Frauen sind bisher in Leitungspositionen auch in Theatern noch unterrepräsentiert. Insofern ist das auch eine erfreuliche Nachricht. Ich habe gemeinsam mit Oberbürgermeister Mende die beiden in einer Pressekonferenz vorgestellt. Es gab ein sehr positives Echo. Insofern sind wir gespannt auf die neue Spielzeit. – Vielen Dank.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Auch Ihnen, Frau Ministerin, lieben herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Einlassungen. – Ich hätte eine Nachfrage: Welche Chancen eröffnen sich aus dem neuen Leitungsmodell als Team für das innerbetriebliche Klima am Staatstheater Wiesbaden?
Vielen Dank. – Wir glauben tatsächlich, dass gerade mit dem Thema Dialog, mit dem die beiden sehr stark angetreten sind – ein Dialog ist in einer Doppelspitze ohnehin erst einmal eine Voraussetzung –, aber auch mit dem klaren Bekenntnis, dass ihnen Dialog innerhalb des Teams und auch mit der Stadtgesellschaft das Wesentliche sein wird, demokratische Prozesse und flachere Führungshierarchien dazu führen werden, das Potenzial in einem Theater hervorzubringen. Das haben sie sehr deutlich gemacht.
Allen ist bewusst, dass aufgrund großer Konflikte am Staatstheater eine große Verantwortung darin liegt, durch ein gemeinsames Team entsprechende Prozesse voranzubringen. Das waren durchaus Themen in den Bewerbungsgesprächen mit allen Bewerberinnen und Bewerbern. Auch dabei haben die beiden deutlich gemacht, dass ihr Führungsmodell dafür auch ein Zeichen sein soll.
Herr Abg. May, der erste Landesfachtag „Medienbildung & Digitalisierung“ war ein guter Erfolg. Der Fokus des Fachtags lag auf Angeboten für Grund- und Förderschulen, um Impulse für die digitale Bildung in diesem Bereich zu setzen, das Diagnostizieren und Fördern in den Blick zu nehmen und die Lernkultur mit digitalen Medien weiterzuentwickeln. Damit ergänzt das Format die bisherigen Fortbildungsangebote, indem eine breite Informations- und Fortbildungsvielfalt zur digitalen Bildung für Lehrkräfte gebündelt zur Verfügung gestellt wurde, die deren digitale Kompetenzen weiter stärkt.
Das Tagungsprogramm beinhaltete einzelne Workshops, die unter anderem die Themen der computergestützten Lernverlaufsdiagnostik, die Erkundung einer Selbstlernplattform für Schülerinnen und Schüler oder zum landesweiten Videokonferenzsystem im Schulportal behandelten. Darüber hinaus konnten sich die teilnehmenden Lehrkräfte beispielsweise an Informationsständen der Hessischen Lehrkräfteakademie, der Beratungsstelle Jugend und Medien Hessen, der Medienzentren sowie des Hessischen Rundfunks einen Überblick über das breite Beratungs- und Fortbildungsangebot zur Medienkompetenzförderung verschaffen. Somit konnten die verschiedenen Beratungs- und Fortbildungsangebote gut sichtbar gemacht und den Lehrkräften die Gelegenheit geboten werden, sich zu vernetzen.
Der Landesfachtag fand am 1. November 2022 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hessischen Lehrkräfteakademie, die den Fachtag durchführten, ist es offensichtlich gelungen, mit dem angebotenen Programm das Interesse der Lehrkräfte zu wecken, weil dieser mit 250 Anmeldungen ausgebucht war.
Auch das Feedback der teilnehmenden Lehrkräfte war durchweg positiv, wobei die praxisnahen Unterrichtsbeispiele als wichtiger Beitrag zum Einsatz von digitalen Medien im Unterricht gelobt wurden. Aus diesem Grunde ist es naheliegend, dass beabsichtigt ist, in diesem Jahr einen weiteren Landesfachtag dieser Art für die hessischen Lehrkräfte anzubieten.
