Protokoll der Sitzung vom 11.12.2002

Ich glaube, dass die Zusammenarbeit in Sachen Kultur ein hohes Gut ist, aber auf dieser Basis geht es nicht. Es bedarf einer Umkehr des Stils von Ihrer Seite. Sie, als Kultursenatorin, sind vielleicht die wichtigste Person in einem vergleichbaren Amt. Sie müssen Ihre Rolle wirklich anders wahrnehmen, dann kommen wir auf eine neue Basis, sonst nicht.

(Anhaltender Beifall bei der SPD und der GAL)

Weitere Wortmeldungen sehe ich nicht. Dann kommen wir zu den Abstimmungen. Zunächst die Ausschussberichte. Zuerst der Bericht des Haushaltsausschusses, Drucksache 17/1732.

[Bericht des Haushaltsausschusses über die Drucksache 17/1406: Mehrkosten für den Neubau eines Betriebsgebäudes für die Hamburgische Staatsoper in Höhe von 6 993 000 Euro Einzelplan 3.3 Titel 3920.893.02 Haushaltsplan 2002 und Haushaltsplan-Entwurf 2003,

(Senatorin Dr. Dana Horáková)

Finanzplan 2002 bis 2006 (Senatsvorlage) – Drucksache 17/1732 –]

Wer schließt sich den Ausschussempfehlungen an und stimmt den Ziffern 1 und 2 zu? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Dies ist einstimmig beschlossen.

Hierzu bedarf es einer zweiten Lesung. Stimmt der Senat einer sofortigen zweiten Lesung zu? –

(Der Senat gibt seine Zustimmung zu erkennen.)

Das ist der Fall. Gibt es Widerspruch aus dem Hause? – Dies ist nicht der Fall.

Wer will den soeben in erster Lesung gefassten Beschluss in zweiter Lesung fassen? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen sehe ich nicht. Dann ist dies auch in zweiter Lesung und somit endgültig beschlossen.

Wer schließt sich der Ausschussempfehlung an und stimmt Ziffer 3 des Senatsantrags zu? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Ebenfalls einstimmig so beschlossen.

Bericht des Haushaltsausschusses, Drucksache 17/1908.

[Bericht des Haushaltsausschusses über die Drucksache 17/1090: Neuorganisation des Gebäudemanagements: Einbeziehung von Museumsgebäuden und weiteren Objekten (3. Tranche) (Senatsvorlage) – Drucksache 17/1908 –]

Wer schließt sich der Ausschussempfehlung an? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen? – Einstimmig beschlossen.

Es bedarf auch hier einer zweiten Lesung. Stimmt der Senat einer sofortigen zweiten Lesung zu? –

(Der Senat gibt seine Zustimmung zu erkennen.)

Das ist der Fall. Gibt es Widerspruch aus dem Hause? – Das ist nicht der Fall.

Wer will die soeben in erster Lesung gefassten Beschlüsse in zweiter Lesung fassen? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen? – Dies ist ebenfalls einstimmig und endgültig beschlossen.

Wir kommen jetzt zu den Fraktionsanträgen. Ich rufe den Antrag aus der Drucksache 17/1838 auf, den die SPDFraktion an den Kulturausschuss überweisen möchte.

[Antrag der Fraktion der GAL: Haushalt 2003 Einzelplan 3.3 Leitlinien der Kulturpolitik 2003 – Drucksache 17/1838 –]

Wer stimmt dem Antrag zu? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Dieser Antrag ist mehrheitlich abgelehnt.

Ich lasse in der Sache abstimmen. Wer nimmt den Antrag der GAL-Fraktion an? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Dieser Antrag ist ebenfalls mehrheitlich abgelehnt.

SPD-Antrag aus der Drucksache 17/1856.

