Ein weiteres Beispiel ist die anstehende EEGNovelle. Sie bietet zum Beispiel bei der Unterstützung von Bürgerwindenergie oder Mieterstrom weitere Möglichkeiten für die SPD, sich als regierungstragende Partei im Bund ganz konkret dafür einzusetzen, dass alle Menschen stärker von der Energiewende profitieren können. Millionen Mieterinnen und Mieter könnten von günstigem Strom vom eigenen Dach profitieren, wenn auf der Bundesebene nur ein paar Hebel umgelegt würden.
Seit Jahren passiert an dieser Stelle aber leider nichts. Ich muss leider noch einmal fragen: Wo bleibt bei all dem die SPD?
Sehr geehrte Damen und Herren, mehr Beratung zu Klimaschutz im Alltag ist absolut richtig. Aber Klimaschutz ist nicht per se sozial ungerecht, und die
Es liegt an uns allen, den Politikerinnen und Politikern, es liegt aber vor allem an den Regierungen auf Landes- und auf Bundesebene, die Rahmenbedingungen für erfolgreichen Klimaschutz zu setzen und dabei den sozialen Ausgleich immer fest im Blick zu halten. Das alles können wir natürlich auch gerne weiterhin im Ausschuss debattieren. – Herzlichen Dank.
Es war einmal vor langer Zeit. Der Mensch lebte glücklich und zufrieden im Einklang mit der Natur. Die Lebenserwartung lag vielleicht nur bei 40 Jahren, Würmer und Parasiten waren vielleicht auch nicht so toll. Dafür lebten unsere Vorfahren aber so, wie Sie alle es jetzt fordern: absolut klimaneutral.
Sie lebten klimaneutral in Reinform, und weil sie vor so langer Zeit absolut klimaneutral lebten, änderte sich das Klima nie. Missernten, Hungersnöte und Überschwemmungen kannte man auch nicht. – Und vielleicht kommt ja auch bald der Weihnachtsmann.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wie schön kann doch die Welt sein – gerade für die SPD –, wenn man völlig faktenbefreit so einen Unsinn wie diesen Antrag verzapfen kann.
Da Ihre schulische Bildung anscheinend etwas defizitär ist – vielleicht haben Sie auch in Geschichte nicht aufgepasst –, habe ich Ihnen mal etwas mitgebracht: den Temperaturverlauf auf der Nordhalbkugel der Erde in den letzten 11.000 Jahren.
In diesem Zeitraum lebten die Menschen fast alle so, wie Sie das wollen, nämlich klimaneutral, völlig klimaneutral. Und Sie stellen fest: Vor 6.000 Jahren war es gravierend wärmer als heute, vor 8.000 Jahren auch.
Dann, als die Römer Germanien in ihren Röcken eroberten, war es auch ein bisschen wärmer, als es heute der Fall ist. Danach brach die Völkerwanderung an. Warum brach sie denn an? Warum haben denn die Leute ihre Heimat verlassen und sind nach Germanien und ins Römische Reich eingefallen, warum denn? Weil es so kalt geworden ist, dass der Ackerbau bei ihnen zusammengebrochen ist. Aber
Dann, das werden Sie vielleicht wissen, kam um das Jahr 1000 die mittelalterliche Wärmeperiode. Das Leben in Europa blühte auf. Die Kultur blühte auf. Die Kathedralen wurden errichtet.
Leider Gottes kam dann – das haben Sie vielleicht auch nicht mitgekriegt, auch Sie von der CDU nicht – im 14. Jahrhundert eine massive Abkühlung, gefolgt von massiven Missernten. Danach kam noch die Pest auf die geschwächte Bevölkerung zu und hat ein Drittel der europäischen Bevölkerung einfach hinweggerafft. Dann kam es zu einer kleinen Eiszeit um 1650 herum. Da lebten die Menschen alle klimaneutral.
Nach Ihrer Ansicht hat sich das Klima nie geändert. Seit 1650 haben wir wieder einen leichten Anstieg der Temperaturen auf ein Niveau, was nicht an das des Mittelalters und an das römische Klimaoptimum heranreicht. Wir sind unter dem Niveau, das vor 1000 und 2000 Jahren völlig normal war.