Vielen Dank, Frau Präsidentin, und vielen Dank, Herr Kultusminister, für die Beantwortung. – Mich würde interessieren: Welchen Stellenwert hatten die Themen Diagnostizieren und Fördern im Rahmen des ersten Fachtags?
Herr Kollege May, sie nahmen einen sehr großen Stellenwert ein; denn die digitalen Medien können gerade in diesem Bereich sehr spannende Unterstützung bieten. Ich nenne als Beispiel unsere computergestützte Lernverlaufsdiagnostik, unser Programm „quop“, das wir in den Klassen 1 bis 6 mit großem Erfolg einsetzen, aber auch noch weiter verbreiten wollen. Wir haben über selbstreguliertes Lernen gesprochen. Dazu gibt es eine Lernplaner-App. Sie heißt PROMT. Auch dazu wurde beispielsweise ein Workshop veranstaltet.
Total spannend fand ich einen Workshop zum inklusiven Setting beim Thema Märchen, also Märchen mit digitalen Tools, aber auch ganz sachlich digitale Medien im Mathematikunterricht der Primarstufe. Auch da nahm das Thema einen hohen Stellenwert ein. Da ging es vor allem um die Möglichkeiten von Audio-Podcasts zum Darstellen und Kommunizieren im Mathematikunterricht. Da ich mich mit dem Format Podcasting kürzlich auch angefreundet habe, muss ich sagen, ich finde es sehr spannend, solche Dinge auch im Unterricht einzusetzen.
Vielen Dank. – Es gibt nun eine Nachfrage von Herrn Abg. Degen, wenn ich es richtig sehe. – Nein? Entschuldigung, von Frau Geis.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Kultusminister, meine Nachfrage ist: Gibt es eine Planung, wie viele solcher Fachtage in Hessen durchgeführt werden müssten, bis alle Lehrerinnen und Lehrer in Hessens Schulen davon erreicht wurden?
Frau Abg. Geis, dieser Landesfachtag ist nur sozusagen eine besondere Kirsche auf dem Kuchen unseres reichhaltigen Portfolios für die Lehrkräftebildung.
Er ist ein zusätzliches Angebot, das das bestehende Fortbildungsangebot sinnvoll ergänzt. Natürlich findet Lehrkräftefortbildung keineswegs nur, und auch gar nicht primär, auf solchen Fachtagen statt. Aber so ein Fachtag bietet die besondere Möglichkeit für Lehrkräfte, sich an einem Tag
gebündelt über verschiedene Themen und über die digitalen Fortbildungs- und Unterstützungsangebote des Landes zu informieren, um sich so einen breiten Überblick zu verschaffen und dann in den weiteren Fortbildungsangeboten, in dem ganzen Katalog, den wir bereitstellen, je nach Interesse gezielt zu suchen, wie man das weiter vertiefen kann.
Dafür sind diese Workshops da. Insofern ist es ein besonderes Highlight, um jetzt eine etwas weniger leckere Metapher zu wählen, aber natürlich nur ein Baustein in dem großen Mosaik unserer Fortbildungsangebote, die wir insgesamt zum Thema Digitalisierung für unsere Lehrkräfte zur Verfügung stellen.
Vielen Dank. – Ich darf als Nächstes eine Nachfrage von Herrn May aufrufen. Herr May, Sie haben das Wort.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Mich würde interessieren: Wie beabsichtigt die Landesregierung das Format des Landesfachtags weiterzuentwickeln?
Herr Abg. May, ich denke, am interessantesten ist es, jetzt weitere Einsatzszenarien für digitale Medien einzubauen. Da besteht ein schier unerschöpfliches Potenzial. Da fallen uns bestimmt noch viele weitere gute Praxisbeispiele ein.
