Protokoll der Sitzung vom 11.03.2015

Ich kann jetzt hier nicht alle 54 Teilziele der Brandenburgischen Konzeption zitieren.

(Zuruf von Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ich sage gar nicht, dass die viel besser ist. Ich sage auch gar nicht, dass Sachsen-Anhalt für uns tauglich ist. Ich habe das nur als Beispiel herangezogen, um deutlich zu machen, dass es eben viele andere Bundesländer gibt, die über ein solches Rahmenprogramm schon verfügen.

(Martina Tegtmeier, SPD: Das haben wir auch unter einem anderen Namen. – Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das wäre gemeinsam besser gewesen. Es geht um die gemeinsame Arbeit.)

Ja, Frau Gajek, gemeinsam – ich weiß nicht, wie lange Sie noch auf Gemeinsamkeiten hier hoffen bei diesem Themenfeld.

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wir haben aber da gesessen bei der Klausur. Das wissen Sie.)

Ja, wir haben schon vor Jahren gemeinsam gesessen,

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

ich wiederhole es noch mal, und wir kommen leider hier im Landtag politisch nicht weiter voran,

(Zuruf von Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

weil es an den entscheidenden Schaltstellen dann heißt: Nein, haben wir schon. Nein, machen wir nicht. Nein, brauchen wir nicht.

(Udo Pastörs, NPD: Sie kriegen das schon hin, Herr Ritter.)

Und ich sage noch mal: Die Fortschreibung des Landesaktionsplanes gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder, der Umgang mit der Petition dazu – sind wir einen Schritt weitergekommen? Kein Stück!

(Martina Tegtmeier, SPD: Kommen wir schon. – Michael Andrejewski, NPD: Schon immer.)

Die Novelle des Landesgleichstellungsgesetzes, von Frau Schwesig mehrfach versprochen, jetzt schon wieder mehrfach versprochen – sind wir einen Schritt weitergekommen,

(Udo Pastörs, NPD: Kein Stück.)

obwohl wir das gemeinsam gefordert haben auch mit dem Landesfrauenrat? Also verschließen Sie doch die Augen bitte nicht vor den Realitäten!

(Michael Andrejewski, NPD: Wenn Sie am Abgrund stehen, kommen Sie weiter. – Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

Ich freue mich natürlich, wenn die Ministerin heute hier sagt: Wir sind bereit, Ihre Ideen und Ihre Anregungen aufzunehmen. Deswegen hier auch mein Angebot, dass wir das im Sozialausschuss gemeinsam beraten

(Udo Pastörs, NPD: Also noch mal beraten im Ausschuss.)

und die Vertreterinnen und Vertreter des Landesfrauenrates zu dieser Beratung einladen, um konkrete Schritte miteinander zu verabreden. Da bin ich mal gespannt, ob diese Gemeinsamkeit jetzt hier trägt, ob man gemeinsam diesen Überweisungsantrag macht, um zu dokumentieren, wir wollen das hier im Parlament gemeinsam mit relevanten Vertreterinnen und Vertretern bereden.

(Udo Pastörs, NPD: Ich glaube, das sieht nicht gut aus.)

Und ja, ich glaube, das hat die Debatte auch wieder ein Stück weit deutlich gemacht – nicht in meiner Fraktion, Sie werden das vielleicht bemerkt haben, dass die Kolleginnen und Kollegen meiner Fraktion sehr aufmerksam zugehört haben die ganze Zeit –, Gleichstellung beginnt im Kopf. Es ist eine alte Erkenntnis, dass alles, was den Menschen in Bewegung setzt, durch seinen Kopf hindurch muss, „aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.“

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD: Im Kopf, ja.)

Friedrich Engels, falls Ihnen das Zitat noch bekannt vorkommt.

Ich habe in meiner Einbringungsrede schon gesagt, wir müssen diese Umstände ändern. Deswegen unsere Bitte, sich der Problematik eines gleichstellungspolitischen Rahmenprogrammes anzunehmen, es mit anderen Ländern abzugleichen, eine Vorreiterrolle in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Hinsicht einzunehmen

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

und das gemeinsam mit dem Landesfrauenrat und vielen anderen Vereinen und Verbänden auf den Weg zu bringen. Deshalb noch mal meine Bitte: Überweisen Sie diesen Antrag in den Sozialausschuss,

(Stefan Köster, NPD: Nee, nee!)

damit wir eine Grundlage haben, an dieser Problematik weiterzuarbeiten! Und wenn nicht, okay, dann machen wir es im Rahmen der Selbstbefassung. Nur allein die hier beschworene Gemeinsamkeit auch bei dieser Thematik scheitert schon an der Überweisung in den Ausschuss und das tut mir leid. – Herzlichen Dank.

(Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE)

Ich schließe die Aussprache.

Im Rahmen der Debatte ist beantragt worden, den Antrag der Fraktion DIE LINKE auf Drucksache 6/3739 zur Beratung an den Sozialausschuss zu überweisen. Wer stimmt für diesen Überweisungsvorschlag? – Gegenprobe. – Enthaltungen? – Damit ist der Überweisungsvorschlag mit den Stimmen von SPD, CDU und NPD abgelehnt, bei Zustimmung der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN.

Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag der Fraktion DIE LINKE auf Drucksache 6/3739. Wer dem zuzustimmen wünscht, den bitte ich um ein Handzeichen. – Enthaltungen? –

(Heinz Müller, SPD: Häh, Enthaltungen?)

Gegenprobe. – Damit ist der Antrag der Fraktion DIE LINKE auf Drucksache 6/3739 mit den Stimmen von SPD und CDU abgelehnt, bei Enthaltung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei Ablehnung der Fraktion der NPD und Zustimmung der Fraktion DIE LINKE.

Meine Damen und Herren, wir sind am Schluss der heutigen Tagesordnung. Ich berufe die Sitzung des Landtages für Donnerstag, den 12. März 2015, 9.00 Uhr ein. Die Sitzung ist geschlossen.