Ebenso sind an der CAU die Weichen neu gestellt worden. Es gibt einen zentralen Ausschuss für Lehrerbildung. Es ist so, dass es eine Koordinierungsstelle für Fachdidaktik gibt. Die CDU hat eingeführt, dass in den entsprechenden Professuren immer eine Beteiligung des Zentrums für Lehrerbildung an den Berufungen auch tatsächlich umgesetzt werden soll, was eben dazu führt, dass insgesamt die Verantwortung in den Hochschulen für die Lehramtsausbildung sehr gut wahrgenommen wird. Durch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen ist übrigens die Verantwortung stärker auf die Hochschulen übertragen worden. Wir haben den Eindruck, dass die Hochschulen in einem stärkeren Maße, als es bei den alten Lehrgangsstudiengängen der Fall war, beim Staatsexamen diese Verantwortung auch tatsächlich wahrnehmen.
Es ist aber gleichwohl so, dass eine Aufgabe dabei noch vor uns liegt. Die Anpassung der Lehrämter und der darauf basierenden Studiengänge an die veränderte Schulstruktur. Dort sagt übrigens der Koalitionsvertrag, den wir haben, das, was Sie eigentlich interessieren müsste. Er sagt: Anpassungsbedarf besteht angesichts der veränderten Schulstruktur bei den anderen Lehrämtern der weiterführenden Schulen. Andere Lehrämter sind die nicht gymnasialen Lehrämter. Das ist haargenau das, was wir machen werden.
Meine Damen und Herren, ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit, den Studiengang für die Gymnasiallehrer anzufassen, weil wir Anpassungsbedarf im Bereich der Regional- und Gemeinschaftsschule haben. Haargenau das werden wir machen. Wir werden die Anpassung der Lehrämter an diese neue
Wir haben auch eine Festigung des Koalitionsvertrags auf den Weg gebracht. Sie wissen, dass wir dort eine KMK-Initiative für einen grundständigen Masterstudiengang verankert haben. Mit dem 23. Februar habe ich die Kollegen in der KMK angeschrieben, und wir werden dieses Thema auf die Tagesordnung setzen.
Ansonsten - das darf ich Ihnen vielleicht auch einmal sagen - ist die eigentliche Herausforderung, vor der wir bei der Umstellung der Lehramtsstudiengänge stehen, sehr viel komplexer, als Sie es darstellen. Das ist übrigens der Unterschied zwischen Opposition und Regierung. Sie können Bezug nehmen auf Probleme, die Sie sich wünschen, und wir müssen Bezug nehmen auf reale Probleme.
Zwei Dinge müssen bei der Umstellung der Lehrämter gemacht werden. Einen Zeitpunkt müssen Sie dabei im Auge haben: Im Jahr 2013 läuft die Anerkennung für die gegenwärtigen Lehramtsstudiengänge an der Universität Flensburg aus. Bis dahin müssen wir mindestens ein neues BachelorMaster-Modell gefunden haben, weil das gegenwärtige Bachelor-Master-Modell den KMK-Bedingungen nicht entspricht, weil es nicht zu 300 Credit Points bis zum Masterexamen führt.
Dort haben wir einen tatsächlichen technischen Anpassungsbedarf, von dem Sie wissen, weil Sie ja alle große Lehrerbildungsexperten sind, dass das sogar noch ein Stück komplizierter ist, weil die KMK nämlich zwei Vorgaben setzt, die sich widersprechen. Die eine Vorgabe ist, ein Masterstudiengang muss unbedingt 300 ECTS haben, und die zweite Vorgabe ist, die Lehrerausbildung darf dabei nicht länger werden, als sie vorher war. Das müssen Sie technisch miteinander zusammenkriegen, und das kriegen Sie nur dann technisch zusammen, wenn Sie tatsächlich Teile des Vorbereitungsdienstes in das Masterstudium integrieren, was unter Umständen ein ausgesprochen schwieriger Vorgang ist, den wir allerdings erst dann abarbeiten können, wenn wir wissen, wie die Masterstruktur in Schleswig
Holstein aussehen wird und ob es einen grundständigen Master geben kann oder nicht. Das wissen wir noch nicht. Erst dann können wir mit diesen Arbeiten anfangen.
