Protokoll der Sitzung vom 12.07.2007

und das ausgerechnet von einer Fraktion,

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

deren Parlamentarischer Geschäftsführer ein rechtskräftig verurteilter Gewalttäter ist.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP – Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

Wer hier ein solches Bekenntnis wirklich nötig hat, können alle an dieser Tatsache ablesen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, dennoch möchte ich für jeden einzelnen Demokraten in diesem Parlament hier betonen, …

(Stefan Köster, NPD: Haben Sie das vorher abgesprochen mit jedem Einzelnen?)

Ja, natürlich habe ich das gemacht.

… dass für uns Demokraten ein Grundsatz gilt, und der heißt: Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung!

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP – Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Und ich betone ausdrücklich: Dieser Grundsatz gilt in alle politischen Richtungen. Der Rechtsstaat und die Anwendung rechtsstaatlicher Mittel bilden den Rahmen, aber auch die Grenzen unseres Handelns. Wer diese Grenze überschreitet, handelt nicht mehr legal und im politischen Sinne auch nicht mehr demokratisch.

(Beifall Hans Kreher, FDP – Michael Andrejewski, NPD: Wie Ihr schwarzer Block, ja?)

Den schließe ich da mit ein, selbstverständlich.

Das Gewaltmonopol liegt einzig beim Staat.

(Udo Pastörs, NPD: Nichts anderes habe ich gesagt.)

Das gilt für eher Linksextreme wie für Wahlkreismitarbeiter der NPD, die sich gelegentlich mit Eisenstangen

bewaffnet drohend in der Öffentlichkeit zeigen. Herr Lüssow, Sie wissen, wen ich meine.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP – Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Und da sind wir schon beim Thema, Herr Pastörs.

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Genau, da sind wir, meine Herren von der NPD.

Gewalt ist für mich und für uns Demokraten die Provokation und das Herausfordern von Gewalt. Ich denke da beispielsweise an die Einrichtung einer teutonischen Bekleidungsstube

(Heiterkeit bei Jörg Heydorn, SPD)

mit dem wohlklingenden urdeutschen Namen „EastCoastCorner“,

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der SPD – Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

die in Rostock eingerichtet wurde, verbunden mit der Proklamation der altehrwürdigen Hansestadt zur Frontstadt der rechtsextremen Szene. Das, meine Damen und Herren, wird in fast allen Gesellschaftskreisen als große Provokation empfunden.

Ganz offensichtlich führt die mangelnde politische Wahrnehmung der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern dazu, dass sich die Partei wieder stärker auf einen Schulterschluss mit den Kameradschaften konzentriert. Provokationen der genannten Art, die von führenden Mitgliedern der NPD-Fraktion ausdrücklich und persönlich unterstützt werden,

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

sind letztlich nichts weiter als Herausforderung zum Straßenkampf.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP – Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

Hier sieht man wieder das erklärte Ziel der NPD, über die Straße, also mithilfe der Kameradschaften, zur Macht zu gelangen wie einst die NSDAP mithilfe der SA während der Weimarer Republik.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP)

Aber, meine Herren von der NPD, das wird Ihnen nicht gelingen! Auch wenn es anfänglich in Rostock zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen ist,

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

die wir Demokraten ausdrücklich verurteilen, wird die demokratische Jugend nicht auf Ihr perfi des Spiel von Provokation und Gewalt einsteigen. Sie werden keine Chance erhalten, über ein provoziertes Chaos jemals die Macht in unserem Staate zu erlangen.

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

Die von Ihnen verfolgte Strategie aus der Mottenkiste der NSDAP wird heute dank einer aufgeklärten Gesellschaft nicht mehr anwendbar sein. Aber dass es immer noch von Ihnen versucht wird, wirft ein bezeichnendes Licht auf Ihre latente und offensichtlich sehr hohe Gewaltbereitschaft. Hier trifft ein Zitat zu, dem sich die Demokraten im Schweriner Landtag voll und ganz anschließen

können: „Wer mit den totalitären Traditionssträngen der Nazi-Vergangenheit Zukunft gestalten will, ist an moralischer Verkommenheit kaum zu überbieten.“

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP)

Selbstverständlich lehne ich im Namen der demokratischen Fraktionen den Antrag der NPD ab. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP)

Danke, Herr Abgeordneter.

Es hat jetzt das Wort für die Fraktion der NPD der Fraktionsvorsitzende, der Abgeordnete Herr Pastörs. Bitte, Herr Abgeordneter.

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Lieber Herr Dr. Nieszery, es wird Ihnen nicht gelingen, eine Exkulpation der Straftäter durch diese Ammenmärchen, die Sie hier verbreiten, zu erreichen.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der NPD)

Und da nützt es auch gar nichts, wenn Sie billig versuchen, einen Ausfl ug in das Dritte Reich zu machen und damit abzulenken von dem Versagen des Innenministers und von der damit einhergehenden Gefährdung der Polizei in Rostock, die selbst deutlich gesagt hat, dass sie kein Vertrauen hat zu einer Führung, die sie verheizen will. Das ist ein Zitat von Polizisten vor Ort.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Den Beweis haben Sie uns noch nicht erbracht. – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Den Namen! Bitte nennen Sie uns Ross und Reiter!)

Das erst mal vorab.

Wenn Sie die Zeitung gelesen hätten, hätten Sie es auch lesen können.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Nennen Sie Ross und Reiter! – Zurufe von Dr. Armin Jäger, CDU, und Michael Andrejewski, NPD)