Vielen herzlichen Dank, Kollegin Sylvia Bruns. - Jetzt hat die Sozialministerin Dr. Reimann das Wort.
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Betrachtet man die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt, kann schnell der Eindruck entstehen, dass Jugendarbeitslosigkeit bald der Vergangenheit angehören wird. Wir müssen aber feststellen, dass es immer noch viele junge Menschen gibt, bei denen ein reibungsloser Übergang von der Schule in den Beruf nicht klappt. Das sind z. B. junge Menschen, die problematische Schulverläufe hinter sich haben und denen eine gute soziale Einbindung fehlt.
Ich glaube, wir sind uns alle einig: Diese jungen Menschen brauchen eine besondere Unterstützung, damit die soziale und berufliche Integration gelingt, sonst drohen Langzeitarbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung.
Damit alle jungen Menschen die Chance haben, einen Beruf zu ergreifen, fördern wir in Niedersachsen zum einen die Jugendwerkstätten, die einen werkpädagogischen Ansatz verfolgen, und zum anderen die Pro-Aktiv-Center, die sich ebenfalls an benachteiligte junge Menschen richten. In den Pro-Aktiv-Center stehen die Beratung und die individuelle Einzelfallhilfe zur Bewältigung des Alltags im Vordergrund.
Über die Jahre ist es gelungen, in Niedersachsen ein fast flächendeckendes Angebot an Jugendwerkstätten und Pro-Aktiv-Center aufzubauen, um gleiche Chancen für alle Jugendlichen herzustellen. Insgesamt werden 95 Jugendwerkstätten und 44 Pro-Aktiv-Center in Niedersachsen gefördert. Dafür stellt das Land jedes Jahr 15 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus ist es gelungen, fast die gleiche Summe an EU-Mitteln einzuwerben. Die EU beteiligt sich in der aktuellen Förder
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist uns wichtig, diese Strukturen zu erhalten. Deswegen wollen wir, dass die Jugendwerkstätten und die Pro-Aktiv-Center auch nach 2020 ihre Arbeit fortsetzen können. Die Debatte heute Abend zeigt: Es besteht Einigkeit darüber, dass diese Projekte wichtig sind.
Der Kollege der CDU-Fraktion hat es gesagt: Im Mai des vergangenen Jahres hat die Europäische Kommission die ersten Entwürfe für die Förderperiode für die Jahre 2021 bis 2027 vorgelegt. Wir werden aber nicht abwarten, bis endgültig über die Entwürfe abgestimmt wird, sondern wir steigen schon jetzt in die Planung für die Zeit nach 2020 ein.
Daher prüfen wir, ob es möglich ist, weitere Förderinstrumente für diese Ziele zu nutzen. Denn eines ist klar: Auch in den nächsten Jahren brauchen wir Angebote der Jugendberufshilfe. Daher hat das Sozialministerium für Ende Januar eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, in der alle maßgeblichen Akteure vertreten sind, um neue Konzepte auszuloten.
Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete, ich begrüße es sehr, dass Sie sich mit diesem Entschließungsantrag zu den Jugendwerkstätten bekennen. Ich bitte, unsere Arbeit weiterhin zu unterstützen.
Federführend soll der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sein, mitberatend der Ausschuss für Haushalt und Finanzen. Wer so beschließen möchte, den bitte ich um sein Handzeichen. - Gibt es Gegenstimmen? - Das ist nicht der Fall. Gibt es Enthaltungen? - Das scheint auch nicht der Fall zu sein.
Dann bleibt uns hier noch, Ihnen einen wunderschönen guten Abend zu wünschen. Wir sehen uns morgen früh.