Protokoll der Sitzung vom 11.10.2023

Summen, die in Rede stehen, ist es offensichtlich außerhalb unserer

Möglichkeiten. Ansonsten wäre ich durchaus dafür, darüber nachzudenken.

Das Problem ist auch, wenn wir nun darüber nachdenken, dann fängt der

Bund an und sagt, dann müssen wir ja nichts mehr tun. Also, so herum geht

es nicht. Der Bund darf sich in diesen beiden Fragen nicht aus der

Verantwortung nehmen.

Das gilt nach wie vor, dieses Signal muss eindeutig aus dem Hause

kommen: Klimageld hilft, soziale Gerechtigkeit umzusetzen, und

Brückenstrompreis hilft, Abwanderung zu vermeiden. Wenn wir das dem

Markt überlassen, dann verweise ich auf die Entwicklung der Textilindustrie

in Deutschland: Die gibt es in Deutschland nicht mehr. Der Markt hat dafür

gesorgt, dass sich diese Form von Industrie in Bangladesch, in Indien, in

Pakistan zu Umständen angesiedelt hat, Arbeitsumständen, die jenseits von

Menschlichkeit und von Tarifverträgen sind. Wer das will, der argumentiert

auch in der Frage der Stahlerzeugung in dieselbe Richtung und produziert

dieselben Ergebnisse.

Die Frage: Was ist mit DIE LINKE möglich? Wir sind jetzt ja hier in einer

Landesregierung, und mit uns war es möglich, im Coronafonds zu

verankern, dass nicht nur Impfungen bezahlt werden, sondern dass es auch

wirtschaftliche Hilfen für alle möglichen Unternehmensbereiche gegeben

hat. Mit uns war es möglich, den Klimafonds insbesondere mit dem Ziel zu

verabschieden, Stahl mit Wasserstoff herzustellen. Mit uns war es möglich,

einen Ukrainefonds aufzulegen, um möglichst vielen Menschen in Bremen

unmittelbar aus der Krisensituation und den erhöhten Preissteigerungen zu

helfen. Das ist mit uns möglich.

Mit uns im Bund wäre es möglich, die Übergewinnsteuer wieder einzuführen

und weiter zu verstetigen, denn: Was meiner Meinung nach wirklich nicht

geht, ist, dass man in der Krise überbordende Gewinne auf Kosten der

sozialen Gerechtigkeit in Bremen erzielt.

(Beifall DIE LINKE, SPD, Bündnis 90/Die Grünen)

Die Übergewinnsteuer wäre mit uns nicht abgeschafft worden. – Vielen

Dank für die Aufmerksamkeit!

(Beifall DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen)

Als nächster Redner hat der Abgeordnete

Cord Degenhard das Wort.

Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren! Das geht auch ganz schnell. Ich möchte nur eins

richtigstellen: Ich persönlich bin kein Verfechter von Atomstrom, um das

ganz deutlich zu machen, wegen der von Herrn Rupp benannten Probleme

der Entsorgung. Gar keine Frage. Aber hier ging es zu Beginn des Jahres

darum, CO2-sauberen Strom zu produzieren. Das war die

Argumentationslinie. Da hätte man diese Kraftwerke wirklich noch einige

Monate am Netz lassen können.

(Beifall Bündnis Deutschland)

Indem man das nicht getan hat – ich wiederhole mich da gerne –, macht

man sich unglaubwürdig, wenn man behauptet, man lege Wert auf CO2

Reduzierung. Die CO2-Reduzierung wäre erfolgt bei Inbetrieblassung der

Kraftwerke, der Atomkraftwerke, um das noch mal ganz deutlich zu sagen.

Also: Wir kaufen das der Regierung in Berlin nicht ab, dass sie wirklich den

Impetus haben, CO2 zu senken. Diese Argumentationsberechtigung haben

Sie hier Anfang des Jahres verloren. – Ich danke Ihnen!