Die zweite Frage, die wir zu entscheiden haben, ist, inwieweit wir die nicht gymnasialen Lehramtsstudiengänge an die neue Schulstruktur anpassen. Auch dort haben Sie eine Reihe von Fragestellungen zu beantworten, die weit über das hinausgehen, was Sie sagen. Es geht nicht einfach um den Stufenlehrer, sondern es geht darum, dass wir Modelle finden, die in Deutschland insgesamt anerkannt werden. Es geht darum, dass wir Modelle finden, die auch von den Ressourcen her tatsächlich erreicht werden können. Und es geht darum, dass wir Modelle finden, die nicht nur Schulstrukturfragen wieder aufwerfen, sondern vor allem inhaltliche Fragen beantworten: Wie gehen wir mit Migration um, wie schaffen wir es, eine Binnendifferenzierung im Unterricht hinzubekommen, und wie schaffen wir es, die Qualität von Unterricht insgesamt zu verbessern? Darauf geht Ihr Gesetzentwurf überhaupt nicht ein, weil er strukturbezogen ist.
Meine Damen und Herren, ich halte es für richtig, dass wir uns die Zeit bis 2013 nehmen, die inhaltlichen, qualitativen Fragen miteinander aufzurufen, um dann nicht immer wieder das Gleiche nachkauen zu müssen, sondern tatsächlich zu einem neuen Wurf in Schleswig-Holstein zu kommen.
Herr Minister de Jager hat die verabredete Redezeit um zwei Minuten und fünf Sekunden überzogen. Diese Zeit steht nun allen Fraktionen zur Verfügung. Zuvor erteile ich Herrn Abgeordneten Habersaat für einen Dreiminutenbeitrag das Wort.
Frau Präsidentin! Mir reichen auch die zwei Minuten. Ich habe nicht genau verstanden, wo da der Unterschied liegt.
Herr Minister de Jager, was ich Sie gefragt hätte, lässt sich in einen Gesamtkomplex einbetten: Wie gehen wir in diesem Land mit den Schulformen um, die es momentan gibt? Nun diskutieren wir im Moment nicht über das neue Schulgesetz. Meine Sorge ist, dass Sie versuchen, durch das neue Schulgesetz die Gemeinschaftsschule auszuhöhlen und in ihrem langfristigen Bestand zu gefährden. Dazu passte Ih
Ich hätte Sie gefragt: Sollen Gymnasiallehrer künftig nicht mehr an Gemeinschaftsschulen eingesetzt werden? - Ich hoffe, doch. Wenn dem so wäre, fände ich es durchaus begrüßenswert, wenn auch die Gymnasiallehrer so ausgebildet würden, dass sie in der Lage wären, an der Gemeinschaftsschule mit den dort zu verfolgenden Ideen zu unterrichten.
Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Ich schließe die Beratung. Es ist beantragt worden, den Gesetzentwurf Drucksache 17/281 dem Bildungsausschuss zu überweisen. Wer so beschließen will, den bitte ich um das Handzeichen. - Gegenprobe!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Parlamentarischen Geschäftsführer haben sich darauf verständigt, dass die Tagesordnungspunkte 61 - Keine Gewalt gegen Polizeibeamte - und 26 - Sachstand Hochbegabtenförderung - auf morgen verschoben werden. Beide Tagesordnungspunkte werden am Donnerstagvormittag nach Tagesordnungspunkt 19 aufgerufen, zunächst Tagesordnungspunkt 61 und dann Tagesordnungspunkt 26.
Wir sind am Schluss unserer heutigen Beratungen. Ich unterbreche die Tagung bis morgen 10 Uhr und wünsche Ihnen allen einen schönen Abend.
Herausgegeben vom Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtags - Stenographischer Dienst und Ausschussdienst