Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Würde auch der Bäcker von profitieren, das ist richtig, aber wenn man jetzt

sagt, man möchte auch das gern machen: Ja, bitte, wir befinden uns in

einer Energiepreiskrise, die eben nicht von Jürgen Trittin ausgelöst wurde.

Jetzt mal im Ernst, 16 Jahre Merkel dazwischen – es erinnert sich übrigens

auch keiner mehr, 2009 bis 2013 war die FDP auch mit dabei –, das waren

jetzt nicht Blütezeiten für die erneuerbaren Energien, da hätte man viel

machen können. An der Stelle aber beziehen Sie sich jetzt auf

Wortmeldungen von vor 20 Jahren, das ist auch nicht wahnsinnig hilfreich.

(Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Na ja, aber Sie stehen schon zu Ihrer Politik, oder?)

Sie können an der Stelle finanzielle Spielräume nutzen, die es gibt im

Wirtschaftsstabilisierungsfonds und den dort bisher nicht abgerufenen

Kreditermächtigungen. Der Zweck des Wirtschaftsstabilisierungsfonds war

ja zunächst, in der Coronapandemie deren Folgen zu bewältigen. Dann hat

man den Zweck seitens der Bundesregierung nach dem Angriffskrieg völlig

richtigerweise umgewidmet, um die Folgen der Energiekrise zu bewältigen,

und wir befinden uns nach wie vor in dieser Krise. Lassen Sie uns doch die

Möglichkeiten dort gemeinsam nutzen. Das ist hier mein abschließendes

Plädoyer.

(Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Aber der Strompreis ist doch nicht nur hoch wegen – –.)

Vielen Dank!

(Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE)

Als nächster Redner der Abgeordnete Klaus

Rainer Rupp.

Frau Präsidentin, verehrte

Anwesende! Die Bemerkung, dass Atomkraftwerke den saubersten Strom

produzieren – –.

(Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Das habe ich nicht gesagt!)

Was habe ich denn gehört? Sie haben erklärt, dass da während der

Produktion am wenigsten CO2 anfällt.

(Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Ein Zwanzigstel! Hören Sie genau zu!)

Das ist ein bisschen so, wie wenn man sagt: Elektroautos haben gar keinen

CO2-Abdruck. Es ignoriert die Brennstoffherstellung, es ignoriert den Bau,

und es reduziert von Ihrer Seite in unverantwortlicher Weise den Umgang

mit dem Restmüll. Wir produzieren unglaublich giftigen Restmüll für

50 000 Jahre und länger. Wenn man in Physik nur ein bisschen aufgepasst

hat, dann kann man doch nicht allen Ernstes behaupten, dass die Tatsache,

dass es für den Augenblick, in dem da tatsächlich Strom aus dem

Atomkraftwerk rauskommt, dass es da günstiger für die CO2-Bilanz ist, und

ignoriert dabei, dass bei der Herstellung von den Brennstoffen CO2 anfällt,

(Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Das ist bei der Bremer Solarpolitik aber nicht so einfach!)

und man ignoriert sozusagen die Vergiftung dieser Welt auf 50 000 Jahre

hinaus. Ich finde, das ist den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

(Beifall DIE LINKE, SPD, Bündnis 90/Die Grünen)

Es geht meines Erachtens überhaupt nicht, so zu argumentieren.

Es wurde gesagt, wir lenken ab in der Frage, wir brauchen jetzt ein

Klimageld, wir brauchen jetzt einen Brückenstrom. Das ist natürlich Unsinn.

Es klemmt nicht in Bremen. Wir sind in Bremen dafür, dass das gemacht

wird. Ich gebe freimütig zu, ich habe auch überlegt: Können wir eigentlich

in Bremen oder als Landesregierung da irgendetwas in unserem Sinne

machen? Bei genauer Betrachtung der Umstände und insbesondere der

Summen, die in Rede stehen, ist es offensichtlich außerhalb unserer