[Antrag der Fraktion der SPD: Haushalt 2003 Einzelplan 3.3 Das Kulturleben der Stadt auf hohem Niveau erhalten – in die kulturelle Zukunft Hamburgs investieren – Drucksache 17/1856 –]

Wer möchte diesen beschließen? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Der Antrag ist mehrheitlich abgelehnt.

Nun zu den Anträgen des Haushaltsausschusses. Zuerst die Textzahl 213 aus der Drucksache 17/1800.

[Textzahl 213]

Wer möchte diese beschließen? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Der Antrag ist mehrheitlich so beschlossen.

Textzahl 214.

[Textzahl 214]

Wer stimmt den Empfehlungen der Textzahl 214 zu? – Gegenstimmen? – Enthaltungen? – Dieses ist mehrheitlich so beschlossen.

Über die Abschlusszahlen stimmen wir später, im Laufe des Tages ab.

Ich rufe auf den

Einzelplan 4: Behörde für Soziales und Familie

Wird das Wort gewünscht? – Dies ist der Fall. Die Abgeordnete Brinkmann bitte.

Herr Präsident, meine Damen und Herren, verehrte Frau Senatorin Schnieber-Jastram! Wir freuen uns, Sie wieder hier zu sehen, und ich möchte Ihnen im Namen der SPD-Fraktion eine weiterhin gute Genesung wünschen.

(Beifall im ganzen Hause)

Auf unsere inhaltlichen Auseinandersetzungen möchte ich natürlich nicht verzichten, aber Sie sicher auch nicht. Sie, Frau Senatorin, und Ihr Staatsrat haben in diesen Tagen Ihre größte fachpolitische Niederlage erlitten.

(Barbara Ahrons CDU: Wo denn?)

Leider hat die Öffentlichkeit nicht sehr viel davon bemerkt, Frau Ahrons. Es wurde sehr wenig darüber berichtet. Es ist eine Niederlage – das muss ich betonen – gemessen an Ihren eigenen Ankündigungen und das auch noch bei einem Ihrer selbst ernannten Schwerpunkte.

Sie brauchen für den Haushalt 2003 fast 22 Millionen Euro mehr für die Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz, ganz plötzlich 22 Millionen Euro mehr, als Sie noch am 29. Oktober 2002 im Haushaltsausschuss auf unsere Nachfragen erklärt haben. Benchmarking war Ihr Zauberwort, mit dem Sie seit einem Jahr versuchen, uns zu überzeugen, dass Sie damit die Zahlen der Sozialhilfeempfänger erheblich reduzieren könnten. Nachdem das Benchmarking nun seit November 2002 endlich umgesetzt wird, kommen auch Sie zu der Erkenntnis, dass Sie damit Ihr Ziel nicht erreichen werden.

Schon im Haushalt 2002, aber verstärkt seit August dieses Jahres, haben wir nachweislich in jeder Sitzung vorausgesagt, dass Ihre Fehlplanung Ihnen auf die Füße fallen wird. Wir haben Ihnen gesagt, dass nur die Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt Abhilfe schaffen kann.

(Dr. Wieland Schinnenburg FDP: Ja, das stimmt!)

Man kann nicht in einer ohnehin schwierigen Zeit die Arbeitsmarktpolitik so drastisch zurückfahren.

(Beifall bei der SPD und der GAL)

(Erster Vizepräsident Berndt Röder)

Nach mehreren Jahren sinkender Sozialhilfezahlen in Hamburg steigen diese nun seit Januar 2002 von 114 634 auf 118 190 Ende Oktober 2002 und es geht weiter. Sie haben sich um über 7000 Fälle verschätzt. Was ich nicht in Ordnung finde, ist, dass die Sozialbehörde mit diesem 22-Millionen-Flop nicht einmal selbst in die Öffentlichkeit tritt. Vielmehr versucht sie, dass der Finanzsenator das Ganze unter der Überschrift „November-Steuerschätzung“ übernimmt.

Diese, Ihre fachpolitische Niederlage hat mit der November-Steuerschätzung absolut nichts zu tun.