4. Änderung des § 21 Abs. 1 a Satz 1 StVO: Streichung der Ausnahmeregelung für Kfz über 3,5 t von der Befreiung, Kinder auf Rücksitzen ausreichend zu sichern.
2. Inwiefern bestehen an niedersächsischen Hochschulen bereits E-Learning-Angebote, oder sind solche geplant?
Unter dem Begriff „E-Learning“ werden alle Formen des Lernens zusammengefasst, bei denen digitale Medien für die Präsentation und Verbreitung von Lernmaterialien zum Einsatz kommen oder bei denen zur Unterstützung der Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden EDV und IT eingesetzt werden.
6. Die niedersächsische Polizei wird ihre Maßnahmen entsprechend der bisherigen strategischen Schwerpunktsetzung fortführen und mit einer Bündelung der polizeilichen Ressourcen auf die Bereiche mit den größten Verkehrssicherheitspotenzialen zu einer weiteren Erhöhung der Verkehrssicherheitsgewinne beitragen.
Für eine hochwertige Aus- und Weiterbildung ist E-Learning dabei ein besonders geeignetes Instrument, die Lernenden bestmöglich auf den raschen Wandel, die sich verkürzenden Innovationszyklen und die Erwartungshaltungen in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vorzubereiten. Niedersachsen nimmt in Deutschland eine führende Rolle beim E-Learning-Einsatz an Hochschulen ein, besonders in dem Bereich der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit.
des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur auf die Frage 35 der Abg. Prof. Dr. Emil Brockstedt, Christoph Dreyer, Rudolf Götz, Swantje Hartmann, Jörg Hillmer, Jens Nacke, Dorothee Prüssner, Dirk Toepffer, Karl-Heinz Bley, Norbert Böhlke, Ursula Ernst, Karl-Heinz Klare, Anette Meyer zu Strohen, Axel Miesner, Heidemarie Mundlos und Kai Seefried (CDU)
Zu 1: Viele Menschen sind aufgrund beruflicher und familiärer Verpflichtungen nur bedingt in der Lage, regelmäßig an einem bestimmten Ort zusammenzutreffen. E-Learning-Dienste und IT-Tools bieten die Möglichkeit, sich kontinuierlich und in planbaren Zeiträumen mit der eigenen Weiterqualifikation zu beschäftigen. Hilfsmittel wie Video- und Audiokonferenzen, Onlinelernmaterialien oder Diskussionsforen verringern zudem die Notwendigkeit zu reisen bzw. ermöglichen eine freie Zeitplanung. In diesem Zusammenhang sieht die Landesregierung großes Potenzial für den Einsatz von E-Learning-Werkzeugen und elektronischen Lehrmaterialien insbesondere in der Hochschullehre. E-Learning kann die Vereinbarkeit von Studium, Arbeit, Familie und Ehrenamt erleichtern und dazu beitragen, das lebenslange Lernen zu realisieren.
Das Internet gewinnt für die Ausbildung an unseren Hochschulen immer mehr an Bedeutung. Nicht nur Unterlagen zu den Vorlesungen werden von den Studenten heruntergeladen, an einigen Hochschulen hat das E-Learning, das Lernen via Internet, Einzug gehalten.
Von den Befürwortern werden Argumente wie eine höhere Flexibilität der Zeiteinteilung der Studierenden und eine Kosteneinsparung angeführt. Studierende könnten demnach Studium, Arbeit und die Familie miteinander verbinden. E-Learning bedeutet interaktives Arbeiten, die Studenten lernen anhand von im Internet zur Verfügung gestellten Materialien.
Studien haben ergeben, dass weder die rein klassische Hörsaallehre noch die hauptsächlich online stattfindende E-Learning-Lehre zu den besten Ausbildungserfolgen führen. Stattdessen scheint die Zukunft im sogenannten Blended Learning, der Kombination aus Online- und Präsenzveranstaltungen zu liegen. Die Studenten kombinieren das im Hörsaal Gelernte mit den zur entsprechenden Vorlesung passenden Materialien und besprechen sich bei Fragestellungen übers Internet.
