- Herr Fraktionsvorsitzender, Entschuldigung -, dass dieser Antrag auch ein kleines Dankeschön für gute Berichterstattung an unsere gemeinsame Lieblingsredakteurin bei der Niederelbe-Zeitung ist, die ja als Pferdenärrin bekannt ist. Inzwischen weiß ich aber, dass der Antrag aus dem Verdener Raum kommt.
(Uwe Bartels [SPD]: Damit wiegt er mehr! - David McAllister [CDU]: Das wird ja immer abenteuerlicher!)
Sie wollen den Reittourismus fördern, meine Damen und Herren. Dazu hatten Sie schon seit zwei Jahren Gelegenheit. So lange ist es nämlich her, dass wir einen entsprechenden Antrag eingebracht haben. Was ist passiert? - Seitdem gilt: Still ruht der See. Oder glauben Sie vielleicht, es sei Förderung des Reittourismus, wenn zum Beispiel das Forstamt Solling für die Erteilung einer Genehmigung für Kutschfahrten im Landeswald 200 Euro Gebühren nimmt? - Das kann es doch wohl nicht sein!
Mit dem Hinweis auf den therapeutischen Einsatz tragen Sie Eulen nach Athen. Den Einsatz in der Schule kann ich nur voll unterstreichen. Jeder Fachmann und jede Fachfrau sagt mir aber: Das macht organisatorisch und zeitlich eigentlich nur in Ganztagsschulen Sinn. - Irgendwie habe ich gestern mitbekommen, dass Sie in diesen Bereich nicht einen Cent Landesgeld schicken wollen. Wie
Meine Damen und Herren, ein weiterer Punkt ist die Forschung. Sie wollen forschen. Ich habe aber auch gehört, dass im Wissenschaftsbereich jetzt erst einmal die Streichung von 40,6 Millionen Euro angesagt ist. Was wollen Sie also forschen? Auch diese Frage stellt sich. Bei Schweinen ist es ja gelungen, einen zusätzlichen Kotelettstrang anzuzüchten. Das ist ein schönes Ergebnis. Eine gute Idee wäre es vielleicht, bei Pferden Zweisitzer oder Dreisitzer zu züchten.
Meine Damen und Herren, Sie merken vielleicht: Ich habe große Schwierigkeiten, mich mit diesem Antrag ernsthaft zu befassen.
Das heißt aber nicht, dass uns die wirtschaftliche Bedeutung und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten in diesem Bereich in Niedersachsen nicht bekannt sind.
Wenn man konkret wird, muss man aber auch sehen, dass man über Geld spricht und dass es um Kosten geht. Diese beiden Punkte sind diesem Antrag aber wesensfremd. Außerdem bin ich der Meinung, dass dieser Bereich wirklich nicht der Fürsorge des Landes bedarf.
Gestern und heute hat Ihr Innenminister hier gesagt, er wolle dieses Land auf seine Kernaufgaben beschränken.
(Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD - Wilhelm Hogrefe [CDU]: Wirt- schaftsförderung ist eine Kernaufga- be!)
Wenn Sie noch eine Hilfestellung brauchen, wenn Sie anhalten und umkehren wollen - Herr Hogrefe, das gilt auch für Sie -: Die meisten Pferde gehorchen auf Zügelanziehen und „Brrrr“.
Herr Kollege Klein, auch bei Pferden ist es so, dass sie ausgebremst werden. Ich muss auch Sie gleich ausbremsen, weil Ihre Redezeit überschritten ist. Kommen Sie bitte zum Schluss!
Frau Präsidentin, wenn es nicht unparlamentarisch wäre, hätte ich jetzt zur abschließenden Würdigung dieses Antrages laut gewiehert. - Herzlichen Dank.
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das war übrigens eine Traversale. Herr Kollege Klein, bei aller Wertschätzung für Ihre Komik und Ihren Sinn für Humor glaube ich, dass eine so sinnfreie Rede,
Herr Kollege Klein, wir alle wissen und unser Wappentier sagt es aus: Niedersachsen ist nicht nur Agrarland Nummer eins, wie Heiner Ehlen auch immer sagt, sondern Niedersachsen ist auch Pfer
deland Nummer eins. Die Rolle des Pferdes in der Landwirtschaft gewinnt mittlerweile wieder an Bedeutung, weil das Pferd als Mittel der Freizeitgestaltung immer beliebter wird und sich eine größer werdende Zahl von Betrieben auf die Haltung und Versorgung von Freizeitpferden als Haupterwerb spezialisiert. Im Ausrüstungs- und Zubehörgewerbe gibt es in Niedersachsen eine Vielzahl von Unternehmen, Zwischenhändlern und Händlern. Man spricht auch von einem Verhältnis „Drei Pferde ein Arbeitsplatz“.
- Meinetwegen auch vier. - Es geht aber auch darum, dass das Thema „Pferd im Lande Niedersachsen“ ein Stück weit mehr als bisher in die öffentliche Wahrnehmung gerückt wird. Allein durch diesen Antrag der Fraktionen der CDU und der FDP hier im Niedersächsischen Landtag ist das schon geschehen. Das ist ein gutes Signal für das Land Niedersachsen.
Aber auch im Spitzensport und in der Zucht, Herr Kollege Bartels, ist das Land Niedersachsen absolute Spitze. In der Zucht sind die Pferdehochburgen Celle und Verden weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.
- Ankum auch. - Die Celler Hengstparade ist ein international anerkanntes und bekanntes Ereignis. Aber auch großartige Veranstaltungen des Spitzensports, wie zum Beispiel die DressurEuropameisterschaften und die Classics in Verden, sowie viele andere Veranstaltungen tragen dazu bei, dass das Land Niedersachsen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wird.
- Die Deckhengste auch, Frau Harms. Ich weiß, dass Sie darauf besonderen Wert legen. Die Deckhengste sind ganz wichtig. Übrigens hat meine Freundin gerade einen - -
nen „Weltmeyer“. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was ein „Weltmeyer“ ist. Herr Bartels weiß sicherlich, was ein „Weltmeyer“ ist.
Das ist eine dieser Celler Züchtungen, die das Land Niedersachsen weit über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus bekannt machen.
Im Bereich des Tourismus gewinnt das Urlaubsland Niedersachsen immer mehr an Bedeutung. Die heute von Herrn Minister Hirche vorgelegten Zahlen, verehrte Kolleginnen und Kollegen, zeigen dies deutlich.