Dann hatte ich gesagt, dass dieser Fachtag vor allem den Schwerpunkt Grund- und Förderschulen hatte. Aber wir wollen die Sekundarstufe nicht aus dem Blick verlieren. Es wäre sicherlich auch eine Aufgabe, sie mit einzubeziehen. Wenn wir den Kreis der Adressaten erweitern, dann müssen wir natürlich auch über mögliche Ausweitungen der Kapazitäten nachdenken.
Vielen Dank. – Wir kommen nun zur letzten möglichen Nachfrage. Die hat Herr Promny von den Freien Demokraten. Sie haben das Wort.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herr Staatsminister, im Kontext Ihrer Beantwortung zum Landesfachtag „Medienbildung & Digitalisierung“ würde mich interessieren, ob in dem Kontext dieses Fachtages auch ChatGPT und OpenAI eine Rolle gespielt haben. – Vielen Dank.
Lieber Herr Kollege Promny, ich möchte darauf zurückkommen: Der Schwerpunkt lag auf Grund- und Förderschulen. Ich glaube, da ist der Einsatz von ChatGPT noch nicht so das primäre Problem. Diese Herausforderung stellt sich erst im Fortgang der Bildungslaufbahn, je anspruchsvoller und wissenschaftlicher die Arbeiten werden. Deswegen beschäftigen sich insbesondere die Hochschulen mit den Herausforderungen, die sich aus diesem Programm ergeben.
Sicherlich müssen wir das beispielsweise auch in der gymnasialen Oberstufe mit einbeziehen. Aber bis das in der 1. Klasse angekommen ist, haben wir noch ein bisschen Zeit. Deswegen war das in der Tat auf diesem Landesfachtag noch nicht Thema.
Dann rufe ich jetzt die Frage 803 auf und darf Frau Abg. Gronemann von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN das Wort erteilen.
Frau Abgeordnete, in Hessen haben wir derzeit 17 Landschaftspflegeverbände. Im Juli 2017 startete das hessische Umweltministerium drei Pilotprojekte mit einer Laufzeit von drei Jahren. Im Zuge dieser Pilotvorhaben haben die Landschaftspflegeverbände in den Landkreisen Lahn-Dill, Waldeck-Frankenberg und Wetterau die Kreisverwaltungen bei der Umsetzung von Maßnahmen der Natura-2000Richtlinie und des Vertragsnaturschutzes unterstützt.
In den Pilotlandkreisen konnten bis 2019 die nötigen Erfahrungen gesammelt werden. Diese Pilotphase wurde evaluiert, um eine gute Entscheidungsgrundlage dafür zu haben, ob eine hessenweite Einführung in dieser Form sinnvoll ist und wie sie effektiv erfolgen kann.
Seitdem konnten bereits weitere Initiativen bei der erfolgreichen Gründung eines LPV unterstützt werden. Bis Ende 2020 war es der neu gegründete Landschaftspflegeverband im Landkreis Groß-Gerau. Es gab drei Gründungen im Jahre 2021. Darüber hinaus wurden im Jahr 2022 vier weitere LPVe gegründet. Mit den früher schon existierenden Landschaftspflegeverbänden, die jetzt auf eine neue finanzielle Grundlage gestellt wurden, sind es 17.
Vier Gründungen stehen noch aus. Im Landkreis Offenbach steht eine Gründung kurz bevor. In den übrigen drei Landkreisen Vogelsberg, Fulda und Limburg-Weilburg
wurden Gespräche auf verschiedenen Ebenen aufgenommen. Ich bin zuversichtlich, dass es in diesen drei Landkreisen in diesem Jahr auch noch zu Gründungen kommen wird.
Herzlichen Dank. – Wenn ich das richtig sehe, gibt es eine Nachfrage der Frau Abg. Gronemann. Sie haben das Wort.
Erst einmal vielen Dank für die Beantwortung der Frage. – Mich würde vor allem interessieren: Welche Anreize gibt es denn für die Landkreise insgesamt, diese Gründungen voranzutreiben?