Zu 2: Die niedersächsischen Hochschulen blicken auf fast ein Jahrzehnt erfolgreichen E-LearningEinsatzes zurück. Seit 2002 unterstützte die Landesregierung in mehreren Förderphasen das „E-Learning Academic Network“ (ELAN l bis lll). Dabei handelt es sich um Projektförderungen für den Einsatz internetgestützter Lehr- und Lernarrangements und Multimediatechnologien in der Hochschullehre. Zentrales Element dieses ELAN
Netzwerks war neben den Projekten das sogenannte ELAN-Dach als landesweite Koordinierungsinstanz, die standortübergreifende E-Learning-Angebote und Dienstleistungen für die niedersächsischen Hochschulen aufgebaut hat. (http://www.elan-niedersachsen.de/). In der letzten Förderphase von 2007 bis Mitte 2009 wurde der Übergang von der Projektförderung zu dauerhaften Strukturen an den Hochschulen vollzogen. Dabei wurde das E-Learning-Netzwerk in den Verein ELAN e. V. mit inzwischen acht niedersächsischen Hochschulen übergeleitet. Dazu zählen die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (Ost- falia), die Technische Universität Clausthal, die Medizinische Hochschule Hannover, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die Universität Osnabrück, die Fachhochschule Osnabrück und die Hochschule Vechta.
Damit stehen im E-Learning nicht mehr technisch aufwändig erstellte, multimediale Inhalte im Mittelpunkt. Vielmehr betonen moderne E-Learning-Ansätze immer mehr die kommunikativen Aspekte des durch die EDV unterstützen Lehrens und Lernens.
Die Landesregierung sieht insgesamt für E-Learning gute Entwicklungspotenziale beim Ausbau des standortübergreifenden Lernens, beim lebenslangen wissenschaftlichen Lernen, bei berufsbegleitenden Studiengängen und im Bereich der Weiterbildung.
des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur auf die Frage 36 der Abg. Jens Nacke und Dorothee Prüssner (CDU) Der Verein trägt zur stetigen Qualitätsverbesserung der medienunterstützten Lehre und zur Kooperation der Mitgliedshochschulen im Bereich standortübergreifender Lehre bei.
Die Europäische Kommission plant die Einführung eines Europäischen Kulturerbe-Siegels. Damit sollen Stätten ausgezeichnet werden, die einen besonderen Stellenwert in der europäischen Geschichte innehaben. Das Zugehörigkeitsgefühl der europäischen Bürger zur Europäischen Union soll anhand gemeinsamer Elemente der Geschichte und des Kulturerbes gestärkt werden. Im Besonderen sollen die Stätten jungen Menschen zugänglich gemacht werden, um den interkulturellen Dialog zu fördern und die Zukunft Europas zu sichern.
Mit dem Ziel, durch den Einsatz von E-LearningWerkzeugen und E-Learning-Materialien die Qualität in der Lehre weiter zu verbessern und die Effizienz des Lehrens und Lernens zu erhöhen, ist das ELAN-Programm insgesamt eine Erfolgsgeschichte an den niedersächsischen Hochschulen und über die Landesgrenzen hinaus.
Zur Auswahl der Stätten soll ein Vorentscheid auf nationaler Ebene stattfinden, aus dem sich die beiden besten Vorschläge für das Auswahlverfahren auf europäischer Ebene qualifizieren. Die Entscheidung auf europäischer Ebene wird durch eine Expertenjury mit zwölf Mitgliedern getroffen. Es soll dabei maximal eine Stätte pro Mitgliedstaat ausgewählt werden. Dieses Verfahren soll jährlich in drei aufeinander folgenden Jahren stattfinden. Für das vierte Jahr ist ein Kontrollverfahren vorgesehen, das der Überprüfung der Kulturerbe-Stätten auf ihren internationalen Kulturgehalt dienen soll. Bei einer Verschlechterung des kulturellen Aussagegehalts der Stätte ist eine Aberkennung des Siegels möglich.
Durch Abstimmung von Medien- und IT-Entwicklungsplänen im Rahmen der Zielvereinbarungen mit den Hochschulen sollen diese positiven Erfahrungen und Entwicklungen auch in andere Bereiche der Bildungslandschaft übertragen und die bereits etablierten lokalen und hochschulübergreifenden Strukturen noch weiter verstetigt werden.
Zu 3: In der Zukunft wird es im Bereich des E-Learnings an Hochschulen immer mehr sogenannte Blended-Learning-Kurse geben. Dies sind Veranstaltungen, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen mit modernen Formen des E-Learnings herstellen.
