Protokoll der Sitzung vom 22.01.2004

(Axel Plaue [SPD] lacht)

- Herr Plaue, kriegen Sie sich ein! Alles wird gut.

(Norbert Böhlke [CDU]: Geben Sie ihm doch ein Stück Zucker! - Heiter- keit)

Ich weiß, in der SPD-Fraktion sind vielleicht die Deckhengste nicht mehr so stark vertreten.

(Große Heiterkeit)

- Im Besitz der Abgeordneten selbstverständlich.

Im Bereich des Tourismus wird der Pferdetourismus ein immer größer werdender und ernst zu nehmender Faktor. Die Arbeitsgemeinschaft „Urlaub auf dem Lande“ hat hierzu gute Konzepte erarbeitet, die wir stärken und weiter ausbauen wollen.

Auch in der Erziehung und in der Therapie, Frau Stief-Kreihe, hat das Pferd ungeahnte Möglichkeiten, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind.

(Heiterkeit)

Diese Möglichkeiten werden wir stärker als bisher in den Blickpunkt rücken.

Sie sehen also: Rund um das Pferd als Wappentier Niedersachsens und als Erkennungsmerkmal unserer Region gibt es eine Vielzahl von Themen, die es wert sind, beraten und besprochen zu werden. Wir werden sicherlich noch eine lange und aus

führliche Diskussion im Ausschuss dazu bekommen, Frau Stief-Kreihe.

(Heiterkeit - Beifall bei allen Fraktio- nen)

Seien Sie sicher: Diese Landesregierung wird das Pferd im Lande Niedersachsen

(Zuruf von der SPD: Von hinten auf- zäumen! - Heiterkeit)

weiter ganz nach vorne bringen. - Danke.

(Beifall bei allen Fraktionen)

Wir stellen immer wieder fest, meine Damen und Herren: Immer wenn es in Anträgen in irgendeiner Form um Tiere geht, haben wir hier teilweise sehr spannende Debatten.

Als Nächster hat sich Herr Kollege Meyer für die SPD zu Wort gemeldet. Bitte schön, Herr Kollege Meyer!

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich hoffe, dass ich es schaffe, diesen Level zu halten. Ich bin den Fraktionen der CDU und der FDP außerordentlich dankbar dafür, dass sie dieses wichtige Thema auf die Tagesordnung gesetzt haben, zeigt dies doch, wie schön die Arbeit sein kann. Dass so viel gelacht wird, habe ich selten erlebt. Ich glaube, wir erleben gerade in einer bestimmten Art eine Sternstunde des Parlaments. Wenn dieses Thema so wichtig ist, sollte man - auch Sie haben das vorhin schon gesagt - durchaus einmal darüber nachdenken, ob der Begriff „Pferdeland“ nicht auch in den Titel des Ministeriums aufgenommen werden sollte.

Der vorliegende Entschließungsantrag ist, wie deutlich geworden ist, von einer geradezu ungeheuren Bedeutungsschwere. Es geht darum, der Landesregierung die Aufgabe zuzuweisen, Marketingkonzepte für einen verstärkten Einsatz niedersächsischer Pferde zu entwickeln. Ich bin schon ein bisschen verwundert darüber, warum dies ausgerechnet die Landesregierung machen soll, nicht aber etwa die Tourismus-Marketing Niedersachsen, in der bekanntlich alle Tourismusverbände zusammengeschlossen sind und die das bislang auch ganz gut gemacht haben. Ich weise in diesem Zusammenhang auf den Internetauftritt hin, in

dem z. B. Hinweise auf Bett & Box und anderes mehr gegeben werden. Darauf komme ich nachher noch zurück. „Bett & Box“ passt jetzt auch gut.

Nun zur Sache. Darüber, dass für Pferde und die gesamte Thematik etwas getan werden muss, sind wir uns völlig einig. Das wird nachher auch so durchgehen. Meiner Meinung nach gibt es nur einen Punkt, über den wir noch diskutieren müssen, nämlich darüber, wer das alles bezahlen soll, was vorgeschlagen und geplant wird. Dazu habe ich heute aber überhaupt noch keine Andeutungen gehört. Das wird vielleicht im Rahmen der Beratung noch passieren. Mal gucken, wo etwas aufgetan wird. Im Haushalt steht ja davon noch nichts. Wenn man etwas tun will, muss man dies nach dem Konnexitätsprinzip auch bezahlen. Schauen wir mal, wie sich die Fraktionen das vorstellen.

(Zuruf von der SPD: Die Pferdebesit- zer!)

Angesichts der Bedeutungsschwere, die ich eingangs schon angesprochen habe, möchte ich jetzt noch einige Vorschläge unterbreiten, einige Marketing-Highlights geben und sagen, wie man das noch besser machen kann. Erstens könnte zum Beispiel das Berufsbild des Pferdeflüsterers eingeführt werden. Das ist ein Feld, das vielleicht noch ganz wichtig ist. Außerdem hätten wir eine Aufgabe. Vorhin ist ja gesagt worden, wie wichtig das ist. Ich sehe, dass zahlreiche Mitglieder der Landesregierung hier anwesend sind. Ich hätte ein paar Jobs zu vergeben, wenn sie sie interessieren. Herr Minister Busemann zum Beispiel könnte jeden Tag an einer Schule eine Pferdedressur abnehmen. Diese Veranstaltungen werden unheimlich gut besucht! Da geht richtig was rüber! Minister Möllring wird zur Pferdewette an der Bult verpflichtet mit der Maßgabe, die Gewinne in die Tasche des Landes zu stecken, Verluste aber aus seiner eigenen Tasche zu tragen.

