Protokoll der Sitzung vom 27.02.2025

(Anna Bauseneick [CDU]: Wann?)

- Wie? Wann? Frau Bauseneick, ich verstehe die Frage nicht. Dann müssen Sie schon an das Mikrofon - - -

Keine direkte Kommunikation! Frau Lange antwortet. Wie sie antwortet, ist ihre Sache. Und dann kann sie in ihrer Rede fortfahren.

Ich denke, ich habe Ihre Frage beantwortet. Diese Kinder werden nicht alleingelassen, Frau Bauseneick, sondern auch für sie gibt es Unterstützung.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜ- NEN)

Übrigens total toll - ich komme zu Punkt 5, und genau darum geht es, Frau Bauseneick -: Ergebnisse der Sprachstandsfeststellung. Kinder, die keine Kita besuchen - das ist ja Ihre Frage gewesen - nehmen im Rahmen der Schulanmeldung - das habe ich gerade auch schon gesagt - etwa 15 Monate vor der Einschulung an einer Sprachstandserhebung teil. Die Ergebnisse dieser Erhebung fließen in die Planung von Sprachfördermaßnahmen an den Grundschulen ein, wobei bedarfsspezifischer Sprachunterricht angeboten wird.

Sechstens: Integration von Sprachförderung in den Schulbereich. Für Kinder, die im Jahr vor der Einschulung Sprachförderbedarf haben, gibt es in den Grundschulen ebenfalls spezielle Fördermaßnahmen. Die Sprachförderung erfolgt hier in kleinen Gruppen oder in speziellen Unterrichtseinheiten, abhängig von der Anzahl der betroffenen Kinder. Diese systematische und flexible Förderung stellt sicher, dass Kinder individuell und bestmöglich in ihrer sprachlichen Entwicklung begleitet werden, ohne sie durch starre Maßnahmen aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen.

Die CDU fordert in ihrem Antrag ein verpflichtendes Sprachförderprogramm für Kinder mit erheblichem Sprachförderbedarf im Umfang von 240 Stunden. Ich bin überzeugt, dass dieser Ansatz zu unflexibel ist. Sprachentwicklung ist ein dynamischer Prozess, der nicht durch Tests, sondern durch gezielte Förderung im Alltag begleitet wird.

Zusätzlich fordert die CDU einen Jahresplan für Kitas, um die Sprachförderung strukturiert umzusetzen. Liebe Frau Ramdor, unsere Fachkräfte in den Kitas brauchen nicht noch mehr Dokumentation, noch mehr Tests und noch mehr bürokratische Hürden. Sie brauchen Zeit. Zeit, um Kinder individuell zu begleiten und gezielt zu fördern.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜ- NEN)

Unsere Erzieherinnen und Erzieher leisten mit ihrer hochqualifizierten Ausbildung auf Bachelor-Niveau herausragende Arbeit. Sie brauchen keine neuen starren Vorgaben, sondern vor allem eines: mehr Zeit für die Kinder. Sprachförderung muss ein kontinuierlicher Prozess sein und kein Einmaltest.

Die CDU setzt auf einen einmaligen standardisierten Sprachtest, doch ein Test allein sagt nichts über die Sprachentwicklung eines Kindes aus. Sprache entwickelt sich über Jahre durch Interaktionen und durch gezielte sprachliche Anreize im Alltag. Deshalb setzen wir auf alltagsintegrierte Sprachförderung, die Kinder spielerisch und individuell begleitet, und auf erfahrene Fachkräfte, die gezielt auf Sprachentwicklungsbedarfe eingehen und nicht auf Testergebnisse reagieren.

Frau Lange, lassen Sie eine weitere Zwischenfrage von Frau Bauseneick zu?

Nein, danke.

Wahrscheinlich hätte mich die Kollegin gefragt, woher diese Fachkräfte kommen. Das habe ich gerade auch gesagt: 32,5 Millionen Euro stellt die Landesregierung jedes Jahr zur Verfügung. Das wird sehr gut genutzt und angenommen, übrigens im Rahmen von regionalen Sprachförderkonzepten.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜ- NEN)

Gleichzeitig haben wir nachhaltige Programme wie die Sprach-Kitas, die Kinder kontinuierlich in ihrer Entwicklung fördern.

Ich gebe Ihnen allerdings recht, Frau Kollegin: Nicht jede Kita ist eine Sprach-Kita. Ein isolierter Sprachtest kann die individuelle Sprachentwicklung eines Kindes nicht erfassen. Deshalb lehnen wir starre Testverfahren ab und setzen auf eine ganzheitliche Sprachförderung, die Kinder individuell begleitet und unterstützt. Unser Ziel ist Chancengleichheit durch sinnvolle Sprachförderung.