Die jährlichen Mittel für das Siegel werden von der Haushaltsbehörde in den Grenzen des mehrjährigen Finanzrahmens bewilligt. Genaueres ist dem jeweils aktuell aufgestellten Finanzbogen zu entnehmen. Für die Durchführung der Maßnahmen im Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2013, dem ersten dreijährigen Prüfungsabschnitt, ist eine Summe in Höhe von 1,35 Millionen Euro vorgesehen.
Präsenztreffen schaffen dabei den notwendigen persönlichen Eindruck und geben Raum für Gespräche, wobei die dazwischen liegenden Onlinephasen eine flexiblere Zeitgestaltung ermöglichen. Auf Basis dieses Modells lassen sich vielfältige Veranstaltungsformen unterstützen, die den unterschiedlichen Qualifikationsbedürfnissen entsprechen.
3. Wie beurteilt die Landesregierung die Entwicklung, speziell die Bekanntheit, des nationalen Kulturerbes im Rahmen eines europäischen Kulturerbe-Siegel-Programms?
Ausgehend von der übergeordneten Zielsetzung, das Bewusstsein der Bürger und Bürgerinnen Europas zu fördern, Teil eines gemeinsamen europäischen Kulturraumes zu sein, begrüßt die Landesregierung die Einführung eines Europäischen Kulturerbe-Siegels. Niedersachsen hat daher in den innerstaatlichen Gremien der Kultusministerkonferenz und des Bundesrates, in denen das Thema auf der Tagesordnung stand, die Einführung unterstützt.
Zu 1: Die Landesregierung sieht in der Einführung eines Europäischen Kulturerbe-Siegels eine geeignete Maßnahme, das Bewusstsein der Bürger und Bürgerinnen dahin gehend zu fördern, sich als Teil eines vielgestaltigen gemeinsamen Kulturraumes und als Erben einer konfliktreichen gemeinsamen Geschichte zu verstehen. Daraus begründet sich auch die Verantwortung dafür, die weitere kulturelle und politische Entwicklung Europas in partnerschaftlicher Weise mitzugestalten.
Zu 2: Aus Sicht der Landesregierung sollten insbesondere folgende Stätten auf eine Eignung für die Anmeldung zum Europäischen Kulturerbe-Siegel näher untersucht werden:
Rathaus Osnabrück: Das Rathaus mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellten Friedenssaal war 1643 bis 1648 neutralisierter Verhandlungsort zwischen dem Kaiser und den evangelischen Mächten. Mit dem in Osnabrück und Münster ausgehandelten Westfälischen Frieden wurde eine territoriale Neuaufteilung Mitteleuropas beschlossen, mit der zugleich auch den Konfessionen gesicherte Gebiete zugewiesen wurden. Mit seiner Betonung staatlicher Souveränität und zwischenstaatlicher Kooperation begründete der Westfälische Frieden eine neue europäische Ordnung prinzipiell gleichberechtigter Staaten. Erstmals in Europa gelang die Konfliktlösung durch Verhandlung. Ein Europäisches Kulturerbe-Siegel träfe in Osnabrück („Friedensstadt Osnabrück“) auf eine bereits weitgehend ausgebildete Infrastruktur
zur inhaltlichen Vermittlung. Die Anmeldung sollte gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen erfolgen, welches das Rathaus von Münster vorzuschlagen hätte.
Stätte der Varus-Schlacht bei Kalkriese: Die archäologischen Funde aus dem Raum Kalkriese sind nach derzeitigem Forschungsstand sehr sicher mit den Ereignissen der Varus-Schlacht im Jahre 9 n. Chr. in Verbindung zu bringen. Im Weiteren weisen sie Bezug zu den Rachefeldzügen des Germanicus in den Jahren 15/16 n. Chr. auf. Die Ereignisse wurden in großen Ausstellungen im letzten Jahr gewürdigt. Nach allgemeiner Auffassung wird die herausragende geschichtliche Bedeutung der Varus-Schlacht darin gesehen, dass die Expansion des römischen Reiches zum Erliegen und in der Folgezeit sogar zu einem Rückzug kam. Damit war die grundlegende Aufteilung Westeuropas in einen durch römisches Recht, Verwaltung und romanische Sprachen geprägten südlichen Teil und einen durch germanische Stämme mit eigener Kultur geprägten nördlichen Teil, in dem sich erst Jahrhunderte später feste Herrschaftsterritorien bildeten, vorgezeichnet. Das Museum und der Park Kalkriese bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Vermittlung der historischen Ereignisse.
