Wie es bei der Aktuellen Debatte üblich ist, beträgt die Redezeit zehn Minuten. Den Anfang macht Herr Lange. - Herr Lange, bitte.
park Harz verfügen die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt über einen der größten, wenn nicht sogar den größten Waldnationalpark Deutschlands. Er umfasst mit seiner Fläche von 247 km² etwa 10 % des Harzes und ist international anerkannt.
Gemäß dem weltweiten Motto der Nationalparke „Natur Natur sein lassen“ wird immer mehr Fläche im Nationalpark sich selbst überlassen, sodass sich eine neue Wildnis entwickelt. Ziel ist es dabei, dass mindesten 75 % der Fläche eine Naturdynamikzone - oder auch „Kernzone“ genannt - werden, was für die internationale Anerkennung eine Mindestgröße darstellt.
Die Natur Natur sein zu lassen, die Entwicklung der Wildnis, das alles ist nicht nur spannend für den Naturschutz und die Wissenschaft, die Wildnis im Nationalpark Harz ist vor allem auch eines: Sie ist schön.
Meine Damen und Herren! Es gibt aber auch Flächen wie die Brockenkuppe, die Flächen der Wasserwirtschaft, aber auch die Schwermetallrasen, auf denen Pflegemaßnahmen vorgenommen werden. Zudem kommt die Nationalparkverwaltung natürlich den Sicherungspflichten nach. Mit hoher fachlicher Expertise werden der Nationalpark betreut, Bildung vermittelt und der naturverträgliche Tourismus entwickelt. An dieser Stelle möchte ich mich für die geleistete Arbeit bei den Mitarbeiter*innen des Nationalparks bedanken.
Meine Damen und Herren! Nun ist der Schutz der Natur natürlich der wichtigste Aspekt, aber weil der Nationalpark so schön ist, lockt er jedes Jahr Millionen Tourist*innen an. Allein der Brocken zählt mehr als 1,7 Millionen Besucher*innen jährlich.
Umso erschreckender und unverständlicher war es für uns, dass ausgerechnet der für Forst, Tourismus und Wirtschaft zuständige Minister Schulze den gemeinsamen Nationalpark mit Niedersachsen infrage stellte und den sachsen-anhaltischen Teil herauslösen wollte.
Er hat mit dieser Hauruckaktion gezeigt, dass er vom Forst, von Wirtschaft und sogar vom Tourismus wenig Ahnung hat,
Er braucht Fachkompetenz und Fingerspitzengefühl und die notwendige Ruhe, auch und gerade dann, wenn es brennt, im wahren und im übertragenen Sinne.
Herr Minister, Sie können heute die Gelegenheit nutzen und zugeben, dass das eine echt schlechte Performance war, und sich dafür entschuldigen.
Meine Damen und Herren! Fingerspitzengefühl ist auch deswegen notwendig, weil Sachsen- Anhalt den kleineren Beitrag zum Nationalpark leistet. Schon deswegen ist so ein Vorstoß unsinnig, weil die Folgen viel höhere Kosten für das Land wären, neben dem konzeptionellen Unsinn, der dahintersteckt.
Meine Damen und Herren! Herr Minister, ich zitiere den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies, der die vorgebrachte einseitige Aufkündigung des Staatsvertrags in seiner Pressemitteilung wie folgt kommentierte:
„Diesen Staatsvertrag haben die Parlamente unserer beiden Länder nach langen Verhandlungen in Freundschaft und Einigkeit über den Wert dieser einzigartigen Region und auch als Signal der neuen Einheit Deutschlands geschlossen. Das ist nichts,
- Recht hat er! - Herr Minister, diesbezüglich wäre auch eine Entschuldigung gegenüber dem Parlament angebracht.
und die Windwurfflächen. Übrigens sind das beides Folgen des menschengemachten Klimawandels, also Dürre und Extremwetter. Das reflexhafte Zeigen auf Totholz hat nun wirklich nichts mit einer fachlich fundierten Diskussion zu tun;
im Gegenteil: Naturschutz geht doch mit Brandschutz Hand in Hand. Naturschutz kann sogar der beste Brandschutz sein, wenn Laubmischwälder wieder natürlich aufwachsen können. Dabei spielt Totholz eine beeindruckende Rolle;
(Ulrich Thomas, CDU: Das sehen wir ja im Nationalpark! - Angela Gorr, CDU: Herr Lange! - Ulrich Thomas, CDU: Das sehen wir ja gerade!)
(Ulrich Thomas, CDU: Gehen Sie einmal wan- dern! Es tut Ihnen gut! - Zuruf von Guido Kos- mehl, FDP)