Protokoll der Sitzung vom 10.09.2014

„Der doppelte Abiturjahrgang naht, aber es ist kein Geld in den Hochschulen.“

Herr Laumann in der „Neuen Westfälischen“ am 27. September 2012:

„Es war falsch, die Studiengebühren abzuschaffen. Dadurch werden wir im kommenden Jahr ein Riesenproblem mit dem doppelten Abiturjahrgang haben.“

Das ist nicht eingetreten.

Die CDU orakelt zum sozialen Wohnungsbau am 25. Oktober 2012, kurz nachdem wir die Regierung übernommen haben:

„SPD und Grüne wollen Wohnungsbauförderung des Landes schleifen...“

Am 19. Januar 2012:

„Frau Kraft lässt im sozialen Mietwohnungsbau die sozial Schwachen im Regen stehen.“

(Zuruf von der FDP: Die Liste der Wahrheit!)

Die CDU kann nur Panik und Angst schüren. Kein Land hat so viel in den sozialen Wohnungsbau investiert wie Nordrhein-Westfalen; bis 2017 werden es 3,2 Milliarden € sein.

(Beifall von der SPD und den GRÜNEN)

Bei Ihnen ist da viel in den Einfamilienhausbau gegangen.

(Zuruf von Lutz Lienenkämper [CDU])

Wir haben den sozialen Wohnungsbau wieder flott gemacht in diesem Land. Und darauf bin ich stolz.

(Beifall von der SPD und den GRÜNEN – Zu- rufe von der CDU)

Ich höre Sie nicht. Das geht gerade unter.

Herr Laumann am 24. November 2012: „Chaos – das Land versinkt.“

Stichwort „Inklusion“. Übrigens, dass Sie darüber heute gar nicht geredet haben, hat uns beide wirklich gewundert.

(Armin Laschet [CDU]: Ich muss nicht alle Ih- re Fehler behandeln!)

Herr Laumann in den „Westfälischen Nachrichten“ am 24. November 2012:

„In einem Jahr werden wir bei U3, dem doppelten Abiturjahrgang und bei der Inklusion sehen, dass sie nichts von diesen Ankündigungen auf die Reihe bekommen.“

Ja, das ist anders gekommen, sorry. Also, immer das gleiche Muster: lautes Schreien, dann Funkstille. Die eigentliche Chaosquelle in diesem Land sind Sie, sonst keiner. Sie allein!

(Beifall von der SPD und den GRÜNEN – Zu- rufe von der CDU)

Frau Ministerpräsidentin, entschuldigen Sie bitte.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Und die Panikmache geht weiter, das haben Sie doch auch heute wieder gemacht.

Frau Ministerpräsidentin, darf ich Sie kurz unterbrechen? Der Kollege Schemmer würde Ihnen gerne eine Zwischenfrage stellen.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Nein, ich mache jetzt hier weiter. Die anderen haben ja auch keine Zwischenfragen beantwortet. Sie können ja noch reingehen, Herr Schemmer. Sie haben Zeit. Wir haben noch eine Runde, da können Sie in aller Ruhe alles vortragen.

Panikmache beim Hochschulgesetz. Was haben Sie nicht alles über unsere Pläne verbreitet.

(Zurufe von der CDU)

Wir wollten die Drittmittelforschung eingrenzen – als ob Sie im Ernst glauben, eine Ministerpräsidentin, die zuvor Hochschulministerin war, wüsste nicht, wie wichtig, wie gut und wie qualitativ hochwertig die Drittmittelforschung in diesem Lande ist.

Aber erst mal Panik machen! Nichts davon tritt ein, gar nichts. Den LEP habe ich schon erwähnt.

Stichwort „Klimaschutzplan“. Da haben Sie heute Morgen im Radio gesagt, es gebe 550 Maßnahmen, und Hunderte von Mitarbeitern bei Johannes Remmel beschäftigten sich damit.

(Zuruf von der SPD)

Lieber Kollege Laschet, Bürgerbeteiligung muss man ernst nehmen. Da passt einem nicht jeder Vorschlag, der da kommt. Und deshalb werden die Vorschläge noch bewertet, bevor sie hier Eingang finden.

(Armin Laschet [CDU]: Warum machen Sie das denn überhaupt?)

Aber dass Sie gar keinen Klimaschutzplan wollen, zeigt mir, dass Sie auch da den Bundeskoalitionsvertrag nicht gelesen haben. Der kommt nämlich auch im Bund, nicht nur in Hessen, wie Herr Kollege Lindner richtigerweise gesagt hat.

Ich glaube, eines führt wirklich zur Wahlverweigerung vieler Menschen: dass wir uns als Politik dauernd Ziele setzen, die weit weg sind, und dass wir nie sagen, wie wir die Ziele konkret erreichen wollen. Wir wollen Klimaschutzland Nummer eins werden. Wir wollen Effizienzland Nummer eins werden. Und daran werden wir konsequent weiterarbeiten.

(Beifall von der SPD und den GRÜNEN – Zu- ruf von Lutz Lienenkämper [CDU])

Es ist nicht alles fehlerfrei, was wir tun. Ich bin weit davon weg, das unkritisch zu sehen.

Sie haben sich das Tariftreuegesetz und den Batzen angeguckt. Das habe ich auch getan. Ich habe mit Leuten gesprochen, die das vor Ort durchführen müssen. Deswegen haben wir eine Evaluierung angelegt; die wird kommen. Nun warten Sie doch ab! Wir bekommen das hin.

(Zuruf von Armin Laschet [CDU])

Wir wollen Bürokratie abbauen. Dann lassen Sie uns doch gemeinsam an dem Abbau von Standards arbeiten; denn das, was ich aus den Kommunen höre, ist, dass die Brandschutzbestimmungen so viel Geld kosten, dass sie inzwischen keine Investitionen mehr tätigen können. Lassen Sie uns doch daran gemeinsam arbeiten! Das wäre jedenfalls der sinnvollere Weg.

(Beifall von der SPD – Zurufe von der CDU)

Es gibt also jede Menge Kritik. Ich habe nichts gegen Kritik, gegen konstruktive Kritik schon gar nichts. Aber was Sie machen, hat damit wenig zu tun. Sie reden das Land schlecht – da bin ich sehr empfindlich –, und zwar systematisch.

(Zurufe von der CDU)

Ja. – Es kann Ihnen nicht passen, dass der Standort ausweislich der Dokumente, die heute schon mehrfach erwähnt worden sind, gut dasteht. Es kann Ihnen auch nicht passen, dass jeder vierte Euro an Direktinvestitionen nach Nordrhein-Westfalen fließt.

(Armin Laschet [CDU]: Natürlich passt uns das!)

Wahrscheinlich haben Sie auch nicht wahrgenommen, dass die GfK am 5. September eine Umfrage gemacht hat, deren Ergebnis war: In NRW sind die Bürger am entspanntesten. Wenn es dem Land so schlecht ginge, wie Sie beide es darstellen, wären solche Umfrageergebnisse mit Sicherheit nicht zustande gekommen.

Nein, bleiben Sie bei den Fakten. Wir behindern nicht die Entwicklung eines investitionsfreundlichen Wirtschaftsklimas. Wir werden diesen Standort voranbringen. Machen Sie den Breitbandausbau nicht schlecht! Natürlich gibt es noch weiße Flecken. Aber wir sind weiter als Bayern, Baden

Württemberg und andere Länder. Sagen Sie doch einmal, wo wir an der Spitze stehen. Sagen Sie doch einmal, wie die Realität aussieht.

(Armin Laschet [CDU]: Bei der Verschuldung sind wir an der Spitze!)