Wer möchte den Antrag annehmen? – Gegenprobe. – Enthaltungen? – Der Antrag ist mit Mehrheit abgelehnt.
Wer schließt sich der Ausschussempfehlung an und möchte das Gesetz zur Errichtung eines gemeinsamen Statistischen Amtes für die Freie und Hansestadt Hamburg und das Land Schleswig-Holstein beschließen? – Gegenprobe. – Enthaltungen? – Das Gesetz ist somit in erster Lesung einstimmig beschlossen. Es bedarf einer zweiten Lesung. Stimmt der Senat einer sofortigen zweiten Lesung zu?
Wer will das soeben in erster Lesung beschlossene Gesetz in zweiter Lesung beschließen? – Gegenprobe. – Enthaltungen? – Das Gesetz ist damit auch in zweiter Lesung einstimmig und somit endgültig beschlossen.
Wir kommen zum Tagesordnungspunkt 40, Drucksache 17/3646, Antrag der SPD-Fraktion: Leichenschau "Körperwelten" stoppen.
Diese Drucksache möchte die CDU-Fraktion an den Gesundheitsausschuss überweisen. Wer stimmt dem zu? – Gegenprobe. – Enthaltungen? – Somit mit Mehrheit angenommen.
Wir kommen zum Tagesordnungspunkt 41, Drucksache 17/3647, Antrag der SPD-Fraktion: Keine Finanzierung der Neugestaltung des Jungfernstiegs durch SAGA- und GWG-Mieter
[Antrag der Fraktion der SPD: Keine Finanzierung der Neugestaltung des Jungfernstiegs durch SAGA- und GWG-Mieter – Drucksache 17/3647 –]
(Dr. Andrea Hilgers SPD: Zur Geschäftsordnung stellen wir fest, dass wir diesen Antrag wegen Er- ledigung mit freudiger Erregung zurückziehen!)
Wir kommen zum Tagesordnungspunkt 42, Antrag der SPD-Fraktion: Entlassung des Präses der Behörde für Bildung und Sport.
[Antrag der Fraktion der SPD: Entlassung des Präses der Behörde für Bildung und Sport – Drucksache 17/3648 –]
(Dr. Andrea Hilgers SPD: Auch diesen können wir wegen Erledigung zurückziehen! – Vereinzelter Beifall bei der SPD)
Wir kommen zum Tagesordnungspunkt 47, Drucksache 17/3666, Antrag der Fraktion der SPD und der GAL: Aktenvorlage gemäß Artikel 30 der Hamburgischen Verfassung – Einführung und Umsetzung des KitaGutscheinsystems.
[Antrag der Fraktionen der SPD und der GAL: Aktenvorlage gemäß Artikel 30 der Hamburgischen Verfassung – Einführung und Umsetzung des KitaGutscheinsystems – Drucksache 17/3666 –]
Ich stelle zunächst fest, dass dieser Antrag mit dem nach Artikel 30 der Hamburgischen Verfassung erforderlichen Quorum gestellt worden ist.
Wird das Wort nach Paragraph 26 Absatz 6 unserer Geschäftsordnung gewünscht? – Das ist nicht der Fall. Dann stelle ich fest, dass das Aktenvorlageersuchen wirksam zustande gekommen ist.
Tagesordnungspunkt 20, Drucksache 17/3633, Antrag des Senats auf Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Herrn Uwe Seeler.
[Senatsantrag: Antrag des Senats auf Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Herrn Uwe Seeler – Drucksache 17/3633 –]
Meine Damen und Herren! Ich begrüße ganz herzlich in unserer Mitte Herrn Uwe Seeler. Zunächst hat der Erste Bürgermeister das Wort.
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr verehrter Herr Seeler, meine sehr verehrten Damen und Herren! Hamburg war eine Stadt zwischen Zerstörung und Aufbruch, als Uwe Seeler, der Sohn des Fußballers und Stauervizes Erwin Seeler, mit seinem älteren Bruder Didi Blechdosen in Hinterhöfen und zwischen Trümmern kickte. Uwe war beim Straßenfußball im Winzeldorfer Weg oder in der Schulhausmannschaft der Schule Martinistraße immer der Kleinste.
Am 1. Januar 1946 meldete ihn Vadder, "Old Erwin" genannt, beim HSV an. Das war ein Geburtstagsversprechen mit Folgen. Am 15. August 1953 gab der erst sech
zehnjährige Uwe Seeler sein Debüt in der ersten Mannschaft des HSV im Freundschaftsspiel gegen Göttingen 05 und nur ein Jahr später in der Nationalmannschaft. Der Rest der Erfolgsgeschichte ist schnell erzählt; wir alle kennen ihn auswendig:
Er schoss in 476 Spielen mehr als 1000 Tore für den HSV, 1960 wurde er mit dem HSV Deutscher Meister und erster Fußballer des Jahres, 1964 war er erster Torschützenkönig der Bundesliga und bis zum Ende seiner Karriere als Fußballer im Jahre 1972 wechselte er trotz lukrativer Angebote nie mehr den Verein. Er spielte bei vier Weltmeisterschaften mit und er ist Ehrenspielführer der Nationalmannschaft.
