Norbert Römer [SPD]: Ja! – Marc Herter [SPD]: Nur zu!)

Jetzt haben Sie Ihr Parteiprogramm zu G8/G9 bemerkenswerterweise in den Räumen des Landtags vorgestellt. Es ist eigentlich auch ungewöhnlich, dass man Parteitagsbeschlüsse in Landtagsräumen, im öffentlichen Raum, darlegt. Aber das will ich nur als Fußnote sagen. Da zeigt sich, wie groß die Not ist, wenn Ihnen diese Unsicherheit passiert.

(Stefan Zimkeit [SPD]: Sie machen doch seit Jahren nichts anderes!)

Ja, das sollten gerade Sie als Parlamentarischer Geschäftsführer genau wissen.