Wir setzen uns weiterhin für eine integrative Sprachförderung ein, die Kinder dort abholt, wo sie stehen, und nicht durch starre Prüfungen und Bürokratie unnötige Hürden aufbaut. Sprachförderung muss ein kontinuierlicher Prozess sein, der Kinder im Alltag unterstützt und ihre individuellen Stärken einbezieht.

Die bestehenden Programme in Niedersachsen bieten bereits eine gute Grundlage, und wir werden sie weiter ausbauen und verbessern.

Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜ- NEN)

Frau Lange, auf Ihre Rede gibt es eine Kurzintervention der Kollegin Ramdor. Bitte schön! Sie haben das Wort.

(Beifall bei der CDU)

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist genau das passiert, was ich vorhin in meiner Rede gesagt habe. Sie sagen: „Es läuft doch alles, es klappt doch alles.“ Die Sprachdefizite werden zwar jedes Jahr mehr, aber Sie sagen, die ganzen Programme funktionieren im Groben ja schon. Und Sie haben unseren Antrag leider auch zum großen Teil falsch verstanden. Das werden wir aber auf jeden Fall im Ausschuss aufklären.

(Zurufe von der SPD und von den GRÜNEN)

Die individuelle Förderung der Kinder ist nichts, was sich die CDU hier in Niedersachsen ausgedacht hat. Das wird in vielen Bundesländern schon gemacht. Wie gesagt, auch die Ständige Wissenschaftliche Kommission fordert das. Ab und zu mal außerhalb der normalen Gruppe extra gefördert zu werden, hat nichts mit Separierung zu tun, sondern ist eine Förderung, weil Kinder individuelle Schwierigkeiten in der Sprache haben, die nicht bei jedem Kind einfach so alltagsintegriert adressiert werden können.

Und, Herr Mennen, diese 32 000 Lehrkräftestunden sind nicht zur Überprüfung beim Sprachtest da - - -

Sie haben eine Kurzintervention auf die Rede von Frau Lange angemeldet, nicht auf die von Herrn Mennen.

Okay.

Das sind Bereiche, die nicht ganz zusammenpassen. Von daher: Die Gesetze und auch die Programme, die wir aktuell haben, sind in dieser Art und Weise und Form nicht ausreichend. Sonst würden

die Sprachdefizite ja nicht jedes Jahr weiter nach oben gehen. Das hat auch das Gesundheitsministerium, also Ihr Haus, letztes Jahr festgestellt; das ist nichts, was wir uns als CDU ausgedacht haben.

Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU)

Frau Lange möchte antworten. Bitte schön, anderthalb Minuten!

Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Liebe Kollegin Frau Ramdor, ich habe versucht, Ihnen deutlich zu machen, dass wir einfach ein anderes Konzept fahren, und zwar die alltagsintegrierte Sprachbildung. Aber wir können uns sehr gerne im Ausschuss dazu intensiv austauschen. Ich freue mich.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜ- NEN)

Herzlichen Dank, Frau Lange.

Bevor wir den nächsten Tagesordnungspunkt aufrufen, machen wir noch schnell einen Wechsel der Sitzungsleitung.

(Zuruf)

- Ich war zu schnell. Herzlichen Dank an die Landtagsverwaltung! Wir brauchen natürlich noch die Ausschussüberweisung.

Federführend soll der Kultusausschuss sein, mitberatend der Ausschuss für Haushalt und Finanzen. Wer dem so zustimmen möchte, den bitte ich um das Handzeichen. - Das sind alle.

Und jetzt kommt der Wechsel der Sitzungsleitung.

(Vizepräsidentin Barbara Otte- Kinast übernimmt den Vorsitz)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sind angelangt bei:

Tagesordnungspunkt 29: Erste Beratung: Bildungsgerechtigkeit stärken: Nachteilsausgleich und Notenschutz für Schülerinnen und Schüler mit Legasthenie und Dyskalkulie ausbauen und weiterentwickeln - Antrag der Fraktion

der SPD und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen - Drs. 19/6529

Die Einbringung übernimmt der Kollege Mennen. Bitte schön!

(Beifall bei den GRÜNEN)

Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Da ist man schneller wieder dran, als man gucken kann.

Statistisch sitzen in jeder Reihe des Plenums etwa zwei Personen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und zwei mit Rechenschwäche. Kennen Sie jemanden?