Protokoll der Sitzung vom 17.09.2014

weil Sie einfach nur missachten, welchen Willen sie zum Ausdruck bringen wollen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Und die restlichen 1,6 Millionen, was machen die denn? Mein Gott!)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Mein Gott! Sie sollten sich was schämen, Sie sollten sich schämen.)

ich möchte Sie herzlich bitten, dass Sie die Dialoge einstellen. Herr Dr. Nieszery, Sie können sich gerne zur Debatte äußern.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sie hat mich angesprochen, Frau Präsidentin. Jaja, da kann ich nichts dafür.)

Hier wird ein Dialog geführt und Dialoge lasse ich in der Debatte nicht zu. Also ich bitte Sie, sich zurückzuhalten. Sollten Sie sich daran nicht halten, ziehe ich auch meine Konsequenzen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja.)

Frau Abgeordnete Borchardt, Sie haben das Wort.

Mehr als 118.000 Menschen haben das Volksbegehren bisher unterschrieben

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das stimmt nicht.)

und Herr Dr. Nieszery meint tatsächlich, dass die Bürgerinnen und Bürger im Land eine Änderung der Pläne für nicht sehr dringend erachten.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja. Wie viele Leute leben hier im Land und wie viele Probleme sind das?)

Darf ich Sie fragen, ab welcher Anzahl Unterschriften Sie denn der Meinung sind, dass die Menschen eine Änderung der Pläne für dringend erachten?

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: 120.000 brauchen Sie.)

In sechs Monaten, Herr Dr. Nieszery, in der Sommerpause, wurden bisher über 118.000 Unterschriften gesammelt.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Und wie viele Touristen sind dabei?)

Gültige aus Mecklenburg-Vorpommern, da brauchen Sie keine Angst zu haben.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Touristen dürfen nicht unterschreiben.)

Die Richterinnen und Richter wissen schon, was im Volksbegehrensgesetz steht. Ihnen passt es doch nicht, Sie haben doch damit gerechnet, dass die Bürger überhaupt nicht unterschreiben,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sie haben die doch nicht mal geprüft, die Unterschriften.)

dass sie Ihnen nachfolgen in Ihrer Politik. Das machen sie offensichtlich nicht.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sie haben doch nicht mal geprüft, ob die gültig sind, die Unterschriften.)

Und Sie haben ein Problem, weil Sie sich jetzt verhalten müssen zum Volksbegehren, irgendwann. Sie müssen sich verhalten.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja genau, das mache ich doch. Ich bin Demokrat.)

Ja, Sie sind Demokrat!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja, genau. Ich verlasse mich doch auf die 120.000.)

Da lache ich mich aber tot. Offensichtlich haben Sie, Herr Dr. Nieszery, keine Ahnung davon, und das ist eigentlich ein großes Problem für Sie, dass Sie darüber nachdenken sollten,

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

was es für eine Mühe macht, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen die Argumente...

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ich habe auch schon Unterschriften gesammelt, keine Bange.)

Ja, Sie haben schon Unterschriften gesammelt?! Wofür? Dass Sie Abgeordneter werden, oder wofür?

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Für den Mindestlohn. – Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD: Mindestlohn!)

Offensichtlich haben Sie, Herr Dr. Nieszery, keine Ahnung davon, wie viel Mühe es macht – schon aus rein formellen Gründen –, so ein Volksbegehren auf den Weg zu bringen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ich muss mich nicht beleidigen lassen von der Rednerin, Frau Präsidentin, oder? Danke!)

Meine Damen und Herren, Elemente der direkten Demokratie sind wichtig. Sie ermöglichen den Menschen, aktiv an politischen Geschehnissen mitzuwirken, und steuern der Politikverdrossenheit entgegen,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ach, Frau Borchardt!)

die wir hier im Landtag auch vonseiten der SPD so oft beklagen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Frau Borchardt, die Retterin der Enterbten, die Beschützerin von Witwen und Waisen.)

Sie zeigen den Menschen...

Wissen Sie, Herr Dr. Nieszery, wenn ich jetzt einen Knochen hier hätte, würde ich Ihnen den hinschmeißen. Es reicht nämlich,

(Gelächter bei Udo Pastörs, NPD – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja? Oh!)

das muss ich Ihnen mal sagen!

(allgemeine Heiterkeit und Unruhe – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Von Ihnen nehme ich nichts an, nicht mal ’nen Knochen.)

Sie haben vom Prinzip her inhaltlich nichts dazu beizutragen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kollegin Borchardt, ich möchte Sie bitten, dass Sie Ihre Rede unterbrechen.

(Heinz Müller, SPD: Frau Borchardt, die Präsidentin möchte was sagen. – Egbert Liskow, CDU: Das ist beleidigend gewesen.)

Ich möchte Sie alle bitten, dass Sie ein bisschen herunterkommen. Wir wollen hier eine sachliche Diskussion

führen. Ich bitte Sie wirklich, diese sachliche Diskussion jetzt fortzusetzen

(Gelächter bei Udo Pastörs, NPD)

und sich etwas zurückzuhalten. Dr. Nieszery, ja?