(Beifall bei der SPD - Hans-Christian Biallas [CDU]: Ein typisch sozialde- mokratisches Prinzip!)

Dann hätte das Land wenigstens etwas davon. Der Innenminister könnte bei der Polizei zahlreiche Möglichkeiten für den Einsatz von Pferden finden. Das ist bestimmt ausbaufähig. Der Ministerpräsident tritt gerne auch bei der Celler Hengstparade auf. Das ist ja eine ganz tolle Veranstaltung. Ich würde für ihn - das könnte man gut vermarkten die Rolle des römischen Wagenlenkers vorschla

gen. Alle, die schon einmal dort gewesen sind, kennen das. Es geht mit einem unheimlichen Galopp durch die Bahn. Das ist unheimlich toll gemacht. Das zeigt die Aufgabenbreite eines Ministerpräsidenten und auch die Gefahren. Er hält dort alle Zügel in der Hand und ist voll dynamisch.

(Zuruf von Wilhelm Hogrefe [CDU])

- Genau. In den Kurven besteht aber die Gefahr, dass man umkippt. Das ist bei einem Ministerpäsidenten ja auch so. Das sind alles Punkte, die den fünf Punkten in Ihrem Antrag untergeordnet werden können. Das würde passen.

Einen Punkt hätte ich noch: Über den Bundesrat könnte man bei Peter Struck anfragen, ob es möglich wäre, im Zuge der Reform der Bundeswehr noch eine Kavallerieeinheit einzurichten.

Schließlich habe ich noch einen letzten Hinweis.

(Zuruf von Bernd Althusmann [CDU])

- Nein, Herr Kollege, das möchte ich den Pferden angesichts meines Gewichts nicht zumuten. Das muss ja nicht sein. Ich weiß nicht, ob Herr Minister Ehlen genau so darüber denkt.

(Uwe Bartels [SPD]: Das widerspricht auch dem Tierschutzgedanken!)

Man muss das nicht alles persönlich nehmen. - Ich habe noch einen Punkt, den ich zum Schluss noch loswerden möchte. Vorhin ist viel von Hannoveranern und von Oldenburgern gesprochen worden. Wer sich die Internet-Präsentation „Pferdeland Niedersachsen“ angesehen hat - das gibt es ja alles schon; Tourismus-Marketing macht das alles schon ganz prima; das haben wir auch angeschoben -, der wird feststellen können, dass es neben den Oldenburgern und Hannoveranern noch eine weitere Pferderasse gibt, nämlich den Friesen. Der ist bisher noch gar nicht angesprochen worden.

(Wilhelm Hogrefe [CDU]: Den Schwarzen Friesen habe ich erwähnt! Sie haben nicht zugehört!)

- Dann ist mir das entgangen. Das tut mir Leid. Um nun aber die Bedeutung dieser Rasse hervorzuheben, möchte ich ihre wesentlichen Merkmale zitieren.

(Zuruf von der CDU: Die kennen wir!)

- Das glaube ich nicht.

„Er wurde früher als Packpferd und in der Landwirtschaft verwendet, bis Trabrennen populär wurden, denn in diesem Sport leistete er Hervorragendes.

Jetzt kommt die Kennzeichnung:

„Mit einer Höhe von 152 cm ist der Friese stark, kompakt und willig, mit einem feinen Kopf und kurzen Beinen...“

(Wilhelm Hogrefe [CDU]: Längst überholt! Die sind heute viel größer!)

- Meinen Sie, dass sie seitdem gewachsen sind? Das war nur der Auftritt. Ich habe das nur zitiert.

(Zuruf von der CDU: Eine gewisse Ähnlichkeit mit noch lebenden Perso- nen ist nicht ausgeschlossen! - Hei- terkeit)

- Ich weiß nicht, wie viele Friesen wir hier haben, die 1,52 m groß sind.

Gut, meiner Meinung nach ist das Wesentliche gesagt worden. Wir werden das, wie sich gezeigt hat, im Ausschuss klar machen. Ich werde mich darum bemühen, die Arbeitsfelder, die heute angesprochen worden sind, in der zweiten Beratung noch etwas auszubauen. Dann schauen wir einmal weiter. - Danke schön.

(Beifall bei der SPD)

Meine Damen und Herren, für die CDU-Fraktion hat sich der Herr Kollege Coenen gemeldet. Herr Kollege Coenen, bitte schön!

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Land Niedersachsen führt in seinem Wappen das Pferd. Meiner Meinung nach sind die Debatten- und Diskussionsbeiträge, die von dieser Stelle aus geleistet worden sind, dem Thema Pferd nicht angemessen. Wir haben hier ein Volumen in Höhe von 5 Milliarden Euro zu vertreten. Wir haben hier im Landtag wahrlich schon über nichtigere Dinge gesprochen als über dieses Thema.