Protokoll der Sitzung vom 12.07.2007

(Dr. Armin Jäger, CDU: Herr Pastörs, wenn Sie nicht geistig behindert wären, würde ich jetzt was gegen Sie unternehmen!)

welche jungen Männer und Frauen bei uns verkehren,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Wieso ich? Die haben wir doch auf dem Foto gesehen!)

mit der NPD oder bei uns in gewaltlosen Demonstrationen mitmarschieren.

(Beifall bei Abgeordneten der NPD)

Und Sie sollten aufhören, Herr Jäger, sogenannte antifaschistische Gewalttäter mittels Finanzspritzen aus Töpfen des Kampfes gegen Rechts zu fi nanzieren.

(Unruhe bei Abgeordneten der Fraktionen der CDU und DIE LINKE – Dr. Armin Jäger, CDU: Sie sind doch wirklich geistig nicht mehr ganz da.)

Wir von der NPD erwarten gerade von Ihnen und Ihrer Fraktion, lieber Herr Jäger,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Also das „lieber“ streichen Sie bitte, das beleidigt mich. – Zuruf von Harry Glawe, CDU)

dass Sie ein klares Geständnis oder eine klare Bekundung dafür abgeben, dass Sie für das Gewaltmonopol

(Dr. Armin Jäger, CDU: Lassen Sie das „lieber“ weg!)

und ausschließlich für das Gewaltmonopol des Staates eintreten. – Ich danke Ihnen recht herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der NPD – Dr. Armin Jäger, CDU: Und so was muss man sich anhören!)

Ich hatte gesehen, da hatte jemand eine Zwischenfrage. Ich wäre natürlich sehr gerne bereit. Ich glaube, das kam dort aus der Ruhrpottecke. Wenn Sie möchten, sehr gerne, bitte schön.

(Unruhe bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

Herr Pastörs, die Einbringung ist zu Ende. Während einer Einbringungsrede sind Zwischenfragen von Abgeordneten nach der Geschäftsordnung nicht möglich, nur in der Debatte.

(Udo Pastörs, NPD: Schade. Danke schön.)

In dem Zusammenhang habe ich drei Bemerkungen zu machen:

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

Erstens. Die längere Zitatstelle wird dahin gehend geprüft, ob dieses Zitat aus dem dem Innenausschuss vertraulich als Verschlusssache zugeleiteten Bericht stammt.

(Udo Pastörs, NPD: Das hat uns die Polizei selber geschickt.)

Gut, das ist dann auch eine Darstellung.

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

Aber trotzdem wird geprüft, ob es daraus ist,

(Udo Pastörs, NPD: Das haben wir von der Polizei auf den Tisch bekommen. – Zuruf von Stefan Köster, NPD)

weil es eine Geheimschutzordnung des Landtages Mecklenburg-Vorpommern gibt.

(Stefan Köster, NPD: Sie haben ja überhaupt keinen Überblick! – Dr. Armin Jäger, CDU: Das ist ja eine Frechheit!)

Zweitens. …

Herr Köster, für die Beleidigung des amtierenden Präsidenten erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf.

(Udo Pastörs, NPD: Das war jetzt eine falsche Wahrnehmung. Entschuldigung. Er hat jetzt zum Minister gesprochen. Das war eine falsche Wahrnehmung.)

Aha, gut. Dann ist dieses zumindest zurückgezogen.

(Udo Pastörs, NPD: Danke schön.)

Drittens. Ich habe für die Würde des Hauses hier deutlich zu erklären, dass zahlreiche in der Einbringungsrede gebrauchte Begriffe nicht der Würde dieses Hauses entsprechen, dass es sozusagen Angriffe auf einzelne Abgeordnete gegeben hat, die nicht zulässig sind. Auch bei den Zwischenrufen habe ich vernommen, dass es ebenso zu Angriffen auf die Persönlichkeitsrechte von Abgeordneten – in diesem Falle auch auf Herrn Pastörs – gekommen ist. Ich bitte das Parlament inständig, die Würde des Hauses bei aller Schärfe in der Auseinandersetzung in der Sache zu wahren und zu achten, um nicht eine Eskalation von Ordnungsrufen in Größenordnungen hier notwendig zu machen. Ich bitte alle beteiligten Seiten darum, die Ehrverletzungen in der Debatte zu unterlassen, auch bei Zwischenrufen.

Im Ältestenrat wurde eine Aussprache mit einer Dauer von bis zu 30 Minuten vereinbart. Ich sehe und höre keinen Widerspruch, dann ist das so beschlossen. Ich eröffne die Aussprache.

Als Erster hat das Wort für die Fraktion der SPD der Abgeordnete Herr Dr. Nieszery. Bitte, Herr Abgeordneter.

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Bevor ich hier namens der demokratischen Fraktionen zum Antrag der NPD Stellung nehme, gestatten Sie mir zwei persönliche Anmerkungen:

Erstens. Der Innenminister des Landes MecklenburgVorpommern Lorenz Caffi er und sein Team haben in hervorragender Weise einen der größten Polizeieinsätze in der Bundesrepublik Deutschland geleitet und bewältigt.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD und CDU – Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Dafür sind wir ihm, bin ich ihm persönlich dankbar und ich weiß, die Regierungskoalition auch.

(Udo Pastörs, NPD: Sie, nicht wir.)

Das ist mir ganz egal, was Sie sind, Herr Pastörs.

(Michael Andrejewski, NPD: Es geht nichts über eine rosarote Brille. – Udo Pastörs, NPD: Ja, dann sehen Sie.)

Ich war lange genug selber Polizist, ich weiß, wovon ich rede.

(Udo Pastörs, NPD: Man sieht, dass Sie nicht hierher gehören, dass Sie nicht ins Parlament gehören.)

Zweitens. Die Genossin Bretschneider und amtierende Landtagspräsidentin sowie der Kollege Rudolf Borchert sind zum einen aufrechte Sozialdemokraten und zum anderen bekennende Demokraten, die jede Form von Gewalt ablehnen.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP – Zurufe von Michael Andrejewski, NPD, und Stefan Köster, NPD)

Werte Kolleginnen und Kollegen, meine Herren von der NPD!

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

Es ist schon einigermaßen skurril, wenn wir Demokraten aufgefordert werden, uns von Gewalt zu distanzieren,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Das fi nde ich auch.)

und das ausgerechnet von einer Fraktion,