(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sehr richtig.)
Denn die Besonderheit des durch die UN-Behinderten- rechtskonvention nachhaltig verstärkten Prozesses liegt gerade in folgender Frage: Schafft es eine Gesellschaft, sich mit ihren eigenen Defiziten so auseinanderzusetzen und diese zu überwinden, dass einerseits niemand zurückgelassen und andererseits niemand hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben wird?
Diesen Prozess beschreiten wir auch in der Bildungspolitik und niemand wird das Recht erhalten, die Mädchen und Jungen herumzuschubsen, auszusondern und an den Rand zu stellen. Der vorliegende Antrag ist kein Antrag, der schützt, sondern ein Antrag,
Sehr geehrte Damen und Herren, für mein Verständnis einer inklusiven Gesellschaft ist es von zentraler Bedeutung, dass es für diesen Weg keinen Anfang und kein Ende geben kann.
und voneinander zu lernen. Darum geht es. Deshalb ist es auch wichtig, nicht mehr in Kategorien oder in entsprechenden Institutionen zu verharren,
sondern die bestehenden schulischen Angebote so zu entwickeln, dass diese Vielfalt auch tatsächlich abgebildet wird.
Wenn diese Grundvoraussetzungen für eine inklusive Schule als Bestandteil einer dafür erforderlichen inklusiven Gesellschaft akzeptiert werden können, dann stellt sich die Frage nach Schaffung völlig neuer oder der Abschaffung vorhandener Institutionen und Strukturen nicht mehr als prinzipielles Problem, weil genau diese Absolutheit in der Inklusion nicht angelegt ist,
Menschen mit Behinderung dürfen nicht länger das Gefühl vermittelt bekommen, für ein besonderes Verständnis dankbar sein zu müssen, sondern sie müssen selbstverständlich angenommen werden, ohne Zusatz, ohne Widerspruch und ohne Barriere. Und was ist deshalb naheliegender, als eingebettet in diese gesellschaftliche Entwicklung unsere Schulen so zu organisieren,
Weil wir uns für ein selbstbestimmtes Miteinander entschieden haben, auch deshalb lehnen wir den Antrag ab.
Sehr geehrte Damen und Herren, für mich stellt sich die Frage, ob ein Schulsystem unverändert bleibt oder komplett verändert werden muss, gar nicht.
Inklusion ist Brückenbau. Die Hindernisse liegen in der Gesellschaft und nicht in dem einzelnen Menschen. Brücken müssen die Wege sein, die jeder Mensch geht, mit und ohne Begleitung,