Universität und Universitätsstadt Göttingen: Mit der 1734 gegründeten welfischen Landesuniversität Georgia Augusta wurde der Typus einer modernen Universität geschaffen, die eine große Anziehungskraft auf Studierende und Lehrer ausübte. Zahlreiche Forscherinnen und Forscher mit Weltruf aus allen Wissenschaftsrichtungen wirkten seit dem 18. Jahrhundert in Göttingen. Für das 19. Jahrhundert sind beispielhaft zu nennen: der Mathematiker Gauß, der Physiker Weber und die Göttinger Sieben. Die Kontinuität einer Forschung mit Weltrang auch im 20. Jahrhundert sowie zahlreiche historische Gebäude mit Dokumentationskraft unterstreichen die Eignung. Eine Anmeldung sollte in Abstimmung und gemeinsam mit vergleichbaren Universitäten in anderen europäischen Staaten erfolgen.
Kuranlagen Bad Pyrmont: Die schon in der römischen Kaiserzeit genutzten Heilquellen führten im 17. Jahrhundert zur Gründung des Heilbades Bad Pyrmont. Im 17. und 18. Jahrhundert war Pyrmont das Modebad der europäischen Höfe. Der Große Kurfürst, Zar Peter der Große, Georg I. von England, Friedrich der Große und andere weilten hier. Im Austausch untereinander und mit den ebenfalls anwesenden Vertretern der geistigen Führungs
kräfte (Klopstock, Claudius, Herder, Goethe, Hum- boldt u. a.) entstand eine spezifisch europäische Kulturform, die durch zahlreiche historische Anlagen, z. B. dem Kurpark, nachvollziehbar ist. Auch hier ist eine gemeinsame Antragstellung mit anderen Stätten anzustreben.
Burgplatz Braunschweig: Der Burgplatz Braunschweig mit der Burg Dankwarderode und dem Dom mit Gruft und Löwenmonument ist ebenso ein Dokument des Herrschaftszentrums Heinrichs des Löwen im 12. Jahrhundert wie auch der Vereinnahmung Heinrichs im 19. und 20. Jahrhundert Der Platz erinnert an die Zeit, als Braunschweig Residenz und Machtzentrum von europäischem Rang war. Aufgrund der persönlichen und politischen Geschichte Heinrichs stehen der Platz und seine Denkmale für den Konflikt zwischen dem Herzog und dem Kaiser, in dem sich beispielhaft der Gegensatz von regionalen Kräften und zentraler Macht im Europa des Mittelalters zeigte. Durch die im Jahr 1180 erfolgte Zerschlagung der beiden großen Stammesherzogtümer Bayern und Sachsen hatte die Umgestaltung des Reiches von den alten, großflächigen Machtblöcken hin zu kleineren, in sich geschlossenen Fürstentümern ihren Abschluss gefunden. Diese Aufsplitterung des Reiches blieb bis in die Neuzeit hinein für die Geschichte Mitteleuropas bestimmend.
Große Kirche Emden mit Johannes-a-Lasco-Bibliothek: Unabhängig von dem für die Zukunft verbindlichen Verfahren der Europäischen Kommission haben die Gremien der Ständigen Konferenz der Kultusminister sich bereits für eine Anmeldung der seriellen (d. h. mehrteiligen) Stätten „Eiserner Vorhang“ und „Stätten der Reformation“ im Rahmen des zwischenstaatlichen Anmeldeverfahrens ausgesprochen. Von niedersächsischer Seite wurde die Große Kirche in Emden als eine der Stätten der Reformation benannt. Die Große Kirche in Emden wurde im 16. und 17. Jahrhundert zur Mutterkirche der Reformierten in Nordwesteuropa und hatte an der Etablierung des reformierten Protestantismus in ganz Nordwesteuropa entscheidenden Anteil. Sie war die Wirkungsstätte des aus Polen stammenden Reformators Johannes a Lasco (1499 bis 1560), der zwischen 1540 und 1555 in Emden wirkte. Als Superintendent der Kirche in Ostfriesland und Begründer der reformierten Kirche in Polen wurde er einer der exponiertesten Vertreter des reformierten Protestantismus. Die seit 1995 in der nach Kriegszerstörungen wieder aufgebauten Ruine der Kirche untergebrachte Johannes-a-Lasco-Bibliothek Emden ist eine öf