Protokoll der Sitzung vom 09.05.2012

Dieses Urteil ist ein klares Signal zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Rhein-Main-Region, gerade und insbesondere für unsere exportorientierte Wirtschaft, und – auch das wird immer gerne von Rot-Grün kleingeschrieben oder völlig ignoriert – es ist ein klares Signal für den Erhalt von über 70.000 Arbeitsplätzen und die Schaffung von weiteren 40.000.

Dieses Urteil – ich wiederhole es – ist ein Sieg für die Region, ist ein Sieg für Hessen und auch insgesamt für die Bundesrepublik.

(Beifall bei der CDU und der FDP)

Meine Damen und Herren, es ist gleichzeitig eine fundamentale und strategische Niederlage von Rot-Grün.

(Lachen bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ich will das begründen. Das Lachen wird Ihnen noch vergehen. – Die GRÜNEN sind nach dem Urteil aus ihrem Traum vom Ende des Flughafenausbaus gerissen worden. Herr Al-Wazir, Sie haben jahrzehntelang gegen diesen Flughafen gearbeitet, schon bei der Startbahn West.

(Tarek Al-Wazir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Da war ich zehn Jahre alt!)

Jetzt haben Sie fundamental vom Bundesverwaltungsgericht gesagt bekommen: Jawohl, dieser Ausbau ist rechtens, und er wird Bestand haben.

(Beifall bei der CDU und der FDP)

Deshalb empfehle ich, Herr Al-Wazir:

(Tarek Al-Wazir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Ich bin 1971 geboren! – Gegenruf des Abg. Dr. Frank Blechschmidt (FDP): Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen!)

Akzeptieren Sie endlich: Es gibt diesen Flughafen, und er wird Ihretwegen nicht abgerissen werden. Hören Sie endlich auf, sich als oberster Schallschützer des Landes aufzuspielen. Zu Ihrer Zeit, als Sie noch eine Mehrheit hatten, gab es zwischen 23 und 5 Uhr über 50, teilweise sogar 70

Nachtflüge. Das wird heute gerne von Ihnen verschwiegen.

(Beifall bei der CDU und der FDP – Kopfschütteln des Abg. Tarek Al-Wazir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN))

Meine Damen und Herren, jahrelang hat Rot-Grün die sofortige Umsetzung der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs eingefordert, obwohl es offene Rechtsfragen gab. Jetzt auf einmal soll zulasten der betroffenen Menschen abgewartet und verzögert werden. Sie wenden ein, man müsse in den nächsten Monaten erst die Begründung lesen. Dabei ist der Tenor des Urteils glasklar. Wir können und wir werden das Nachtflugverbot sofort umsetzen.

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auf Herrn Schäfer-Gümbel zu sprechen kommen. Ich muss schon sagen, ich finde es ziemlich dreist, wenn Sie als der Praktikant des Wortbruchs und als derjenige, der vor gut drei Jahren zusammen mit seiner Vorgängerin Wortbruch betrieben hat,

(Zuruf des Abg. Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD))

nun versuchen, permanent diesen Begriff dem politischen Gegner anzuheften.

(Beifall bei der CDU und der FDP – Lachen bei der SPD – Zuruf des Abg. Dr. Thomas Spies (SPD))

Herr Schäfer-Gümbel, Wortbruch ist doch Ihr Thema gewesen. Nach der erneuten Kandidatur Ihrer Vorgängerin, Frau Ypsilanti, für diesen Landtag wird es wieder zum Thema werden.

(Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD): Machen Sie doch einen Setzpunkt draus!)

Deshalb finde ich es ziemlich dreist und unverschämt, wenn Sie hier in dieser Weise auftreten.

(Beifall bei der CDU und der FDP)

Sie erfinden schon wieder neue Märchen und Hirngespinste. Diese Landesregierung hat klar und deutlich gesagt – FDP und CDU auch –, dass wir nun dieses Nachtflugverbot umsetzen werden.