Ich habe Ihnen das noch einmal größer mitgebracht. Das ist eine neue Studie von skandinavischen Naturwissenschaftlern von 2014.
Da können Sie die Schwankungen und dann die Ausgleiche und die Kurven sehen. Ich kann Ihnen das einfach mal vorlesen.
Das Endprodukt einer Sommertemperaturrekonstruktion zeigt einen langfristigen Abkühlungstrend von 0,3 Grad Celsius pro tausend Jahre über die gesamte Ära in Nordeuropa. Ach! Die Rekonstruktion zeigt Abweichungen im hundertjährigen Maßstab auf, die diesen Trend überlagern und darauf hinweisen, dass die Bedingungen im Mittelalter und in der Römerzeit wahrscheinlich wärmer waren als im 20. Jahrhundert. – So. Das ist Ihre Klimaneutralität. Sie veräppeln hier die Menschen.
Da Sie vielleicht auch sonst naturwissenschaftlich ein bisschen nicht so gebildet sein mögen, habe ich Ihnen etwas mitgebracht: die Zusammensetzung der Luft.
feststellen: Sie sehen keinen Unterschied. Der Unterschied liegt bei 0,1 ‰ eines Spurengases in der Atmosphäre. So. Die Temperaturen bewegen sich also auf keinen Fall in anderen Bereichen als zu der Zeit, als die Menschen stets klimaneutral lebten.
Man hat übrigens 1850 als Beginn ausgewählt. Man muss sich einmal fragen, warum man 1850 ausgewählt hat. Wenn Sie die Propagandasachen da sehen, dann wird klar, dass das aus einem ganz einfachen Grund geschah: Von 1800 bis 1850 hat es sich abgekühlt. Es kommt nicht gut, wenn man eine Ideologie verkaufen muss und erst einmal eine Abkühlung sieht. Deshalb fangen die ganzen Temperaturgrafiken völlig willkürlich um 1850 an.
Ich freue mich darauf, dass wir im Ausschuss weiter über Fakten reden können. Da haben manche von Ihnen einen gravierenden Nachholbedarf. Aber Sie können ganz entspannt sein. Für die Anhänger der Church of Gobal Warming werde ich versuchen, das in leichter Sprache und einfach zu machen. Ich freue mich darauf. – Danke schön.
Ich habe Ihnen das auch einmal mitgebracht. Die Temperaturaufzeichnungen gibt es nämlich erst seit dem Jahr 1761. Wenn Sie sich das einmal genau anschauen, lieber Herr Dr. Blex, dann werden Sie klar erkennen, dass wir es hier mit einem Temperaturanstieg zu tun haben, und zwar mit einem beschleunigten Temperaturanstieg. Das müssten selbst Sie verstehen.
Ich hatte eben gesagt – Frau Blask, nehmen Sie es mir nicht übel –, eigentlich müssen wir über den Antrag im Ausschuss nicht mehr so lange diskutieren, weil da viele Dinge drinstehen, die wir alle gleichermaßen befürworten; auf das Modellprojekt komme ich gleich noch zu sprechen.
Nach der Rede meines Vorredners habe ich meine Meinung grundlegend geändert. Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass wir bei der Diskussion dieses SPD-Antrags vielleicht gleich noch ein kleines
damit er endlich ein für alle Mal begreift, worum es hier tatsächlich geht und wie ernst das Thema ist, mit dem wir es zu tun haben.
Ich weiß nicht, wo Sie wohnen. Es ist mir auch gerade egal. Ich weiß aber, dass die Menschen in fast jeder nordrhein-westfälischen Stadt in den Hochsommerphasen Probleme haben, weil die Temperatur in den Städten um bis zu 10 Grad höher ist als im Umland. Das hat natürlich etwas mit baulichen Strukturen zu tun. Deshalb arbeiten wir daran. Aber es hat auch etwas damit zu tun, dass sich das Wetter verändert. Und, Kollege Blex, das Wetter verändert sich in Extremen als Vorbote des Klimawandels. Wenn wir Menschen so weitermachen wie bisher, dann wird sich der Klimawandel beschleunigen.