Okay, ich habe heute Morgen Ihren Auftritt gesehen, ich glaube, der hat meinen heute in negativer Art getoppt!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich denke, das Problem ist nicht der Mittelzufluss an den LSVS, sondern die Verwendung des Geldes. Das ist in meinen Augen ein hausgemachtes Problem, da der LSVS einen großen Teil des Geldes dafür investieren muss, um alte Kredite oder sogenann
te Altlasten zu finanzieren, Altlasten oder wie ich es nenne, das Erbe der CDU, wenn man sich betrachtet, dass die ehemaligen Präsidenten Gerd Meyer und Klaus Meiser, unter deren Federführung der LSVS in absolute wirtschaftliche Schieflage gebracht wurde, dort in Hauptverantwortung standen.
Gott sei Dank hat sich der LSVS mittlerweile wieder wirtschaftlich stabilisiert, das zeigen auch die entsprechenden Jahresabschlüsse. Vielleicht noch eine kurze Frage in die Runde, ins Plenum. Ich weiß, es ist jetzt schon spät, man kann sich ja selbst mal Gedanken machen und vielleicht auch die Frage, die ich gleich stellen werde, für sich selbst beantworten. Wer waren denn die früheren Sportminister und was haben sie für den Saarsport getan? Im Antrag wird ja von den letzten 20 Jahren gesprochen. Ich will sie mal kurz auflisten: Annegret KrampKarrenbauer, CDU, Klaus Meiser, CDU, Stephan Toscani, CDU - Hallo Stephan -, Monika Bachmann, CDU, Klaus Bouillon ‑ ‑
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich will beim Sport bleiben. Die CDU hat die rote Karte erhalten und derzeit nur einen Zuschauerplatz. Ich würde der CDU in diesem Spiel raten, nicht vorzeitig zu versuchen, das Spiel abzupfeifen. Man sollte den Spielern die Chance geben, auf dem Feld die Tore vorzubereiten und auch zu schießen.
Das Spiel läuft und wir werden für alle ein gutes Ergebnis erzielen, da bin ich mir sicher. Wir lehnen den Antrag der CDU daher ab. - Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit, Glück auf!
Ich danke Ihnen, Herr Kollege Maaß, und erteile für die CDU-Landtagsfraktion das Wort Herrn Abgeordneten Raphael Schäfer.
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute ist leider keine Sternstunde des Parlamentes, was den Saarsport anbelangt. Ich möchte verschieden Dinge so darstellen, wie sie abgelaufen sind. Wir als CDU-Landtagsfraktion sind seit vielen Monaten mit den Sportfachverbänden im Austausch. Ich kann wirklich sagen, dass mein Kollege Patrick Waldraff dort einen hervorragenden Job macht. Er genießt sehr große Anerkennung für sein Engagement bei den Sportfachverbänden.
Die Sportfachverbände sagen uns ganz klar, dass sie mehr Geld im System brauchen. Da stelle ich mir die Frage nach den Ausführungen, die der Kollege Maaß hier gemacht hat. Ist euch das denn klar? Ganz ehrlich die Frage: Ist jeder von euch beim Saarsport, ist jeder von euch dort vernetzt, um diese Frage beantworten zu können? Ich mache das wirklich mit ganz viel Herzblut als stellvertretender Präsident der Leichtathletik, ich darf auch ganz viele herzliche Grüße von meinem Präsidenten Lothar Altmeyer, der ein anerkannter Fachmann im Saarsport ist, ausrichten. Ich kann nur vernehmen, das scheint wirklich nicht der Fall zu sein. Die vorhandenen Gelder reichen nicht aus. Das haben uns die Sportfachverbände klar gesagt. Sie bitten uns quasi, parteipolitisch an einem Strang zu ziehen und etwas für den Saarsport zu machen. Diese Bitte richte ich heute noch einmal an Sie alle, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich will wirklich sagen, auch wenn das irgendwie falsch verstanden wurde: Ich bedanke mich beim Sportminister Reinhold Jost,
Er gibt für den Saarsport mit den vorhandenen Mitteln, die wir zur Verfügung stellen, wirklich alles. Davor habe ich größten Respekt. Ich habe gar kein Problem damit, das auch öffentlich zu sagen. Reinhold weiß das auch. Ich glaube, was das Thema Sport angeht, schätzen wir uns wirklich sehr.
Der Punkt ist aber: Die Gelder, die wir als Landtag zur Verfügung stellen, reichen eben nicht, auch nicht die Gelder, die von Saartoto genannt wurden. Das ist das zentrale Problem.
Ich will deswegen noch einmal klar die Frage stellen: Ist jedem von euch bewusst, dass, wenn es auf der Zeitachse keine strukturellen zusätzlichen Gelder gibt, einige Sportarten demnächst, was den Leistungs- und Spitzensport in
diesem Land angeht, den Offenbarungseid leisten müssen? Ist das euch klar? Ich will es auch erklären. Wenn man die Sportfachverbände vergleicht, was die Situation in anderen Bundesländern anbelangt, dann sieht man, dass sie ganz andere Möglichkeiten haben, was professionelle Trainer, was professionelle Arbeit anbelangt.
