Als Übergangstechnologie, okay. - Jetzt aber einmal die Frage: Was macht für Sie den Unterschied aus? Oder anders gefragt: Wie hätten Sie sich z. B. an Ihrem Parteifreund Joschka Fischer abgearbeitet, wenn sich bspw. - das ist eine hypothetische Frage - das Nabucco-Projekt durchgesetzt hätte? Das käme ungefähr aus der gleichen Richtung. Ich finde, dabei schwingt ein wenig Doppelmoral mit. Aber das ist nur meine persönliche Feststellung.
Ich glaube, es ist jetzt nicht die Zeit, sich mit Hypothesen aus der Vergangenheit zu beschäftigen. Wir müssen jetzt die Krise bewältigen, die aktuell besteht.
Dabei sollten wir im Bund ein wenig mehr zusammenarbeiten, als in der Vergangenheit herumzustochern, lieber Kollege von der FDP.
Nun kommen wir zu Herrn Thomas. Bitte, Herr Thomas. Frau Lüddemann bleibt stehen. Ich denke, das bedeutet, dass sie antworten möchte.
Das finde ich sehr nett. - Vielen Dank, Herr Präsident. - Werte Frau Kollegin Lüddemann, natürlich konnten Sie nicht widerstehen, hier heute wieder eine grün-ideologische Rede zu halten, statt pragmatisch auf die Probleme der Bürger einzugehen; denn Sie haben viel Redezeit darauf verwandt, auf die letzten Jahre zu reflektieren, statt nach vorn zu schauen und zu sagen, welche Ihre Lösungen sind. Eine Lösung sprechen Sie hier immer an: die erneuerbaren Energien.
Einmal unabhängig davon, dass viele Fotovoltaikanlagen bei Stromausfällen überhaupt nicht funktionieren, weil sie nicht notstromfähig sind, geht es aber auch um Windenergie und um Speichertechnologien. Was glauben Sie denn: Mit welcher Geschwindigkeit und um
welche Kapazitäten müssten wir die Speicher ausbauen, damit sie eine ernsthafte Rolle bei der Stromversorgung spielen können?
Das ist ja nun eine Antwort, die nichts wert ist. Ich frage ganz bewusst vor dem Hintergrund, ob Ihnen vielleicht bekannt ist, dass dann, wenn wir alle Batteriespeicher Europas zusammennehmen würden, diese Kapazität für zweieinhalb Minuten Speicherung ausreichen würde.
Das heißt also, dass Speicher - was Sie immer ins Feld führen - weit weg von dem sind, was Sie sich wünschen. Wir werden das auch in zehn Jahren mit 500 Millionen € nicht hinbekommen. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Ich bitte Sie, an dieser Stelle ehrlich zu bleiben. Versprechen Sie den Menschen nichts, was wir nicht halten können.
Zum Konzept der erneuerbaren Energien gehören sehr zentral eine regionale Energieversorgung und auch eine regionale Speicherung.
Davon, dass dies möglich ist, können Sie sich überzeugen, wenn Sie eine unserer Veranstaltungen besuchen.
Meine Kollegin Frederking führt regelmäßig solche Veranstaltungen durch. Es ist alles durchgerechnet. Es kann alles funktionieren, und es wird auch alles funktionieren, wenn man nämlich die Speichertechnologien nicht nur weiterentwickelt - - Wir haben bei uns vor Ort Tesvolt. Sie expandieren und haben volle Auftragsbücher. Wenn wir alle Elektroautos in die Speicher einbeziehen - -
(Markus Kurze, CDU: Jetzt ist der Strom für das Auto teurer als das Benzin! Ja, dann flie- gen wir eher zum Mond alle Mann zusam- men, ehrlich! - Zuruf von der AfD: Da sind wir schon! - Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Lichtgeschwindigkeit! - Lachen bei der AfD - Zuruf: Aha! - Unruhe)
- Kollege Kurze, wenn Sie vorhin nicht geschrien, sondern mir zugehört hätten, hätten wir diese Debatte jetzt nicht mehr.
- Nein, noch einmal: Frau Lüddemann ist von Ihrem Fraktionskollegen etwas gefragt worden. Es kann ja sein, dass einem die Antwort nicht gefällt. Aber wir müssen doch zumindest eine Art und Weise des Umgangs pflegen, dass sie auf die Frage von Herrn Thomas antworten kann. Das konnte sie eben nicht mehr.
Deswegen bitte ich auch bei Ihnen darum - Ihnen geht es manchmal so; Herrn Striegel geht es manchmal so; Herrn Kosmehl geht es manchmal so; manchen anderen geht es auch so; es scheint bei Parlamentarischen Geschäftsführern besonders ausgeprägt zu sein -, auch wenn es schwerfällt, sich ein bisschen zurückzunehmen, damit wir nicht andauernd in solch eine Debatte hineinkommen.
Eigentlich gibt es noch eine weitere Frage, Frau Lüddemann, und zwar von Herrn Silbersack, aber Sie wollen damit sozusagen nicht weitermachen.
In Ordnung. Damit sind wir jetzt am Ende der Debatte angelangt. Wir würden jetzt in das Abstimmungsverfahren eintreten.
Es liegen Anträge vor, und zwar gibt es den Antrag der Fraktion DIE LINKE in der Drs. 8/1711 und es gibt den Alternativantrag in der Drs. 8/1746. Wir beginnen mit der Abstimmung. Zuerst wird natürlich über den Ursprungsantrag abgestimmt. Das ist der Antrag der Fraktion DIE LINKE. Wer diesem Antrag zustimmt, den bitte ich jetzt um sein Kartenzeichen. - Das ist die Fraktion DIE LINKE. Wer ist dagegen? - Das sind die Koalitionsfraktionen und die Fraktion der AfD. Wer enthält sich der Stimme? - Das ist die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Jetzt kommen wir zum Alternativantrag. Wer stimmt dem Alternativantrag zu? - Das sind die Koalitionsfraktionen. Wer ist dagegen? - Niemand. Wer enthält sich der Stimme? - Das sind alle Oppositionsfraktionen. Damit ist nach Ablehnung des Ursprungsantrags in der Drs. 8/1711 der Alternativantrag in der Drs. 8/1746 angenommen worden.
Wie es bei der Aktuellen Debatte üblich ist, beträgt die Redezeit zehn Minuten. Den Anfang macht Herr Lange. - Herr Lange, bitte.