(Zuruf des Abg. Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD))

Sie behaupten nun, das Handeln der Landesregierung sei eine neue Attacke gegen das Nachtflugverbot. – Das sind Hirngespinste, das sind Märchen. Sie versuchen auf diese Weise, sich eine eigene Kampagne zu erhalten, die Sie nicht mehr haben, da die Grundlagen für Ihre Kampagne inzwischen entfallen sind.

(Willi van Ooyen (DIE LINKE): Jeden Montag!)

Meine Damen und Herren, wir haben wenige Wochen vor der Landtagswahl 2008 mit guten Gründen ausgestattet gesagt, warum es angesichts der damaligen Rechtslage bedauerlicherweise einige Ausnahmen vom Nachtflugverbot geben muss. Das haben wir vor der Wahl gesagt, vier Wochen vor der Wahl. Wir haben den Bürgern gesagt: Ihr sollt darüber entscheiden.

(Beifall bei der CDU und der FDP)

Umgekehrt haben Sie nach der Wahl versucht, mit den LINKEN gemeinsam ins Bett zu gehen.

(Zuruf des Abg. Dr. Thomas Spies (SPD))

Das unterscheidet Sie von uns.

(Beifall bei der CDU und der FDP – Zuruf des Abg. Dr. Thomas Spies (SPD))

Meine Damen und Herren, ich wiederhole es, auch wenn es uns Rot-Grün nicht glaubt, darauf kommt es auch nicht an: Wir haben in diesem Landtag eine klare parlamentarische Mehrheit

(Lebhafte Zurufe von der SPD)

und werden unsere Ziele auch umsetzen. Deshalb werden wir auch dieses Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Sinne des Nachtflugverbots umsetzen, wie wir es immer gesagt haben.

Daher passen wir den Planfeststellungsbeschluss schnellstmöglich an, und zwar auf der Grundlage – –

(Dr. Thomas Spies (SPD): Nicht mehr lange!)

Herr Dr. Spies, das ist Ihr dauerhafter Wunsch. Ich weiß nicht, wie lange Sie sich schon hier in der Opposition befinden. Seit Jahrzehnten sagen Sie: „Nicht mehr lange!“, und noch immer sitzen Sie als Oppositionsabgeordneter hier,

(Beifall bei der CDU und der FDP – Zuruf des Abg. Dr. Thomas Spies (SPD))

mit der kleinsten Landtagsfraktion der SPD, die es je gegeben hat. Fragen Sie sich doch einmal, woher das kommt. Das ist doch die Folge Ihres politischen Handelns. Wenn Sie weiterhin so agitieren, dann – das sage ich Ihnen – wird es auch weiterhin so bleiben, und Sie werden sich auch in der nächsten Wahlperiode in der Opposition befinden.

(Beifall bei der CDU und der FDP)

Ich wiederhole: Das Urteil kann ohne eine Durchführung umfangreicher neuer Ermittlungen und Abwägungen sofort umgesetzt werden. Kein Mensch in Hessen versteht, warum Sie sich jetzt dagegen verwahren. Endlich können wir doch gemeinsam auf einer gesicherten rechtlichen Basis dieses Urteil umsetzen und das Nachtflugverbot auf diese Art und Weise wasserdicht machen.

Meine Damen und Herren von der Opposition, Sie wollen verschleppen und verzögern, um weiterhin gegen den Flughafen zu agitieren. Das werden wir nicht zulassen.

(Beifall bei der CDU und der FDP)

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Abschluss Folgendes sagen. Eines ist in den letzten Monaten immer deutlicher geworden: Die Diskussion um die Thematik der Nachtflüge hatte für die SPD immer nur eine Alibifunktion.

(Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD): So?)

Seit dem Oktober 2011 ist die Frage des Nachtflugs faktisch erledigt und seit dem 4. April 2012 rechtlich – in dem Sinne, dass wir jetzt Nachtruhe haben und auch weiterhin haben werden.

(Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD): Und warum haben Sie dagegen geklagt?)

Sie haben das Nachtflugthema immer zum Vorwand genommen,

(Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD): Das ist lächerlich!)