Zu 3: Die Vermehrungsflächen für das Saatgut Taurus lagen in Nordrhein-Westfalen. Ob das dort geerntete Saatgut bereits GVO enthielt oder ob die GVO-Anteile im weiteren Aufarbeitungsprozess in das Saatgut gelangten, lässt sich nicht nachweisen.
Saatgut wird in den Ländern routinemäßig stichprobenartig untersucht und dabei auch auf Anteile gentechnisch veränderter Organismen getestet. In Niedersachsen werden diese Untersuchungen vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) im Geschäftsbereich des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, durchgeführt.
Das entsprechende Entwicklungsstadium sollte mindestens das erste Laubblattpaar (nicht Keim- blatt) entwickelt haben. Zu diesem Zeitpunkt ist der Raps mit einem Nicht-selektivwirksamen Herbizid (Round Up oder andere glyhosathaltige Präparate) abzutöten. Vor einer weiteren Bearbeitung sind mindestens drei bis fünf Tage abzuwarten, um das Mittel einwirken zu lassen.
Ein Nachbau sollte mit Wintergetreide erfolgen, um auch noch den geringen Teil der später keimenden Körner mit der Herbizidmaßnahme im Wintergetreide abzutöten.
Wenn keine Herbizide im Raps eingesetzt wurden, sollte eine sehr flache Bodenbearbeitung erfolgen, um die bisher wenigen nicht gekeimten Rapskörner in Keimstimmung zu bringen. Diese werden dann mit der Herbizidmaßnahme abgetötet.
Wenn aufgrund der Vorbehandlung der Flächen mit für Getreide unverträglichen Herbiziden erfolgte (Herstellerhinweis beachten) , ist eine tiefere mischende Bodenbearbeitung unumgänglich. Auch hier wird die Herbizidmaßnahme im Getreide evtl. noch auflaufende Rapskörner abtöten.
Wenn eine Sommerung als Nachfrucht vorgesehen wird, sollte der Termin der Sikkation beibehalten werden. Nach vollständigem Absterben des Rapses ist die bisher nicht gekeimte Rapssaat durch eine flache Bodenbearbeitung in Keimstimmung und zum Auflaufen gebracht werden. Diese verspätet aufgelaufene Rapssaat muss dann erneut mit einem nichtselektivwirksamen Herbizid abgetötet oder aber im Frühjahr mit einer wendenden Bodenbearbeitung vernichtet werden.
Bei einer Frühjahrsaussaat mit Sommergetreide sollten die Nachbauverträglichkeiten der eingesetzten Rapsherbizide beachtet werden.
Die Nachbaumöglichkeiten und die notwendigen Einschränkungen sind in nachfolgender Tabelle zusammengefasst:
Flache Bodenbearbeitung: Sommerraps Erbsen, Ackerbohnen, Mais, Kartoffeln Tief mischende Bearbeitung: u. a. Sommergetreide, Zuckerrüben
des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung auf die Frage 16 der Abg. Karin Stief-Kreihe, Renate Geuter und Rolf Meyer (SPD)
Das Landwirtschaftsministerium sucht Expansionsflächen für die Nahrungsmittelindustrie, berichtet die Neue Presse am 16. September 2009. Das gilt aber nicht generell für alle Agrarbereiche, sondern explizit für die Geflügelmast.
Hintergrund: Im Nordwesten von Niedersachsen, in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland, sind die Kapazitäten von Geflügelmastbetrieben (vorrangig Hähnchenmast) nahezu erschöpft, in einzelnen Regionen (z. B. Friesoythe) wäre nach Aussagen von Emissionsgutachten bereits ein Rückbau erforderlich, die gemeindlichen Entwicklungspotenziale sind extrem eingeschränkt.
Nun bemüht sich das ML um weitere Flächen, der Landkreis Emsland wurde ins Visier genommen - nach Auffassung von Beobachtern ein unrechtmäßiger Eingriff in die kommunale Planungshoheit und eine merkwürdige Vorgehensweise, die der Sprecher des ML, Herr Gerd Hahne, laut Cellescher Zeitung vom 23. September 2009 beschreibt: „Wir sind mit dem Finger mal die Autobahn (A 7) runtergefahren, um potenzielle Standorte auszuloten.“
Auf die Probleme in den Geflügelhochburgen im Westen Niedersachsens (fehlende Steue- rungsmöglichkeiten für die Kommunen, Auswir- kungen auf die gemeindliche Entwicklung, Ent- sorgung des Hähnchenmists, Emissionen, Zu- nahme von Bürgerinitiativen und zurückgehen- de Akzeptanz von Landwirtschaft usw.) wird nicht hingewiesen.
1. Wie viele Mastplätze müssen gebaut werden, um 100 neue Arbeitsplätze zu schaffen (s. o. Cellesche Zeitung: „… mit mehreren Hundert Arbeitsplätzen ist zu rechnen…“)?
2. An der A 7 sollen neue Großmastbetriebe für Hähnchen entstehen. Wie viele Mastplätze umfasst ein „Großmastbetrieb“, und was bedeutet die Aussage von Herrn Staatssekretär Ripke „… wir werden einen regionalen Ausgleich suchen.“?
3. Investoren suchen Expansionsflächen. Inwiefern stammen die Investoren aus Niedersachsen, und handelt es sich dabei um praktizierende Landwirte?