Das ist bei uns mit den aktuellen Mitteln überhaupt nicht mehr der Fall. Athleten wandern ab, sie gehen dorthin, wo bessere Sport-Förderstrukturen vorhanden sind. Das ist ein Teufelskreislauf, weil es konkret dazu führen wird, dass hier Bundesstützpunkte wegfallen. Wenn die Bundesstützpunkte wegfallen, bekommen wir weniger Zuschüsse über das Bundesinnenministerium, weniger Sportfördergelder. Es ist ein Teufelskreislauf. Am Ende kann drohen, dass der Olympiastützpunkt im Saarland akut gefährdet ist, wenn wir nicht mehr genügend erfolgreiche Resultate bei den Olympischen Spielen - Medaillen et cetera - erzielen.
Das ist die Realität, deswegen sind die Aussagen des Herrn Kollegen Maaß für mich sehr befremdlich. Sie spiegeln das reale Abbild, das, was uns gesagt wird, in keiner Art und Weise wider. Ich kann Sie gerne bitten als Sportler, als stellvertretender Präsident eines Sportfachverbandes: Springen Sie bitte über Ihren Schatten. Wir haben wirklich versucht, das überhaupt nicht parteipolitisch zu machen.
Ja, lesen Sie doch den Antrag, Herr Kollege! Dass wir als Fraktion Anträge einbringen, ist doch üblich. Es ist sogar unsere Aufgabe als Opposition, Vorschläge aus der Gesellschaft aufzugreifen, das machen wir. Noch einmal die herzliche Bitte: Lassen Sie uns gemeinsam darüber reden, nicht mehr und nicht weniger steht in dem Antrag. Darum bitte ich Sie, ich hoffe nicht, dass Sie diese Bitte ausschlagen. - Herzlichen Dank!
Ich danke Ihnen, Herr Kollege Schäfer, und erteile nun für die Regierung das Wort dem Minister für Inneres, Bauen und Sport Reinhold Jost.
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich will einmal versuchen, es so zu umschreiben, wie es mir mit Blick auf diesen Antrag in den letzten Tagen im Vorgriff auf diese Debatte von Vertretern des organisierten Sports
zugerufen wurde. Selbst wenn es gut gemeint war, war es schlecht gemacht. Wenn man der Auffassung ist, dass man ein solches Thema gemeinsam angeht, dann muss man es auch im Vorfeld gemeinsam aufeinander abstimmen, anstatt es als Antrag einzubringen. Ich rede von Personen aus dem organisierten Sport, die mit mir gesprochen haben.
Es ist doch wohl ein Unterschied, Kollege, ob ich einem etwas zu Verfügung stelle nach der Devise „Da“ oder ob ich sage: „Könnten wir uns einmal zusammensetzen und etwas gemeinsam machen?“ - Das müsste man als Parlamentarier eigentlich wissen. Das ist kein vernünftiger Umgangston, wenn man an diesem Thema dran ist. Ich rede wie gesagt von denen, die mit mir darüber gesprochen haben, als sie mitbekommen haben, dass dieser Antrag heute ins Parlament kommt.
Zweitens, es gibt die Debatte - das habe ich mit Blick auf den LSVS beziehungsweise Vertreter des LSVS in den letzten Tagen mitbekommen -, dass die momentane Art der Behandlung des Themas eher schadet. Man hat den Eindruck, dass es um die schnelle Schlagzeile geht. Alleine dieser Eindruck ist für mich ein Punkt, bei dem ich sage „Obacht an der Bahnsteigkante“. Ich bin der Letzte, der irgendjemandem aufgrund seiner Funktion oder seines Engagements die Redlichkeit abspricht. Wenn wir so etwas allerdings angehen wollen, muss man damit beginnen, dass der Prozess vernünftig aufgelegt wird, sonst knallt man mit dem Ding gegen die Wand und hat zumindest den Eindruck hinterlassen, dass es einem eigentlich gar nicht um die Sache geht, sondern nur darum, schnell eine Schlagzeile zu bekommen. Ich wiederhole nur das, was an mich herangetragen wurde.
Drittens, der organisierte Sport im Saarland hat mit dem LSVS einen starken Fürsprecher. Der Sport im Saarland ist allerdings mehr als nur der LSVS. Es geht um mehr als die Förderung des LSVS, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das war, ist und bleibt - wenn man weiterhin derart orientiert an diesem Thema arbeitet - ein Denkfehler, der mit dazu beigetragen hat, dass wir solche Probleme haben, wie wir sie teilweise aus der Vergangenheit kennen. Ich will das gar nicht irgendwelchen Personen oder Persönlichkeiten alleine zurechnen. Ich sage nur, die Tatsache, dass man versucht hat, sich mit Blick auf das Thema Sport im Saarland alleine über den LSVS zu definieren, hat bestimmte Entwicklungen nach sich gezogen, unter denen der LSVS heute noch leidet.
Wir müssen das Gesamtpaket ansehen. Der LSVS - dazu bekenne ich mich - macht eine hochprofessionelle Arbeit, seitdem er einen Neustart hingelegt hat. Ich arbeite mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz König genauso gut und vertrauensvoll zusammen wie mit den beiden Vorständen Joachim Tesche und Johannes Kopkow. Es sind hochprofessionelle Strukturen, die langsam anfangen, zu wirken. An der Stelle - das sage ich ganz klar, lieber Kollege Schäfer - den Eindruck zu erwecken, dass der Olympiastützpunkt ins Rutschen kommt, wenn wir nicht schnell arbeiten und letztendlich Hilfestellung geben, ist aus meiner Sicht völlig überzogen.