Protokoll der Sitzung vom 13.12.2023

Wir kommen zu

Erste Aktuelle Debatte

Was nun, Frau Köpping? Aufarbeitung der

Korruptionsaffäre im Sozialministerium!

Antrag der Fraktion AfD

Als Antragstellerin hat zunächst die AfD-Fraktion das Wort. Das Wort ergreift Herr Kollege Barth.

Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! „Wir haben das Richtige getan, aber wir haben es nicht immer richtig getan.“ So das Resümee der Staatsministerin Köpping beim von der AfD-Fraktion beantragten Sonderplenum am 31. August 2023, als sich der Landtag erstmals mit der Vetternwirtschaft dieser Staatsregierung – speziell im SPD geführten Ministerium – beschäftigte.

Nun liegt uns der Sonderbericht des Rechnungshofs zur Richtlinie „Integrative Maßnahmen – Teil 1“ vor und er förderte erstaunliche Erkenntnisse zutage. Für die Arbeit an diesem Sonderbericht möchte ich zunächst im Namen meiner Fraktion Herrn Rechnungshofpräsidenten Michel und seinem gesamten Hause stellvertretend danken.

Nach allen Erkenntnissen, die mittlerweile gesichert vorliegen, hat sich nicht nur Frau Köpping in der angesprochenen Sondersitzung am 31. August 2023 bis auf die Knochen blamiert –

(Sabine Friedel und Albrecht Pallas, SPD: Hä?)

nein, das waren auch Sie, Herr Lippmann.

(Lachen des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE)

Sie sprachen von einem „bizarren Schauspiel“,

(Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD)

bei dem es der AfD-Fraktion angeblich darum gegangen wäre, „Dreck auf die Staatsregierung, auf die“ – sogenannte – „Zivilgesellschaft und auf Geflüchtete […] auszukippen“.

(Albrecht Pallas, SPD: Hat er ja recht!)

Herr Gebhardt sprach von einer „sinnlosen Sondersitzung“,

(Albrecht Pallas, SPD, und Juliane Nagel, DIE LINKE: Ja! – Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Das ist eine sinnlose Aktuelle Debatte!)

die meine Fraktion erzwungen hätte. Vermutlich sind Sie auch beide der Meinung, dass im Staatsministerium für

Vetternwirtschaft und Korruption von Frau Köpping eigentlich das Richtige getan wurde

(Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Nööö!)

und dass der Zweck die Mittel heiligt.

(Sabine Friedel, SPD: Das hat niemand gesagt, Herr Barth!)

Ich kann Ihnen auch genau sagen, warum das so ist: Speziell das grüne

(Sabine Friedel, SPD: Ab jetzt ist die Prämisse …)

und linke politische Vorfeld von Herrn Lippmann und Herrn Gebhardt

(Sabine Friedel, SPD: Folgefehler!)

dürfte von der korrupten Fördermittelpraxis im Sozialministerium überproportional profitiert haben.

(Juliane Nagel, DIE LINKE: Das ist falsch! – Sabine Friedel, SPD: Folgefehler!)

Mehr als nur blamiert hat sich jedoch Frau Staatsministerium Köpping höchst selbst an diesem Tag. Ich zitiere: „Aber eines kann ich klar von uns […] weisen,

(Sabine Friedel, SPD: Ja!)

nämlich, dass parteipolitische und persönliche Interessen

(Sabine Friedel, SPD: Ja!)

bei den Förderverfahren eine Rolle gespielt haben.“

(Sabine Friedel, SPD: Haben Sie den Bericht gelesen, Herr Barth? Das sollte man vielleicht tun, bevor man darüber spricht! – Vereinzelt Heiterkeit bei der AfD)

Bei 17 Zuwendungsempfängern fand der Rechnungshof allerdings Anhaltspunkte für sechs politische und interessenspolitische Näheverhältnisse vor.

(Sabine Friedel, SPD: Zweifel!)

Wir kennen die Vereine offiziell noch nicht. Es besteht aber nach wie vor der Verdacht der politischen Einflussnahme und Näheverhältnisse.

(Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Ah! – Rico Gebhardt, DIE LINKE: Mensch!)

Frau Köpping, Sie haben gerade nicht das Richtige getan. Sie haben am 31. August 2023 dem Parlament, den Abgeordneten und dem Sächsischen Landtag rotzfrech mit diesem Zitat ins Gesicht gelogen. Schämen Sie sich dafür!

(Vereinzelt Beifall bei der AfD – Albrecht Pallas, SPD: Sie sollten sich schämen, Herr Barth!)

Eine Ministerin, die das Parlament und damit auch die Öffentlichkeit und den sächsischen Steuerzahler beschwindelt, beschmutzt dieses Amt in einer Art und Weise,

(Dirk Panter, SPD: Jetzt aber!)

sodass sie als Fehlbesetzung eingeschätzt werden muss.

(Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Albrecht Pallas, SPD)

Ob ich ein Rechtsextremist bin, muss der Verfassungsschutz in einer Einzelfallprüfung feststellen.

(Sabine Friedel, SPD: Es reicht, dass Sie Mitglied einer rechtsextremen Partei sind! – Weitere Zurufe – Unruhe im Saal)

Ich mache mit meiner Rede weiter. Der Rechnungshof kritisierte besonders Fälle,

(Unruhe im Saal – Glocke des Präsidenten)

in denen aktiv gegen den Grundsatz der staatlichen Neutralität und gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen wurde.

So erhielten bestimmte Zuwendungsempfänger Zuwendungen, mit denen persönliche, personelle und auch politische Verflechtungen bestanden. Dadurch – das ist das Problem – entstand im gesamten Förderverfahren der böse Schein der Parteilichkeit.