Wahrscheinlich hat jeder von Ihnen verschiedene Fotos im Kopf, wenn er an Uwe Seeler denkt. Wenn wir ihn hier vor uns sehen, dann denken wir natürlich nicht an die Fotos. Diese Bilder sind – neben persönlichen Bildern von Ihnen – auch die Momentaufnahmen einer werdenden Nation in der damaligen Zeit: Uwe Seeler mit Charly Dörfel und Klaus Stürmer im blumengeschmückten Käfer-Cabrio nach dem Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft im Jahre 1960 beim Einzug in das traditionsreiche Stadion am Rothenbaum; Uwe Seeler nach der 2 : 4-Niederlage im Finale gegen England bei der Weltmeisterschaft 1966, als er mit hängendem Kopf zur Siegerehrung vom Rasen des Londoner WembleyStadions in Richtung der Loge von Königin Elizabeth II. geführt wurde.
Deutschland war damals eine zum Teil noch geschundene, im Aufbau befindliche Nation. Die Ärmel wurden aufgekrempelt, um das Land wieder aufzubauen und mittendrin Uwe Seeler. Er war und ist ein Kämpfer und Könner, er spielte Fußball nicht für Geld, sondern weil er nur eines wollte: fair gewinnen. Dabei hat er seinen moralischen Kompass nie verloren. Dieser Mann hat Anstand. Das ist es, was den Mythos Uwe Seeler ausmacht.
Uwe Seeler steht mit seiner Biographie und mit seiner Lebensleistung für eine ganze Generation, die – anstatt zu lamentieren – sich auf ihre Kräfte besann, die anpackte, anstatt abzuwarten. Es geht hier nicht um Nostalgie oder um die Flucht in die "gute alte Zeit", sondern es geht um eine zum Teil jetzt wieder aufkeimende Sehnsucht nach verlorengegangenen Tugenden und Werten, die Filme wie "Das Wunder von Bern" oder "Das Wunder von Lengede" so erfolgreich machen. Die Menschen fühlen heute das, was damals viele in sich hatten. Es geht vor allem um die Haltung, die Uwe Seeler als Mensch und Sportler weit gebracht und ihm hohes Ansehen verliehen hat.
Nach zahlreichen Militärs, Diplomaten, Politikern, Unternehmern, Schriftstellern und Künstlern ist Uwe Seeler nun der erste Sportler, der Ehrenbürger von Hamburg werden soll. Wir wollen damit einen Menschen ehren, der für den Sport in Hamburg Unschätzbares geleistet und die Stadt mit seinen Erfolgen in der Welt bekannt gemacht hat. Vor allem ehren wir einen Mann von einzigartiger charakterlicher Stärke, der tatkräftig, fair, diszipliniert, gradlinig, bodenständig, ehrlich, fleißig und ausdauernd ist. Das alles sind Eigenschaften, die ihm nicht nur nachgesagt werden. Wer Uwe Seeler kennt, weiß, dass es wirklich so ist.
Über sich selbst hat er einmal gesagt: Ich bin im Grunde stink normal, das kann man nicht spielen. Wenn es anders wäre, würden die Menschen es auch sofort merken.
Im Namen des Senats bitte ich die Bürgerschaft zuzustimmen, Herrn Uwe Seeler die Würde eines Ehrenbürgers der Freien und Hansestadt Hamburg zu verleihen.
Sehr geehrte Präsidentin, meine Damen und Herren, Herr Uwe Seeler! Derzeit finden wenige Anträge des Senats die Zustimmung der Sozialdemokraten. Aber dem Vorschlag, Sie zum Ehrenbürger unserer Stadt Hamburg zu machen, stimmen wir nicht nur zu, sondern wir unterstützen ihn von ganzem Herzen. Wir freuen uns, dass Sie hier sind.
Ihre Karriere als Sportler, als Fußballer, ist großartig und vielleicht ist sie sogar beispiellos. Irgendetwas aufzuzählen, wäre völlig sinnlos. Deswegen will ich auch darauf verzichten.
Sie haben sich nie in irgendeiner Weise in den Vordergrund gestellt, obwohl Sie immer im Vordergrund standen. Obwohl Sie nie Aufsehen von sich machten, haben aber viele Aufsehen von Ihnen gemacht.
Wenn man den Namen Uwe Seeler in eine Internetmaschine eingibt, erscheinen 30 000 Webseiten. Ich möchte aus einem von diesen Kommentaren etwas zitieren, als Sie Ihren Abschied nahmen. Als Sie damals gingen, schrieb jemand:
"Es hat Spieler gegeben, die sicherlich klüger spielten als Uwe Seeler; Fritz Walter ist so einer gewesen. Es hat elegantere Akteure auf dem Rasen gegeben; Beckenbauer, der Kaiser Franz aus München, ist einer von ihnen. Es hat auch Spieler gegeben, bei denen der Torinstinkt noch ausgeprägter war als bei Uwe Seeler. Gerd Müller, der als einziger die 43 Tore der Nationalelf von Uwe Seeler übertroffen hat, zählte dazu. Und doch hat es nur einen Uwe Seeler gegeben."